Übervolle Container in Röthenbach

Müllberge sind bald Geschichte

Hunderte von Flaschen lagen im Gewerbegebiet am Speckschlag in Röthenbach in den vergangenen Tagen rund um die Container verteilt. PZ-Leserin Isabell Schuck hat das Chaos mit dem Handy festgehalten. | Foto: Schuck2018/09/glascontainer-uberfullt-roth-speckschlag-foto-schuck1.jpg

RÖTHENBACH — Hunderte von Flaschen stapeln sich seit Tagen rund um die übervollen Glascontainer im Gewerbegebiet am Speckschlag in Röthenbach. „Was ist da los?“, fragten sich einige Leser. Die PZ hat nachgehakt.

Das Landratsamt Nürnberger Land ist zwar nicht für die Glascontainer zuständig, trotzdem nimmt Horst Völkel vom Sachgebiet Abfallwirtschaft Hinweise aus der Bevölkerung gern entgegen. „Wir können hier zwar nur beratend weiterhelfen, weil das Landratsamt die Aufträge für die Entsorger der Container nicht vergibt“, erklärt er. „Aber wir geben die Hinweise gerne weiter.“

So hat Völkel es auch in diesem Fall getan. Und bekam zugesichert, dass sich die zuständige Firma umgehend darum kümmern werde.

Entsorgung läuft über das Duale System

Zuständig ist in diesem Fall die Firma Hofmann aus Büchenbach und deren beauftragte Subunternehmen. Sie haben den Zuschlag für die regelmäßige Leerung über das sogenannte Duale System bekommen. Dieses wurde 1990 bundesweit als zweites Entsorgungssystem (daher dual) neben den bereits bestehenden öffentlich-rechtlichen Entsorgungsabläufen durch die Kommunen etabliert. Es übernimmt die Entsorgung von Produkten mit dem Grünen Punkt und des Gelben Sacks.

Die Glascontainer werden im Auftrag des Dualen Systems in einem festen Rhythmus geleert. In der Stadt passiert dies, aufgrund des größeren Müllaufkommens, häufiger als auf dem Land. In Röthenbach ist dies alle zwei Wochen der Fall. Bei jeder Tour entscheiden die Fahrer der Müllwagen, ob häufiger oder seltener gefahren werden muss oder ob ein zusätzlicher Container nötig ist. Die Leerung beruht also auf Erfahrungswerten.

Das „Flaschenchaos“ in Röthenbach entstand wohl, weil einer der Weißglas-Container defekt ist. Im Inneren ist ein Seil gerissen, das für die Leerung nötig ist. Das erfuhr die PZ auf Nachfrage bei der Firma Hofmann. Die Seile würden häufig durch säurehaltige Restflüssigkeiten in den Gläsern und Flaschen angegriffen, erklärt ein Mitarbeiter des Unternehmens. Das defekte Seil werde aber so schnell wie möglich ausgetauscht. Die Leerung der Container am Speckschlag ist für den morgigen Mittwoch geplant. Dann werde man auch die herumstehenden Flaschen mit entsorgen, sagte er weiter.

Zu viel Glas auf einmal

Doch nicht nur defekte Container, auch andere Ursachen können dafür sorgen, dass die sogenannten „Glasiglus“ überquellen. Zum Beispiel wenn unvorhersehbar größere Mengen Glas auf einmal entsorgt werden, erklärt Völkel. Das kann nach einer exzessiven Feier ebenso vorkommen wie bei der Auflösung eines Nachlasses oder eines Gastronomiebetriebs. Horst Völkel bittet die Bürger, sich in solchen Fällen an das Landratsamt zu wenden, das die Informationen am besten weitergeben kann.

Wer einen Vorfall melden möchte, kann unter Telefon 09123/950-6385 Kontakt zur Abfallwirtschaft am Landratsamt aufnehmen.

N-Land Tina Braun
Tina Braun