Pläne für Röthenbach

Bastian Streitberger ist Wirtschaftsförderer in Röthenbach. Foto: Privat2012/04/41409_Streitberger2_300dpi_New_1334244664.jpg

RÖTHENBACH — Wie sieht Röthenbach in zehn oder zwanzig Jahren aus? Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) soll – ähnlich wie in Lauf – eine Antwort auf diese Frage liefern. Dazu findet am Montag, 16. April, um 19 Uhr ein Workshop in der Karl-Diehl-Halle statt. Alle Bürger sind eingeladen, ihre Vorstellungen einzubringen. Vorab hat sich die Pegnitz-Zeitung mit Bastian Streitberger unterhalten. Der 31-Jährige ist im Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig und kümmert sich unter anderem auch um ISEK.

Herr Streitberger, wofür steht ISEK?

ISEK heißt integriertes Stadtentwicklungskonzept. Es geht dabei um vier Handlungsfelder, für die wir verschiedene Büros – also etwa Landschaftsarchitekten und Städteplaner – beauftragt haben: Städtebau, Verkehr, Freiräume in Röthenbach sowie Handel und Gewerbe. Aber die Bürger können auch weitere Themen einbringen, in der Auftaktveranstaltung soll es dazu einen offenen Dialog geben. Vorgesehen sind zum Beispiel Energie, Bildung und Demographie als zusätzliche Felder.

Also mit anderen Worten: Geklärt wird, wie Röthenbach in Zukunft aussehen soll.

Genau. Entstehen soll ein Leitbild oder eine Vision unter Berücksichtigung der Stärken und Schwächen unserer Stadt. Wichtig ist uns dabei, dass die Bürger in die Planung einbezogen werden.

Und die Politik setzt die Vorschläge aus der Bevölkerung dann auch um?

Natürlich werden die Ideen auf ihre Realisierbarkeit und möglichen Kosten abgeklopft. Das geschieht im Rahmen von Arbeitskreisen. Und die Lenkungsgruppe hört dann die Sprecher der Arbeitskreise.

Moment, nicht so schnell. Was genau ist eine Lenkungsgruppe?

Die Lenkungsgruppe ist eine Art Schaltstelle zwischen den beteiligten Stellen, zwischen Stadtrat, Verwaltung und der mittelfränkischen Regierung. Ihr gehören zum Beispiel die Mitglieder des Röthenbacher Sanierungsausschusses an und der Kämmerer, das Bauamt sowie der Bürgermeister und das Projektbüro, das für uns die ISEK-Koordination macht.

Solche Stadtentwicklungskonzepte gibt es jetzt überall, unter anderem auch in Lauf. Liegt das nicht einfach daran, dass man sie braucht, wenn man Geld aus dem Topf der Städtebauförderung haben will?

Stimmt, ISEK ist Vorschrift für die Städtebauförderung. Wir sind ja im Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ – und ISEK-Maßnahmen sind förderfähig. Für mich ist da natürlich vor allem der Bereich Gewerbe interessant. Es gibt unter anderem Zuschüsse zum Standortmarketing oder für Gutachten.

Und welche Rolle spielt die neue Mitte – also der Bereich um den künftigen Marktplatz – bei dem Konzept?

Die neue Mitte ist Teil von ISEK, muss aber nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Es geht allgemein um die Kernstadt und daneben etwa um die Stadteingänge. Ein zentrales Thema ist sicher der Verkehr: Wie kann man ihn besser gestalten? Wichtig ist auch der Bereich an der Pegnitz: Wie kann man den Fluss erlebbar machen? Integriert ist das Konzept deshalb, weil sich nicht nur alles darum drehen soll, was jeweils die Händler oder was Bürger wollen, sondern ein Konsens gefunden werden soll.

Wie ist sichergestellt, dass das Konzept auch realisiert wird?

Es wird eine Maßnahmenliste mit verschiedenen Prioritäten und vermutlich auch einer Budgetierung geben. Die Entwicklung der einzelnen Vorhaben wird für die Regierung dokumentiert.


N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel