Bauarbeiten dauern an

Rollhofen noch monatelang „geteilt“

Mit einem Bohrgerät vom Typ BG 28 (rechts) werden in Rollhofen Betonpfähle im Boden versenkt.  | Foto: Friedewald2020/09/Baustelle-Bruckenstrasse-Rollhofen-4-Friedewald.jpg

ROLLHOFEN — Seit Mai 2018 ist die Ortsdurchfahrt in Rollhofen wegen diverser Bauarbeiten für den Verkehr gesperrt. Einheimische sprechen mit einem Augenzwinkern schon vom „geteilten Dorf Rollhofen“. Mit einigen Verzögerungen wurde nun der letzte der drei geplanten Bauabschnitte in Angriff genommen und es herrscht rege Bautätigkeit an der Großbaustelle in der Brückenstraße.

Nach dem Neubau der Eisenbahnbrücke und den darauf folgenden Kanalbauarbeiten (wir berichteten ausführlich) sind nun die Vorarbeiten zum Fahrbahnausbau der Kreisstraße LAU 9 angelaufen. Federführend für diese Arbeiten ist das Tiefbauamt am Landrats­amt Nürnberger Land in Lauf.

Bevor mit dem Fahrbahn- und Gehwegbau begonnen werden kann, ist es jedoch notwendig, die Böschungen links und rechts der Kreisstraße zu stabilisieren. Zu diesem Zweck werden etwa 150 Betonpfähle mit einem Durchmesser von 1,2 Metern, einer Höhe von bis zu 18 Metern und einem Abstand von rund einem Meter zueinander beiderseits der Fahrbahn zu einer Betonpfahlwand ins Erdreich gegossen.

Dazu bohrt das fahrbare Bohrgerät BG 28 mittels eines überdimensionalen Spiralbohrers die benötigten Schächte in das Erdreich. Dieser Koloss bringt ein Eigengewicht von stolzen 100 Tonnen auf die Waage. Sein drehbares Bohrgestänge erreicht eine Höhe von 22 Metern und ruht auf einem Fahrgestell, das mit breiten Ketten ausgestattet ist, um Gewicht und Druck besser zu verteilen.

Nachdem ein Schacht auf die notwendige Tiefe gebohrt wurde, wird darin ein Baustahlkäfig, der der Armierung dient, versenkt und sogleich mit Beton verfüllt. Dafür liefern Betonmisch­fahrzeuge den Beton im Pendelverkehr an. Eigens für diese Arbeiten wurde auf der gesamten Fahrbahnlänge aus etwa 2000 Kubikmetern Erdreich und Gestein eine bis zu sechs Meter hohe planierte Rampe aufgeschüttet, die nach Beendigung der Bohrarbeiten wieder abgetragen wird.

Lärm ist im ganzen Ort zu hören

Diese Arbeiten sowie das Errichten einer Betonwand vor den Pfählen, die danach nicht mehr zu sehen sind,  sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Allerdings wird der derzeitige Bauabschnitt von einem hohen Lärmpegel begleitet, der im ganzen Dorf zu hören ist. Dadurch wird das Gehör der Bevölkerung, vor allem der direkten Anwohnern der Baustelle, auf eine harte Probe gestellt.

Der Beginn des eigentlichen Fahrbahnausbaus und der Gehwegbau sollen dann Anfang 2021 beginnen. Wie bereits den Neubau der Eisenbahnbrücke führt auch diesen letzten Bauabschnitt die Firma Markgraf aus Bayreuth durch. Sollten keine gravierenden Ereignisse oder schlechtes Wetter den Bau verzögern, will man das Bauwerk im Sommer 2021, dann nach über dreijähriger Bauzeit, offiziell für den Verkehr freigeben.

Peter Friedewald

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