Röthenbach kann kräftig investieren

Das katholische Alten- und Pflegeheim St. Michael wird generalsaniert. Die Stadt Röthenbach gibt einen Investitionszuschuss. Foto: Moritz2008/04/20080404_roethenbachaltenheimmichael_big.jpg

RÖTHENBACH (mm) — Röthenbach braucht sich finanziell keine Sorgen zu machen. Dank einer guten Einnahmesituation und eines gefüllten Rücklagekontos kann die Pegnitzstadt in diesem Jahr Schulden zurückzahlen und gleichzeitig kräftig investieren, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen. Der Etatplan wurde im Stadtrat einstimmig verabschiedet, CSU-Sprecher Eberhard Frischholz und Grünen-Sprecher Thiemo Graf hatten dennoch einiges zu monieren.

Wegen der guten konjunkturellen Situation rechnet Kämmerer Peter Lauterbach in diesem Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 7,7 Millionen Euro, 1,4 Millionen mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig steigt voraussichtlich der Einkommensteueranteil um 200000 Euro auf 5,1 Millionen Euro.

Auf diese Weise entsteht ein zusätzliches Plus im Verwaltungshaushalt (laufende Einnahmen und Ausgaben), das dem Vermögenshaushalt (Investitionen) zugeführt werden kann: 3,1 Millionen Euro. Vom Rücklagenkonto, das mit rund zehn Millionen Euro gut gepolstert, ist, wird zudem rund eine Million entnommen. Das Volumen des Vermögenshaushalts wächst somit von 2,6 Millionen im Jahr 2007 auf jetzt satte 6,3 Millionen Euro.

2,7 Millionen davon sollen auf das Treuhandkonto zurückgezahlt werden, mit dem die Sanierung der Conradty-Siedlung finanziert wurde. 3,6 Millionen bleiben für neue Investitionen.

Die wichtigsten sind:

– 975000 Euro für die Sanierung von Gehwegen und Straßen, Umgestaltungen und Straßenbeleuchtung

– 549120 Euro für Maßnahmen in Grund- und Hauptschulen

– 297500 für Kläranlage und Kanalnetz

– 279000 für die Sanierung des Hallenbads

– 275000 für zwei Ersatzfahrzeuge des Bauhofs

– 200000 Euro Zuschuss für die Generalsanierung des Alten- und Pflegeheims St. Michael (1. Rate)

– 140000 für die Modernisierung der städtischen Mietwohngebäude

– 125800 Euro für Ausrüstung und Sanierung im Rathaus

– 120000 Euro für neue öffentliche Toiletten an der Röthenbachbrücke

– 100400 Euro für Ausrüstung Karl-Diehl-Halle und Hallenrestaurant

– 100000 Euro Zuschuss für die Generalsanierung des evangelischen Kindergartens an der Bahnhofstraße (1. Rate)

– 20000 Euro für Spiel- und Bolzplätze sowie den Senioren-Aktiv-Platz

– 10150 Euro für Ausrüstung der Feuerwehren

Seit 2003 wurde in Röthenbach kein Kredit aufgenommen, auch heuer ist es nicht nötig. Der Schuldenstand beträgt nach Berechnung des Kämmerers am Jahresende 4,1 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt damit bei 342 Euro, was ein Wert unter dem Landesdurchschnitt ist. Die Tilgung läuft planmäßig.

Dank der guten Steuerkraft können auch die Steuerhebesätze, die seit 1974 konstant sind, weiter unverändert bleiben. Freilich bekommt die Stadt wegen ihres guten Steuerwertes auch keine Schlüsselzuweisungen vom Freistaat und muss eine erhebliche Summe an den Landkreis als Kreisumlage bezahlen: 4,9 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2007 profitiert sie jedoch von der Senkung des Umlagesatzes im Landkreis, denn 2007 lag der Pflichtbetrag noch fast 38000 Euro höher.

Ein weiterer dicker Brocken im Verwaltungshaushalt, der ein Volumen von 20,7 Millionen hat, ist die Bezahlung des städtischen Personals. 5,7 Millionen Euro müssen dafür veranschlagt werden. Berücksichtigt ist hierbei zum ersten Mal der Posten eines „City- und Wirtschaftsmanagers“, der im Laufe der nächsten Monate eingestellt wird und sich dann um die Ansiedlung neuen Gewerbes kümmern soll. Neu angestellt werden auch zwei Halbtageskräfte, die bei krankheitsbedingten Ausfällen in Kindertagesstätten einspringen.

Die Röthenbacher Vereine werden auch in diesem Jahr unterstützt, und zwar mit ingesamt 38100 Euro.

Die großen Themen dieses Jahres werden die Stadt laut Bürgermeister Günther Steinbauer noch mindestens bis 2011 beschäftigen: in Sachen Stadtsanierung, Straßenbau, Hallenbadsanierung, Abwasserbeseitigung und Erhalt der Bausubstanz städtischer Gebäude und Schulen ist noch einiges zu erledigen. Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt, um diese Aufgaben zu erfüllen, sei gesichert, stellte der Bürgermeister fest. Die Stadtfinanzen im Gleichgewicht zu halten und sie nachhaltig zu verbessern, werde aber nach wie vor erklärtes Ziel sein.

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