Rückersdorfer Longinus-Bildnis steht jetzt bei Behringersdorf

Kreuz fand eine Heimat

Nachbarn des Longinuskreuzes, die Familie Christine und Kurt Grünleitner-Gnuva, sowie Rainer Fricke, staunen nicht schlecht über das Marterl gleich neben ihren Grundstücken am Ortsende von Behringersdorf. Foto: Brinek2014/09/87785_longinuskreuzmarterlbehringersdorf-bri_New_1409583064.jpg

BEHRINGERSDORF — Das ursprünglich einmal für die Außenwand das Rückersdorfer Heimatmuseums gedachte sogenannte Longinuskreuz hat jetzt als Marterl-Kreuz am Ortsende von Behringersdorf, am Radweg Richtung Rückerdorf, einen neuen Platz gefunden. Vor zwei Jahren hatte das von Christian Alt um den Christus-Korpus herumgebaute Kreuz mit Dach für Missstimmung zwischen der Rückersdorfer Museumsleitung und dem Gemeinderat gesorgt.

Rund 200 Arbeitsstunden hatte der Rückersdorfer Schreinermeister Christian Alt für die aufwändige viereinhalb Meter hohe Konstruktion aus Eichenholz, ein sogenanntes „Longinus-Kreuz“, aufgewendet. Longinus-Kreuze oder Arma-Christi-Kreuze zeigen keine Figur des berittenen römischen Soldaten Longinus, der Christus mit einer Lanze durchbohrt, sondern lediglich die Marterwerkzeuge und die Geschichte der Kreuzigung. So werden zum Beispiel beim „Rückersdorfer Longinus-Kreuz“ der Geldsack, wegen dessen Inhalts Christus verraten wurde, die Leiter, mit der er auf das Kreuz verbracht wurde oder die Würfel, mit denen um seine Kleider gewürfelt wurde, dargestellt.

Der Christus-Korpus stammte aus dem Bestand des Museums und wurde von Christian Alt renoviert und eingepasst. Eigentlich sollte das Kreuz dem Rückersdorfer Heimatmuseum gespendet werden. Man ging davon aus, dass es an der Museumswand im Innenhof angebracht wird.

Der Aufbau des Kreuzes im Museum sollte dann mit einem großen Fest begangen werden. Doch der Rückersdorfer Gemeinderat untersagte im April 2012 per Beschluss das Aufstellen eines „Kreuzes“ im Heimatmuse. Die Gemeinde war offensichtlich nicht rechtzeitig über das Vorhaben informiert worden und außerdem empfanden die Räte ein solches Flurkreuz mit Dächchen „als nicht typisch für unsere Region“. Der Longinus-Brauch stamme schließlich aus der Oberpfalz und aus dem Schwarzwald und passe nicht nach Franken.

Das Kreuz wurde deshalb eingelagert. Dann ließ der Initiator und ehrenamtliche Rückersdorfer Heimatmuseumsleiter Georg Berger das Marterl zu einem Standkreuz umbauen. Ein befreundeter Waldbesitzer aus Behringersdorf gab seine Zustimmung, das Kreuz am jetzigen Standort östlich von Behringersdorf aufzustellen.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau führte Berger diese Arbeiten selbst durch und der Rückersdorfer Malermeister Klaus Ulherr vollendete das Werk, indem er mit Malerarbeiten am Standfuß das Holz farblich anpasste.

Georg Berger ist nun zufrieden. Es war ihm ein Herzensanliegen, dass das Longinus-Kreuz, nun doch noch einen schönen und endgültigen Platz in der Region gefunden habe.

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