Einstand in der Mühle

Furiose Eröffnung: das Salonorchester um Ferenc Babari in der Simmelsdorfer Mühle2010/12/13445_New_1292864162.jpg

SIMMELSDORF — Lis Graf hat der Simmelsdorfer Mühle neues Leben eingehaucht, nachdem sie ihre Kulturscheune in Schnaittach verlassen musste. Zur Eröffnung spielte am Wochenende das Salonorchester um Ferenc Babari am neuen Veranstaltungsort. Weitere Konzerte sollen folgen.

Am Eingang persönliche Begrüßung, Brot und Leberwurst auf dem Tisch und Getränke auf Bestellung: das ist der erste Eindruck von der neuen Simmelsdorfer Mühle. Deren Konzept basiert auf der Idee der Kulturscheune: vielfältige Konzerte, von leichter Unterhaltung bis ansprechender Kultur.

Mehr als nur ein Umzug

Trotzdem liegt hinter Lis Graf mehr als ein Umzug: „Das ist jetzt die Simmelsdorfer Mühle, die Kulturscheune gibt es nicht mehr“, sagt Graf, der Kopf des Vereins „Kulturscheune Schnaittach“, dessen Name gleichwohl erhalten bleibt.

Auch das Prinzip bleibt bestehen: Einmal im Monat gibt es einen Auftritt, ebenso kann die Mühle für private Feiern gemietet werden. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden der Gäste. Regelmäßige Förderer oder gar ein Sponsor fehlen allerdings. Wenn die Kosten für die Auftritte gedeckt sind, geht das restliche Geld an Bildungsprojekte in Bolivien. Über die Jahre sind laut Graf so schon 70 000 Euro für Schulen, Brunnen, sowie Nähkurse in dem südamerikanischen Land zusammengekommen.

Das Mühlrad funktioniert dank der Restaurierung durch Grafs vor drei Jahren verstorbenem Mann wieder, produziert sogar Strom. Während der Konzerte ist es allerdings abgeschaltet, „das klappert immer so“.

Die Einrichtung der Mühle ging dank des zehnköpfigen Freundeskreises innerhalb von wenigen Monaten vonstatten (wir berichteten). Graf ist froh, wieder eine „schöne Aufgabe“ zu haben, nachdem in der Kulturscheune in Schnaittach im Dezember die letzte Veranstaltung stattfand. Nachbarn hatten sich wiederholt über Lärm beklagt. „Diese Probleme haben wir hier nicht mehr, die Nachbarn sind heute sogar anwesend“, sagt Graf.

Der Einstand gelang: Das Salonorchester um Ferenc Babari bot neben abwechslungsreichen Stücken von Haydn über Bach bis hin zu einem virtuosen Ausschnitt aus der „Fledermaus“ von Strauss auch kurze Geschichten rund um die Komponisten. Babari berichtete etwa von Brahms Eigenarten oder dem schwierigen Lebensweg von Johann Strauss.Unterstützung bekam die Truppe, deren Mitglieder alle am Staatstheater Nürnberg engagiert sind, von zwei jungen Mädchen, die Geschichten wie etwa „Die Weihnachtsmaus“ von James Krüss oder „Der doppelte Weihnachtsmann“ von Paul Maar vortrugen.

Informationen über das Programm unter www.die-simmelsdorfer-muehle.de im Internet.

N-Land David Cran
David Cran