Pflanzaktion der Röthenbacher Gymnasiasten

Samen sollen mehr „bunten“ Raum für Insekten in der Stadt schaffen

Aus diesen „Seedbombs“, also Samenkugeln, sollen bald Blühflächen entstehen. | Foto: Privat2022/07/a473646759i0011_max1024x.jpeg

RÖTHENBACH – „Es wird BUNT im Straßen-Grau!“ Mit dieser Pflanzaktion bereicherte die Umwelt-AG „Grünkraftwerk“ des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aus Röthenbach unter der Leitung von Sonja Lieb den Schulalltag.

Dass das Insektensterben unabsehbare Auswirkungen auf unser Ökosystem hat, weiß mittlerweile jeder, und dass sich jeder einzelne aus der Verbindung Mensch-Tier-Nahrung-Lebensraum nicht einfach herausnehmen oder gar „heraus kaufen“ kann, sollte ebenfalls jedem bewusst sein.

Der Förderverein des Geschwister-Scholl-Gymnasiums war begeistert von der Idee zur Pflanzaktion, besorgte das entsprechende Material und es entstand in enger Zusammenarbeit mit der Umwelt- und Klimaschutzbeauftragten der Stadt Röthenbach, Katharina Pöhler, ein Konzept, mit dem auf Teilen des öffentlichen Grüns und auf bisher kargen Flächen nun künftig Blühwiesen und Insektenoasen gedeihen sollen.

Bereits im Mai bastelte die Unterstufe des Gymnasiums Blumenmurmeln aus Samen, kleine Seedballs, die im Eingangsbereich zur Sporthalle eingebracht wurden, und eine Gruppe von 50 Schülern der Mittelstufe bepflanzte den kompletten Streifen entlang der Grünthalstraße mit Blumensamen.

Immer weniger Nahrung

Mehr als 15 heimische Sorten wie Borretsch oder wilde Malve sollen nun auch hier den Nützlingen wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen ein vielfältiges Blütenangebot machen, denn gerade in den Städten finden Bienen und andere bestäubende Insekten immer weniger Nahrung in Form von Pollen und Nektar.

Denn immer mehr Flächen werden durch Bebauung oder Schottergärten versiegelt, damit werden Pflanzen verdrängt und auch die Nahrungs- und Energiequellen für Insekten. Die aber braucht es dringend, denn nur durch ihre Bestäubungsleistung reifen Kulturfrüchte wie Erdbeeren, Gurken und Tomaten – Windbestäubung reicht hierfür einfach nicht aus. Alle halfen zusammen, das ganze Gymnasium, Hand in Hand von der 5. Klasse bis zum Abiturjahrgang, denn jeder blühende Quadratmeter zählt. Auch kleine Flächen leisten einen wichtigen Beitrag. Die Umwelt- AG hat dafür die ganze Schule mobilisiert, jeder hat seinen kleinen Beitrag geleistet. Die Flächen sind mit Plakaten gekennzeichnet.

Text: Esther Krüll

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