Neubau des Horts für 8,3 Millionen Euro

„Schmuckkästlein“ für Schwaiger Kinder

Blick in einen der neuen Gruppenräume. Die hohen Fenster lassen viel Licht herein und sind seitlich, über eine Holzverkleidung, zu öffnen. | Foto: Buchner-Freiberger2021/01/neuer-hort-schwaig-gruppenraum.jpg

SCHWAIG – Hier möchte man nochmal Kind sein: Die Gemeinde Schwaig hat mit dem neuen Hort neben der Grundschule ein echtes Schmuckkästlein geschaffen. Der Umzug ist so gut wie abgeschlossen, jetzt fehlen nur noch die Kinder. Denn weil die Betreuungseinrichtungen coronabedingt geschlossen sind, besuchen zurzeit nur 13 Mädchen und Jungen den Hort in einer Notgruppe.

Breite Flure, riesige Fenster, großzügige Räume, Betonsichtwände: Das neue Gebäude westlich der Schulturnhalle fällt vor allem durch seine moderne Architektur und sein Platz­angebot auf. Fünf Gruppen mit rund 80 Kindern werden hier einziehen, für eine sechste ist schon vorsorglich ein Raum reserviert.

Quote schon jetzt hoch

„Denn 2025 kommt der Rechtsanspruch auf einen Hortplatz, dann gehen wir von einer noch stärkeren Nachfrage aus“, sagt ­Schwaigs Bürgermeister Thomas Wittmann. Schon jetzt liege die Quote der Kinder, die in Schwaig nachmittags betreut werden, bei 65 bis 70 Prozent, verteilt auf Hort, Mittagsbetreuung und Ganztagsklasse.

Ein Blick in die Mensa, in der künftig die Kinder der Ganztagsklassen essen werden. Hinter dem Tresen von links Projektleiter Swen Kellner vom Bauamt, Lehrerin Doris Trini-Maschler (zuständig für den Ganztag), Hortleiterin Nadine Kampe und Schwaigs Bürgermeister Thomas Wittmann. | Foto: Buchner-Freiberger2021/01/neuer-hort-schwaig-mensa.jpg

Das Erd- und das Obergeschoss werden komplett vom Hort in Beschlag genommen, hier finden sich neben den jeweils zweigeteilten Gruppenzimmern ein Mehrzweckraum zum Beispiel für Kinovorführungen oder Tanzkurse, eine Kinderküche, ein Medienraum, ein „Atelier“, Räume für individuelle Förderung und Elterngespräche sowie Personalzimmer. Im Untergeschoß ist die Technik angesiedelt, außerdem eine große Mensa, in der künftig die über 80 Kinder der Ganztagsklassen essen werden.

Viele kleine „Finessen“

Das Gebäude ist barrierefrei – unter anderem dank eines Aufzugs – und hat viele kleine „Finessen“, wie die seitlichen, über eine Holzverkleidung zu öffnenden Fenster oder den Info-Bildschirm im Eingangsbereich, der die klassische Pinnwand ersetzt. An die Mensa schließt sich ein kleiner Lichthof mit Sitzgelegenheiten an, der noch begrünt wird, sobald es die Witterung zulässt.

Die Außenansicht des neuen Horts, der neben der Südschule entstanden ist. / Foto: Buchner-Freiberger2021/01/neuer-hort-schwaig-aussenansicht.jpg

Rund 8,3 Millionen Euro

Rund 8,3 Millionen Euro hat sich Schwaig den Neubau kosten lassen, das teuerste Projekt in der Geschichte der Gemeinde. Darin enthalten sind jedoch auch die Kosten für den gleichzeitigen barrierefreien Ausbau der angrenzenden Südschule und für die neuen Sport- und Spielanlagen. Denn für den Hort mussten ein Teil des Pausenhofs und der Sportplatz weichen. Gut 2,3 Millionen Euro fließen an Zuschüssen, so Swen Kellner vom gemeindlichen Bauamt, der die Leitung des Projekts innehatte.

Der Neubau markiert das Ende von jahrelangen „Provisorien“. Eröffnet wurde der Hort 1996, im Laufe der Jahre wuchs die Nachfrage nach Plätzen stetig. Die Kinder wurden über mehrere Klassenzimmer in der Südschule verteilt, zeitweise waren Gruppen sogar im Fachmarktzentrum untergebracht, als die Raumnot zu groß wurde.

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Viel mehr Möglichkeiten

„Wir sind froh, dass wir jetzt wieder alle zusammen sind und das Hin- und Herjonglieren ein Ende hat“, betont Leiterin Nadine Kampe, die sich außerdem freut, dass die Kinder nun viel mehr Möglichkeiten für Neigungsgruppen haben. Auch wenn Corona den positiven Effekt habe, dass man jetzt – mit tatkräftiger Hilfe des Bauhofs – in Ruhe umziehen und einräumen könne, so hofft sie, dass es bald lebendig zugeht im neuen Haus.

Die frei gewordenen Räume in der Grundschule werden künftig von der Mittagsbetreuung und den Ganztagsschülern genutzt, die damit auch wieder etwas mehr „Luft“ bekommen. Entzerrt wird durch den Neubau auch die Verkehrssituation rund um die Schule am Nachmittag, denn bisher konzen­trierte sich das Abholen ausschließlich auf den Oberen Röthelweg.
Gut eineinhalb Jahre betrug die Bauzeit, der veranschlagte Kostenrahmen wurde eingehalten, wie die Verantwortlichen betonen.

Einziger Wermutstropfen: „Es ist schade, dass wir das größte Bauprojekt der Gemeinde wegen der Pandemie nicht mit einer großen Feier einweihen können“, so Bürgermeister Wittmann. Nun hofft man zumindest auf ein Sommerfest im kleineren Rahmen.

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