So läuft der Zensus 2022 ab

Rund 200 Interviewer gehen bald im Landkreis von Haus zu Haus

Die Erhebungsbeauftragten kommen auch im Nürnberger Land zu den Befragten nach hause. | Foto: zinkevych/stock.adobe.com2022/05/AdobeStock_236044446-scaled.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Zum Stichtag 15. Mai startet in Deutschland der Zensus 2022. Im Zensus wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Auch im Nürnberger Land sind dann 200 Erhebungsbeauftragte unterwegs, die Interviews mit zufällig ausgewählten Landkreisbewohnern durchführen. Doch wie läuft das ab? Und muss ich mitmachen?

Wie das Landratsamt mitteilt, sind die bis zu 240 Erhebungsbeauftragten ab 15. Mai für circa zwölf Wochen im Nürnberger Land unterwegs, um Daten für die Bevölkerungsstatistik zu sammeln. Sie werden durch Zufall ausgewählte Personen um kleine Interviews bitten. „Die Beauftragten können sich ausweisen und werden nie nach Kontodaten fragen“, mahnt die Behörde.

Zensus: Wofür braucht man die Daten?

„Der Zensus ist das Fundament der amtlichen Statistik und maßgebend für finanz- und gesellschaftspolitische Entscheidungen, sozusagen eine Inventur der Bevölkerung“, so das Landratsamt weiter. Alle zehn Jahre, zuletzt 2011, werden diese Befragungen in Deutschland durchgeführt.

Eigentlich hätte der Zensus bereits 2021 stattfinden sollen, wurde aber wegen der Pandemie auf 2022 verschoben. Neben der Einwohnerzahl ermittelt die große Volkszählung auch, wie die Menschen in Deutschland wohnen, welchen Bildungsstand sie haben und welchen Beruf sie ausüben.

Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf solchen Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. „Die im Zensus erhobenen Daten bilden also die Grundlage für weitreichende Planungen, wie zum Beispiel den Bedarf an Schulen oder Altersheimen“, so das Landratsamt. Mit einer wahrheitsgemäßen Antwort seien die Interviewten „eine wichtige Stütze für eine faktenbasierte Planungs- und Entscheidungsgrundlage mit Blick auf die Wohnungsbaupolitik“, so auch das Bayerische Landesamt für Statistik, wo die Ergebnisse zunächst zusammenfließen.

Ablauf der Befragungen

Bei der sogenannten Begehung suchen die Erhebungsbeauftragten die ihnen zugeteilten Adressen auf, um unter anderem festzustellen, wer laut Briefkasten- oder Klingelschild an der besagten Adresse wohnt. Unter Umständen müssen die Zensus-Helfer*innen dafür auch das ein oder andere Grundstück oder einen Vorgarten betreten.

Interviews nach Zufallsprinzip

Die Erhebungsbeauftragten führen außerdem mit durch Zufall ausgewählten Personen kleine Interviews und fragen sie zum Beispiel nach Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Wohnsituation, Bildung oder Berufstätigkeit. Die Interviewer*innen kündigen sich etwa ein bis zwei Wochen im Voraus per Brief an.

An dem dort vermerkten Termin findet dann im besten Fall ein persönliches Interview mit jedem Haushaltsmitglied statt. Auf ausdrücklichen Wunsch kann auch ein Online-Zugang oder ein Papierfragebogen zum Selbstausfüllen ausgegeben werden. Für die Kurzbefragung sind ungefähr fünf Minuten und für die Langbefragung circa 15 Minuten pro Person einzuplanen.

Etwas mehr als 10 Prozent  der Einwohnerinnen und Einwohner Deutschlands werden im Rahmen des Zensus befragt. Das sind etwa 10,2 Millionen Menschen. Außerdem finden in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften laut Bundesamt für Statistik „Vollerhebungen“ statt. Das bedeutet, alle Bewohner müssen Auskunft geben.

Zur Auskunft verpflichtet

Die per Zufallsverfahren ausgewählten Personen sind nach § 23 ff. ZensG 2022 zur Auskunft verpflichtet. In Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften findet eine Vollerhebung statt. Hierbei ist in Gemeinschaftsunterkünften die Einrichtungsleitung stellvertretend auskunftspflichtig. Es gilt bei der Erfassung der Daten das sogenannte Rückspielverbot, das heißt, die erhobenen Daten werden nicht an andere Behörden wie Melde- oder Finanzämter weitergegeben oder zurückgespielt, sondern nur für statistische Zwecke erhoben.

Interviewer weisen sich aus

Die Interviewer*innen können sich durch einen Erhebungsbeauftragtenausweis zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis ausweisen, werden keine Informationen zu Kontodaten erfragen und müssen die Wohnung für ein Interview nicht betreten. Sie werden die aktuellen gesetzlichen Vorgaben bezüglich Corona wie Abstand-Halten und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung einhalten. 

Die Zensus Erhebungsstelle Landkreis Nürnberger Land schult derzeit über 200 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte, um sie auf die Befragungen für den Zensus 2022 vorzubereiten.

Wer Interesse daran hat, als Interviewer*in bei der Durchführung des Zensus mitzuwirken, kann sich nach wie vor über die Homepage des Landratsamtes unter  karriere.nuernberger-land.de bewerben. Die Interviewer erhalten eine Aufwandsentschädigung von rund 500 bis 800 Euro, je nach Zahl der Interviews.

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