Sänger Sven Andrew drehte für seine zweite Single

Rückersdorf als Kulisse für Musikvideo

Sven Andrew (rechts) mit seinem Freund Thomas Pöferlein beim Dreh zum Musikvideo zu „So Much More“ in Rückersdorf. | Foto: Privat2017/10/Sven-Andrew-Videodreh-Ruckersdorf-Thomas-Poferlein-Selfie.jpg

RÜCKERSDORF — Nicht New York, Berlin oder Tokio, sondern Rückersdorf suchte sich der frühere Laufer Sven Andrew für den Dreh seines neuen Musikvideos aus. Die Filmszenen zu seiner aktuellen Single „So Much More“ sind ab Montag auf der Internetplattform YouTube zu sehen.

„Bei mir gibt es kein Lied vor schwarzem Hintergrund, wie es viele machen. Es muss immer ein ordentliches Video dazu geben“, betont der 24-Jährige, der unter seinem Künstlernamen Sven Andrew bekannt werden möchte. Seit dem vergangenen Jahr veröffentlicht er auf dem Internetportal „YouTube“ eigene Lieder, deren Videos der gelernte Mediengestalter selbst produziert und schneidet. Das Video zu seiner ersten Single „It‘s Time“ wurde dort 12 000 Mal aufgerufen – das Video zu seiner Coverversion des Songs „Breaking The Habit“ der US-amerikanischen Band Linkin Park sogar 25 000 Mal.

Für seine Videos ist Andrew, der von 2010 bis 2015 in Lauf lebte, kaum etwas zu aufwändig. So ließ er für den Dreh zu „It‘s Time“, einen Stuntman eine Szene nachstellen, in der der Musiker von einem Hausdach springt. Luftaufnahmen von einer Szene im Schnee zu „Breaking The Habit“ wurden mit einer Drohne gefilmt.

Das Video zu seiner zweiten Single „So Much More“, das ab Montag auf YouTube zu sehen ist, entstand unter anderem in Altdorf, aber zu einem großen Teil in Rückersdorf. „Auf dem Basketballplatz dort haben wir zum Beispiel eine Spielszene mit einem harten Foul gedreht“, erzählt Andrew. In Rückersdorf stand er selbst nicht vor der Kamera, sondern filmte. „Meine Performance wurde dann in Barcelona aufgenommen.“

Auch die Szene eines Notarzteinsatzes ist im Video zu sehen. | Foto: Privat2017/10/Sven-Andrew-Videodreh-Ruckersdorf-Sanitater.jpg

Etwa zehn Personen waren am Videodreh beteiligt, darunter auch Andrews Freundin und sein guter Freund Thomas Pöferlein, der viele Jahre für den TV 1877 Lauf Basketball gespielt hat. Beim Filmen hatte Andrew Unterstützung von zwei Kameraleuten. Vier Drehtage und rund 100 Arbeitsstunden für das Sortieren und den Schnitt der eineinhalb Terabyte Material flossen in das Projekt.

Perfektionist beim Dreh und im Schnitt

Nicht nur beim Dreh, sondern auch beim Schnitt könne er, wie er selbst sagt, schon einmal zum Perfektionisten werden. Erst beim Schneiden seines Videos habe er bemerkt, dass der Kontrast zwischen den grünen, eher dunklen Aufnahmen in Rückersdorf und den hellen sonnigen Szenen in Barcelona so stark ist, so der 24-Jährige lachend. „Aber im Schnitt habe ich das glaube ich ganz gut hingekriegt.“ Videoschnitt hat er nicht nur in seiner Ausbildung gelernt. Sondern er war auch zwei Jahre mit der Band Unheilig auf Tour und hat die Videos der Musiker geschnitten.

Mit seinen eigenen Songs und Videos ist immer eine Botschaft verbunden, wie Andrew sagt. „So Much More“ handelt davon, dass man seinen eigenen Weg gehen und sich durchsetzen soll. „Aber manche schaffen es auch nicht und sind dann niedergeschlagen. Auch das soll das Video zeigen“, meint er. Seinen Weg sei er auch gegangen, als er im August seine Sachen packte und mit seiner Freundin wegen des guten Wetters und der Mentalität nach Barcelona zog, auch wenn seine Eltern davon sehr überrascht waren.

Dort arbeitet er jetzt bei Airbus in der Kundenbetreuung, denn Geld verdienen lasse sich mit seiner Musik noch nicht, meint Andrew. Deshalb auch der „typische Acht-Stunden-Job“, wie er es ausdrückt. „Das Musikgeschäft ist kein leichtes Business. Ich möchte jetzt erstmal, dass die Menschen meine Musik als gut empfinden oder sich davon mitreißen lassen“, sagt er. Was er sich für die Zukunft wünscht? „Es wäre ein Traum, mit meiner eigenen Musik auf Tour zu gehen. Wie schön das ist, habe ich ja mit Unheilig erlebt. Es ist ein Gefühl von Freiheit.“

Hier geht es zu Sven Andrews neuem Video zu seiner Single  „So Much More„.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon