Amt genehmigt offene Bauanträge

Scherauer Hof: Betrieb ja, aber unter Auflagen

Für ein Anwesen auf dem Land gelten laut Landratsamt andere Richtlinien wie etwa in einem Wohngebiet. | Foto: Archiv/Der Bote2021/07/Leinburg_scherau_3-crop.jpg

Diepersdorf — Auf Basis der bestehenden Rechtslage und unter zahlreichen Auflagen hat das Landratsamt insgesamt sieben Bauanträge für den Veranstaltungsort Scherauer Hof bei Diepersdorf genehmigt.

Konkret sind das: Änderung eines Wohnhauses in Betriebswohnung und Gästezimmer sowie eines Schweinestalls zu Seminarräumen, die Nutzungsänderung der Scheune in einen Veranstaltungsraum und die Erweiterung des Heizraumes. Bereits im März wurden genehmigt: die Änderung der Waschküche in Lebensmittelvorbereitung, einer Garage in Lager und Kühlzelle sowie eines Wohnhauses in ein Seminarhaus.

Nach ausführlicher Prüfung der sieben Anträge ist das Landratsamt zu dem Ergebnis gekommen, dass sie genehmigungsfähig sind, schreibt die Behörde. Planungsrechtliche Grundlage ist unter anderem eine spezielle Vorschrift, die die Folgen des Strukturwandels der Landwirtschaft abmildern will und unter gewissen Bedingungen eine Nutzungsänderung von früheren landwirtschaftlichen Gebäuden im Außenbereich erleichtert. Bestimmte öffentliche Belange (zum Beispiel die Darstellungen im Flächennutzungsplan) können nicht entgegengehalten werden, heißt es weiter. Bei Einhaltung der Vorschriften müsse eine Genehmigung erteilt werden. Ein Ermessensspielraum bestehe nicht.

Das von der Betreiberin Helga Bock vorgelegte Schallschutzgutachten und die Untere Immissionsschutzbehörde sind zu dem Ergebnis gekommen, dass unter bestimmten Auflagen keine schädlichen Umwelteinwirkungen vom Gesamtbetrieb ausgehen, da die Lärmwerte eingehalten werden können.

Die Baugenehmigungen enthalten eine Vielzahl an Auflagen, die dem Schutz der Nachbarn vor Lärm oder sonstigen Beeinträchtigen dienen. Dabei müsse jedoch berücksichtigt werden, dass im Außenbereich nicht dasselbe Maß an Rücksicht erwartet werden kann wie beispielsweise in einem allgemeinen Wohngebiet.

Die Einhaltung der Auflagen wird im Beschwerdefall durch das Landratsamt geprüft. Die Nachbarn des Scherauer Hofs haben die Möglichkeit, vor dem Verwaltungsgericht gegen die Bescheide zu klagen.
Das Landratsamt, die Gemeinde Leinburg, der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags und weitere Akteure hatten seit mehreren Jahren versucht, eine gemeinsame Kompromisslinie aller Beteiligten in dem Streitfall zu finden. Dies ist – trotz einer Vielzahl von Anläufen – bis heute nicht gelungen (die PZ berichtete mehrfach).

Im November 2019, nach einem weiteren Ortstermin mit allen Beteiligten, wies das Landratsamt darauf hin, dass es für den Fall, dass keine Einigung erzielt wird, nach Aktenlage und auf Basis der bestehenden Rechtslage entscheiden wird. Dies ist nun – etwa drei Jahre nach Eingang der Anträge – erfolgt.

Viele Auflagen

Der Betrieb am Scherauer Hof darf weiter gehen, doch das Landratsamt Nürnberger Land hat diesen an eine Vielzahl von Auflagen geknüpft: Grundsätzlich dürfen sämtliche Veranstaltungen, Seminare und sonstige Arbeiten im Betrieb am nächstgelegenen Wohnhaus tagsüber 60 Dezibel und in der Nacht von 22 bis 6 Uhr 45 Dezibel nicht überschreiten. Dazu zählt auch die An- und Abreise der Gäste.

Für Seminare und Veranstaltungen muss der Hof ein Veranstaltungsbuch führen, das das Landratsamt auf Verlangen jederzeit einsehen kann. Türen der Seminar- und Veranstaltungsräume müssen in der Nacht geschlossen bleiben. Ein- und Austreten dürfen die Gäste dann nur über fest vorgegebene Türen.

In der Veranstaltungsscheune darf außerdem nur nachts das Dachfenster auf der nördlichen Seite offen stehen. Außerdem gibt es festgelegte Raucherbereiche, die bei der Veranstaltungsscheune mit einem Schallschutzvorhang versehen sind. Bei Veranstaltungen mit Musik ist eine maximale Lautstärke vorgegeben, die durch eine voreingestellte Soundanlage sichergestellt ist.

Veranstaltungen nach 24 Uhr sind von Juni bis August an Sonn- und Feiertagen verboten. Dass die Gäste die Regeln einhalten, muss der Scherauer Hof selbst kontrollieren. Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sind nur vier bis sechs Mal pro Jahr erlaubt und müssen bis 21.30 Uhr enden. Ebenso sind Veranstaltungen in Teilnehmerzahl und Uhrzeit begrenzt.

Bei Beschwerden kann das Landratsamt unangekündigt die Einhaltung der Lärmrichtlinien kontrollieren. Darüber hinaus kann es weitere Maßnahmen ergreifen, falls Gäste, Musik oder betriebliche Arbeiten wie Lageranlieferungen die vorgegeb

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