Bereits 1500 Anträge

Rummelsberger Diakonie: Hilfsfonds „von Mensch zu Mensch“

NÜRNBERGER LAND – Mit einem Hilfsfond unterstützt die Rummelsberger Diakonie Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind. Rund 70 000 Euro werden in einem durchschnittlichen Jahr durch den Fonds „Von Mensch zu Mensch“ für Menschen in Not eingesetzt. Den meisten fehle es an Grundlegendem, wie Geld für Strom, Miete, oder Krankenkasse.

Denn schon im Alltag brauchen Menschen manchmal unbürokratisch und schnell finanzielle Hilfe: Die Alleinerziehende, die den Strom nicht mehr zahlen kann, das kaputte Handy eines Seniors als letzte Kontaktmöglichkeit zu seinen Kindern oder ein neues Möbelstück nach einem Wohnungsbrand.

1500 Anträge

Rund 1500 solcher Anträge seien seit dem Start des Hilfsangebots eingegangen, teilt die Diakonie in einer Pressemitteilung mit. Zwischen 50 Euro für ein gebrauchtes Handy und 2000 Euro als Zuschuss für eine notwendige Operation sei alles dabei.

„Die Anliegen, die vom Hilfsfonds mit unterstützt werden, können schon an die Nieren gehen“, sagt Mathias Kippenberg, in Rummelsberg zuständig für das Fundraising. „Vor kurzem erst hat eine Frau mit drei Kindern eine Unterstützung beantragt, deren Mann lange arbeitslos war. Als er Arbeit gefunden hatte, passierte ihm ein Unfall und er fiel wieder über viele Monate aus. Wir konnten sie finanziell ein bisschen unterstützen und so die Familie entlasten.“

Es fehlt am Nötigsten

Die meisten Anträge an den Hilfsfonds kämen aus dem Bereich der Ambulanten Erzieherischen Dienste (AED), die Jugendliche, Familien und speziell Alleinerziehende ambulant sozialpädagogisch betreuen. Gerade in diesem Arbeitsbereich hätten viele Familien die Auswirkungen von Corona erfahren müssen.

„Schnelle Hilfe zu leisten, das ist ja unser Tagesgeschäft“, sagt Manuela Ostermeier, Leiterin der AED in Roth. „Viele unserer Klienten beziehen Hartz IV. Ihnen fehlt es im Alltag am Nötigsten. Auf den Hilfsfonds greifen wir wirklich nur dann zu, wenn es sonst keine andere Lösung gibt“, sagt Ostermeier.

Existenzen bedroht

Brigitte Zapf, die bei den AED in Altdorf arbeitet, handhabt das genauso. Die Notlagen ihrer Klienten seien die gleichen wie vor der Krise: Es fehle an Geld für Grundlegendes wie Strom, Mietkosten, Krankenkassenbeiträge. „Und wenn dann die Sachgelder aus strukturellen Gründen nicht fließen, dann geht es einigen an die Existenz“, betont Zapf.

Die Möglichkeit, über den Hilfsfonds Unterstützung zu bekommen oder ein Darlehen zu beantragen, ist für Martina Zapf eine gute Sache. „Viele wollen das Geld gar nicht geschenkt haben. Sie stottern den Betrag dann in monatlichen Raten wieder ab.“

Spenden erwünscht

Rund 70 000 Euro werden in einem durchschnittlichen Jahr durch den Hilfsfonds „Von Mensch zu Mensch“ für Menschen in Not eingesetzt. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann spenden auf das Konto der Rummelsberger Diakonie bei der Evangelischen Bank, Kassel; IBAN: DE47 5206 0410 0202 5010 15; Stichwort: Spende Hilfsfonds.

Infos auf www.rummelsberger-diakonie.de/hilfsfonds

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