Studenten stellten ihre Ideen vor

Kultur und Bildung im Rückersdorfer Schloss

„Kultur- und Bildungszentrum Rückersdorf“: ein Entwurf, wie das Schlossareal einmal aussehen könnte. Hier geht der Blick von der Schlossgasse auf das Gelände, links im Bild der ehemalige Gasthof „Grüner Baum“. Repro: Kohl2013/10/71756_RueckGemeinderatSchlosskonzept_New_1382447164.jpg

RÜCKERSDORF — Das Schlossareal in Rückersdorf soll sich vom hässlichen Entlein zum attraktiven Schwan mausern. Noch kann niemand sagen, wie lang dieser aufwendige Gefiederwechsel dauern wird, der beim alten Herrenhaus starten soll. Das Gesamtprojekt wird viel Zeit und Geld kosten – und die Durchführung hängt stark von Zuschüssen ab. Konzept-Ideen hat die Gemeinde von der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg bekommen. Dem Gemeinderat wurden jetzt Ergebnisse eines „Vertiefungsseminars im Master-Studiengang Architektur“ vorgestellt.

Es soll sich einiges ändern zwischen Hauptstraße und Schlossgasse. Idealvorstellung: Vor dem ehemaligen Gasthaus „Grüner Baum“ (Sparkasse) entsteht ein kleiner Marktplatz, der zum Verweilen einlädt. Dieses stattliche Gebäude gehört ja auch zum Schlossareal. Wenn sein Anbau und die sogenannte nördliche Remise (heute Museumsdruckerei) verschwinden, entstünde ein attraktiver Zugang von der Hauptstraße auf das eigentliche Schlossgelände, wo der wieder entstehende ehemalige Barockgarten (heute „Schlosswiese“) einen interessanten Erlebnisbereich darstellt. Die Anlage wird so saniert und restauriert, dass Ortsbewohner und -besucher gleichermaßen von einem schönen neuen Dorfmittelpunkt sprechen.

Noch ist das Zukunftsmusik – aber die Melodie wird energischer denn je komponiert. Der Verfall der jahrhundertealten Bausubstanz verlangt das Einschreiten des Eigentümers. Und das ist mittlerweile zum größten Teil die Gemeinde. Sie hofft, wie gesagt, auf Fördermittel aus staatlichen Töpfen. Und darauf, dass irgendwann die Nordseite des Areals so geöffnet werden kann, dass dieses historisch bedeutsame und schöne Gelände quasi schon oben an der B 14 beginnt.

Dann könnte nach Süden ein reizvoller Mix aus attraktiven Freiflächen und ansprechend restaurierten alten Gebäuden entstehen, in dem Kunst und Kultur, Bildung und Unterhaltung Platz finden. Das Herrenhaus könnte der Volkshochschule Raum geben, meinen die Studenten in Einklang mit der Gemeindeführung. Die Räume seien klein, aber für Kurse geeignet. Die angehenden Architekten empfehlen, das Heimatmuseum deutlich umzugestalten: weg vom üppigen Sammelsurium, hin zur informativen Präsentation von Gegenständen mit Bezug zur Rückersdorfer Geschichte.

Sechs Konzepte wurden dem Gemeinderat präsentiert, die trotz Detail-Unterschieden viel gemeinsam haben. Alle sind auf eine längerfristige Entwicklung abgestellt, auf eine stufenweise Verwirklichung. Man kann sie als Visionen bezeichnen. Aber sie liefern Anregungen für Debatten und konkrete Entscheidungen im Gemeinderat. Dabei wollen die Kommunalpolitiker auch Meinungen der Bürger hören. Rathauschef Peter Wiesner kündigte an, dass dieses Thema bei der diesjährigen Bürgerversammlung (am 22. November ab 19.30 Uhr im Bürgersaal) breiten Raum bekommen soll.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Die Anpassung der alten Anlagen an heutige Bedürfnisse wird eine große Herausforderung, nicht nur wegen der Kosten. Die Studenten lieferten Vorschläge, wie etwa der Museumsbereich trotz seiner Verteilung auf mehrere Einzelbauten unter ein gemeinsames Dach gebracht werden kann. Das gesamte Projekt läuft auf eine Mischung aus dem Erhalt alter Bausubstanz und behutsamen modernen Ergänzungen hinaus.

Veränderungen hat es auf diesem Areal schon oft gegeben. Die Studenten haben das in einer Dokumentation anschaulich dargestellt. Professorin Nadja Letzel (Lehrstuhl Entwerfen und Bauen im Bestand) und die Lehrbeauftragte Diplomingenieurin Martina Dietrich betonten, dass es sich bei den Entwicklungskonzepten der Hochschule um Anregungen und Vorschläge handle, nicht um fertige Planungen. So sieht es auch der Gemeinderat, den das Thema noch intensiv beschäftigen wird.

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