Stadtrat Röthenbach einigt sich auf Marktplatz-Konzept

Auf diesem Boden soll der neue Marktplatz entstehen. Foto: Sichelstiel2010/02/20100226_marktplatzroethenbachkies_big.jpg

RÖTHENBACH (as) – Die Diskussionen haben ein Ende: Der Röthenbacher Stadtrat hat sich einstimmig auf einen Entwurf für den künftigen Marktplatz geeinigt. Damit steht nun fest, dass der westliche Teil der 2400 Quadratmeter großen Freifläche zwischen Luitpoldplatz und Rückersdorfer Straße bebaut wird – und zwar von einem Investor, nach dem allerdings noch gesucht wird.
Mit dem Beschluss zieht der Stadtrat einen Strich unter eine Debatte, die bereits seit Jahren schwelt: 2006 hatte die Freie Planungsgruppe 7, ein Stuttgarter Büro für Städteplanung, schon ein Konzept für die «neue Mitte» vorgestellt, die durch den Abriss zweier Häuser an der Rückersdorfer Straße entstanden ist. Immer wieder wurde dieser Plan, der neben einem Marktplatz auch ein Büro- und Geschäftgebäude vorsieht, hinterfragt.
Der letzte Vorstoß kam von den Freien Wählern: Sie hätten gerne eine größere Freifläche im Zentrum der Pegnitzstadt durchgesetzt. Aber auch die Grünen rund um Thiemo Graf zweifelten an der vorgesehenen Bebauung – selbst wenn sie nur den Antrag stellten, einen Ideenwettbewerb zur Detailgestaltung des Platzes neben dem geplanten Gebäude durchzuführen.
Eigentlich durfte der Beobachter eine hitzige Debatte im Rat erwarten. Davon war – bis auf ein paar kleinere Scharmützel – keine Spur: Einstimmig votierte das Gremium für einen überarbeiteten Entwurf der Architekten aus Stuttgart. Das Haus im Westen des Platzes wird gebaut, zwischen der bestehenden NKD-Filiale und dem neuen Gebäude entsteht eine 1400 Quadratmeter große Fläche.
Schon zu Beginn der Sitzung hatten die Freien Wähler ihren Antrag zurückgezogen. Warum, das macht eine Äußerung von Dieter Quast, dem Bürgermeister-Stellvertreter klar. Er konstatierte: «Die Realität sieht so aus: Wenn wir jemanden haben, der investiert, werden wir auf unseren Knien danken und ganz viel akzeptieren.» Selbst bauen kann oder will die Stadt aus finanziellen Gründen nicht, und deshalb ist sie auf einen Investor angewiesen. Der wird derzeit intensiv gesucht: Röthenbach hat einen Exklusivvertrag mit einem sogenannten Projektentwickler aus Allersberg abgeschlossen, der den Markt nach Interessenten abklappert. Ergebnisse soll es in den nächsten Wochen geben.
Bis dahin sind die Stadträte darum bemüht, viel Einigkeit auszustrahlen: Die Fraktionen sollten damit aufhören, ihr eigenes Süppchen zu kochen, ermahnte etwa Wolfgang Gottschalk (CSU) die Kollegen. «Wenn sich der Rat nicht einig ist, wie soll sich ein Investor wohl fühlen?», so der CSU-Fraktionssprecher. Für ihn steht fest: «Investoren sind sensible Leute.»
Ähnlich sieht das wohl auch Peter Güntert von den Freien Wählern, der den Rückzug seines Antrags begründete: «Wir wollten ursprünglich aufgrund des Investorenmangels einen Anstoss geben.» Mit dem Exklusivvertrag habe sich die Situation aber verändert. Außerdem werde die vorgesehene Tiefgarage unter dem Areal (die PZ berichtete) nur dann gefördert, wenn das Bürogebäude tatsächlich errichtet werde. Nun erwarte man allerdings rasche Ergebnisse.
CSU und SPD können sich gut mit der geplanten Bebauung arrangieren: «Der Platz gehört eingerahmt», findet etwa Gottschalk. Und seine SPD-Kollegin Ullrike Knoch meint: «Wir brauchen einen geschlossenen Platz, wenn wir ihn beleben wollen.» Die Grünen bleiben da zwar weiterhin skeptisch – sie befürchten viel Schatten durch das nun beschlossene Haus –, doch in der Sitzung wollten sie um der Einigkeit willen nicht gegen den Entwurf stimmen. Was bei der CSU für Stirnrunzeln sorgte: «Wenn man dagegen ist, sollte man dagegen stimmen», so Gottschalk, der seinem Kollegen Thiemo Graf einen opportunistischen Kurs vorwirft.
Der von den Grünen vorgeschlagene Ideenwettbewerb indes ist noch nicht vom Tisch. Alle Parteien haben sich mehrfach für eine Bürgerbeteiligung ausgesprochen – wie die auch immer ausssehen mag.
Knoch, die Fraktionsvorsitzende der SPD: «Uns bleibt noch sehr viel Zeit. Wir können die Gestaltung erst dann in Angriff nehmen, wenn ein Investor da ist.» Der Marktplatz bleibt ein wichtiges Thema.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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