Museumstag in Röthenbach und Lauf

Geschichte zum Anfassen

Einmal in einem Panzer mitfahren: Maximilian Necke aus Greding fand es „cool“, Julia Häfer aus Ulm „überraschend“. | Foto: Braun2016/05/wehrtechnikmuseum-roth-panzerfahren-live.jpg

RÖTHENBACH/LAUF — Museen sind langweilig, ruhig und theorielastig? Von wegen: Das Wehrtechnikmuseum in Röthenbach und das Laufer Industriemuseum haben am gestrigen Museumstag den Gegenbeweis angetreten.

Schon mal in einem Panzer mitgefahren? Nein? Dann sollten Sie sich das nächste Museumsfest im Röthenbacher Wehrtechnikmuseum rot im Kalender anstreichen. Dort gibt es die Möglichkeit, gegen eine Gebühr von zehn Euro eine Runde in einem ausrangierten Schützenpanzer BMP-1 zu drehen. Neben dem Fahrer können bis zu acht Personen aus den Luken des ehemaligen polnischen Kriegsgeräts spitzen und bei einer rasanten Fahrt durch einen unwegsamen Sandparcours davon überzeugen, dass sich das Gefährt wirklich von keiner Bodenwelle aufhalten lässt.

Auch wenn das 6,74 Meter lange, 2,94 Meter breite und 2,15 Meter hohe Ungetüm auf den ersten Blick recht martialische daherkommt, erinnert die Spritztour damit vielmehr an eine Achterbahnfahrt. Zwischen Birken hindurch geht es über Stock und Stein, um scharfe Kurven und durch tiefe Mulden. Die Ketten graben sich tief in den sandigen Boden, dass es nur so spritzt und staubt. Die Beifahrer werden dabei kräftig durchgeschüttelt und halten schon mal kurz den Atem an, wenn der Panzer fast senkrecht in tiefe Gräben hinunter stürzt – und ganz selbstverständlich auf der anderen Seite wieder herausklettert.

Wer es am Sonntag etwas ruhiger angehen wollte, konnte einen der ausgestellten Miniaturpanzer per Fernsteuerung durch einen Parcours lenken, die Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg besuchen oder einfach bei Speisen und Getränken einen entspannten Nachmittag verbringen – bis ihn ein Schuss aus der Haubitze (Kanone) aufschrecken ließ …

Bereits am Samstagabend zwischen 21 und 22 Uhr hatte ein Flakscheinwerfer (die PZ berichtete) den Himmel über Röthenbach und bis in den Nürnberger Osten erhellt. Rund 120 Schaulustige wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen.

Erkunden und reparieren

Etwas leiser, aber nicht weniger spannend ging es im Laufer Industriemuseum zu. Neben Mühlen- und Dampfmaschinenvorführungen konnten die Besucher dort das Repair-Café nutzen. Da wurden in der Textilwerkstatt lose Knöpfe wieder angenäht und Löcher gestopft, in der Fahrradwerkstatt Reifen geflickt und verbogene Speichen begradigt, und in der Elektrowerkstatt das ein oder andere defekte Gerät wieder zum Laufen gebracht.

Im Rahmen des Museumstags hatte das Industriemuseum außerdem ein kleines Rätsel für die Besucher parat: Sie durften auf die Suche nach einem Ausstellungsstück gehen, das so gar nicht in die eigentliche Sammlung passt. Dazu hatte man im Vorfeld mit dem Hersbrucker Hirtenmuseum ein Ausstellungsstück getauscht: Während es in Hersbruck einen Ventilkegel zu suchen galt, war in Lauf ein Schellenbogen eindeutig fehl am Platz.

Bei perfektem Sommerwetter nutzten die Besucher auch die Gelegenheit, sich im Schatten der Schirme im Museumsgarten eine Erfrischung zu gönnen: kühle Getränke oder die ein oder andere Kugel Eis aus dem Sortiment der Laufer Eis-Lounge, die im Eingangbereich des Museums Stellung bezogen hatte. Vor allem Kinder freuten sich außerdem über die Wasserspiele im Hof.

Ist diese Fritteuse noch zu retten? Besitzer Nexhmedin Ajeti (links) aus Lauf hofft es zumindest. Die Bastler Hans-Joachim Bartels, Frank Renner und Sven Winter gaben jedenfalls ihr Bestes, um den kaputten Heizmechanismus wieder zum Laufen zu bringen.
Ist diese Fritteuse noch zu retten? Besitzer Nexhmedin Ajeti (links) aus Lauf hofft es zumindest. Die Bastler Hans-Joachim Bartels, Frank Renner und Sven Winter gaben jedenfalls ihr Bestes, um den kaputten Heizmechanismus wieder zum Laufen zu bringen. | Foto: Braun2016/05/industriemuseum-lauf-repair-cafe2.jpg

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