Stadtempfang 2019

Röthenbach auf der Suche nach Einnahmen

In seiner Rede ging Klaus Hacker unter anderem auf die schwierige Finanzsituation Röthenbachs ein.
In seiner Rede ging Klaus Hacker unter anderem auf die schwierige Finanzsituation Röthenbachs ein. | Foto: Fischer2019/05/empfang-rothenbach-hacker-rede-alle.jpg

Röthenbach. Bund und Länder sind wichtig und Europa wegen einer schicksalshaften Wahl in diesem Jahr ganz besonders, in den Kommunen, in den Städten und Gemeinden aber schlage das Herz der Demokratie. „Hier liegen die Wurzeln des föderalen Staats“. Der Röthenbacher Bürgermeister Klaus Hacker nutzte den Jahresempfang im Rathaus gleich am Anfang seiner Rede zu einem grundsätzlichen Lobgesang auf die Kommunen.

Er schloss seine Ansprache mit einem ebenso grundsätzlichen Appell an die Gäste, sich von Hass und Ressentiment auf und gegenüber anderen vor allem in Europa nicht leiten zu lassen. Sondern zur Wahl zu gehen „und Parteien zu wählen, die für Europa, für Freiheit und Demokratie stehen“.

Innerhalb dieses weltpolitischen Rahmens kam die Kommunalpolitik, die Röthenbacher Stadtpolitik, zu ihrem Recht; mit negativen wie positiven Meldungen aus dem Rathaus. Als eine der ersten Kommunen im Landkreis merke Röthenbach die offensichtliche Abschwächung der Konjunktur, so Hacker. Statt Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 6,5 Millionen muss die Stadt in diesem Jahr mit 4,3 Millionen dieser Steuer auskommen. Und das, nachdem Röthenbach vor drei Jahren hier noch über zehn Millionen Euro auf der Einnahmenseite verbuchen konnte.

Neue Flächen für Unternehmen

Den Kopf in den Sand zu stecken helfe aber nicht weiter, so der Röthenbacher Bürgermeister, zumal allein mit Einsparungen bei den Ausgaben die Steuerlücke nicht ausgeglichen werden könne. „Wir brauchen neue Einnahmemöglichkeiten“, sagte Hacker und sieht diese vor allem durch die Ausweisung von neuen Gewerbe- und Industrieflächen für neue Unternehmen und zur Standortsicherung für Röthenbacher Firmen. Die Stadt sei außerdem gerade dabei, sich unabhängiger von wenigen Großbetrieben zu machen und die Einnahmenseite auf eine breitere Basis mit mittelständischen Unternehmen zu stellen.

In Zusammenhang mit der umstrittenen Erweiterung des Gewerbegebietes Mühllach nannte Hacker die neuen Unternehmen Stapelberg, Arka Biotechnologie und Feinwerktechnik Brunner. Der Bürgermeister berichtete aber auch von der Reaktivierung der Gasanlagen der Firma Linde im Röthenbachtal mit einer Investition von 58 Millionen Euro und großen Investitionen der Firma Diehl mit Verlagerung von Tochterfirmen nach Röthenbach.

Trotz der Einnahmeausfälle habe die Stadt in den letzten Jahren viel vorangebracht, zog Hacker eine positive Bilanz. So entstünden derzeit allein am Steinberg rund 150 neue Wohnungen. Der Bürgermeister erinnerte an den Bezug der neuen Seniorenwohnanlage, an die Kindergartenpläne nebenan und im Speckschlag sowie an die weitgediehene Sanierung der Geschwister-Scholl-Mittelschule und an den Sanierungsbeginn an der Seespitzschule.

„Neue Mitte“ ist fertig

Besonders freute sich Hacker über die Fertigstellung der „Neuen Mitte“ zwischen Rückersdorfer Straße und Luitpoldplatz. Hier hat die Stadt das Erdgeschoss des Gebäudes erworben, eine Gaststätte ist eingezogen und in einem Veranstaltungssaal haben bis zu 140 Personen Platz.

Natürlich hatte Hacker zuvor nicht vergessen, die vielen Ehrengäste im Rathaussaal zu begrüßen. Unter ihnen Bürgermeister von Nachbargemeinden, Vertreter von Vereinen und Röthenbacher Unternehmen und Landrat und Bezirktagspräsident Armin Kroder. Und für alle hatte er am Ende seiner Rede noch eine besondere Mitteilung parat: Röthenbach wird sich mit der sanierten Conradty-Werksiedlung über die Stadt Nürnberg an der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas beteiligen. Hier erwartet sich Hacker einen Imagegewinn für die Stadt.

Ehrenmedaille für Werner

Die Ehrung verdienter Röthenbacher ist jedes Jahr wichtiger Teil des Stadtempfang. Neben der Auszeichnung vor allem für herausragende sportliche Leistungen stand ein Mann besonders im Mittelpunkt. Günter Werner wurde für sein Engagement „weit über das übliche Maß hinaus“ mit der Ehrenmedaille der Stadt geehrt. „Seit über 30 Jahren als Vorsitzender des Verschönerungsvereins verschönert er die Stadt mit Blumenschmuck und neue Bänken, mit der Ausgestaltung von Spielplätzen und öffentlicher Anlagen. Durch ihn als Partner der Stadt ist Röthenbach in seinem Stadtbild freundlicher, bunter und liebenswerter geworden“, lobte Hacker.

Ein Highlight, ein echter Leckerbissen, war in diesem Jahr der musikalische Rahmen des Stadtempfangs. Zwei professionelle Musicaldarsteller, André Sultan-Sade und Julia Kretschmer, sorgten mit ihren Liedern aus den Musicals „Tanz der Vampire“ oder „Grease“ und Songs von Elvis Presley für Begeisterung. Sultan-Sade ist Teil des neuen Gastronomie-Teams an der Stadthalle, das hier in den nächsten Jahren eigene Inszenierungen plant.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer