Bauanträge wohl genehmigungsfähig

Scherauer Hof: „Entscheidung muss her“

Der idyllisch gelegene Scherauer Hof. Um die Nutzung der Veranstaltungslocation tobt seit Jahren ein Streit. | Foto: Buchner-Freiberger2021/06/scherau-streit-nutzung1-scaled.jpg

Leinburg. Die Coronapandemie hat den Veranstaltungsbetrieb am Scherauer Hof bei Diepersdorf ein gutes Jahr lang quasi zum Erliegen gebracht. Nicht beigelegt ist dagegen der Konflikt, der hier seit vielen Jahren zwischen Betreiberin Helga Bock und der Nachbarsfamilie Sußner schwelt (die Pegnitz-Zeitung berichtete ausführlich) und der neben der Gemeinde Leinburg das Landratsamt und sogar den Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags beschäftigt. Ob am Scherauer Hof weiter Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Seminare stattfinden dürfen, ist nach wie vor nicht geklärt. Antworten soll es nun möglicherweise in einer Sitzung des Leinburger Gemeinderates am 21. Juni geben.

In der Sitzung des Bau- und Umwelt­ausschusses am vergangenen Montag gab Bürgermeister Kraußer den Räten einen Zwischenstandsbericht, der allerdings wenig Neues enthielt. Kraußer zitierte aus einem Schreiben des Landratsamtes, wonach die noch offenen Bauanträge von Helga Bock – unter anderem die Nutzung der Scheune als Veranstaltungsraum, der Umbau des Schweinestalls in einen Seminarraum oder die Nutzung des Wohnhauses als Seminarhaus mit Übernachtungsmöglichkeit – vom Amt inzwischen „im Außenbereich als genehmigungsfähig“ angesehen werden, sofern die Auflagen des Lärmschutzgutachtens eingehalten werden.

Demnach darf in der Scheune keine Live-Musik mehr gespielt werden, die Türen müssen geschlossen bleiben und zusätzlich ein Schallschutzvorhang zugezogen werden. Übernachtungsgäste dürfen nachts nicht mehr mit dem Auto in den Hof fahren, auch Kunden, die im Hofladen einkaufen wollen, müssen ihr Auto vor dem Anwesen parken. Es seien „extrem hohe Auflagen“, wie Helga Bock meinte, die als Zuhörerin in der Sitzung war und der kurz Rederecht eingeräumt wurde.

„Annäherung“ in Sicht?

Parallel wird zurzeit vom Büro Bauernschmitt eine Machbarkeitsstudie erstellt. Dafür spricht ein externer Berater mit beiden „Parteien“, um die Wünsche und möglichen Zugeständnisse auf beiden Seiten auszuloten. Entscheidungen der Gemeinde, sprich die Aufstellung eines Bebauungsplans oder eine Satzung, würden nur dann Sinn machen, „wenn sich links und rechts einig sind“, so Kraußer, sonst müsse man wieder mit Klagen vor Gericht rechnen. Er sieht aktuell jedoch „eine Annäherung“.

Der Bürgermeister kritisierte das Landratsamt, das viele Fragen der Gemeinde nicht beantwortet habe. Er forderte deshalb, dass die Behörde den Sachverhalt bis 21. Juni noch einmal genau erklären solle, zumindest schriftlich, am besten aber persönlich in der Gemeinderatssitzung.
Deutlich wurden in der Bauausschusssitzung vor allem zwei Tendenzen: Zum einen will man vonseiten der Gemeinde den Scherauer Hof als Veranstaltungsort erhalten. Zum anderen möchte man endlich einen Schlussstrich unter die jahrelange Debatte ziehen. „Wir müssen das zu Ende bringen“, bekräftigte Kraußer.

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