Andi Wolf war nur eine Attraktion von vielen

„Bleibst du beim Club?“ wurde Andi Wolf immer wieder gefragt, während er Autogramme gab.2011/05/22017_New_1305475568.jpg

LAUF/RÖTHENBACH (bri/jz) — Eine Fahrt im Schützenpanzer? Ein frisch geschmiedeter Nagel zum Anfassen? Ein Blick ins Leben einer Arbeiterfamilie um 1900 oder gar ein Autogramm von Clubspieler Andi Wolf? Einiges zu erleben gab es beim gestrigen Internationalen Museumstag im Laufer Industrie-, im Röthenbacher Arbeiter- und im Wehrtechnikmuseum.

Eigentlich hatte Fußballspieler Andi Wolf, noch Kapitän des 1. FC Nürnberg, am Museumstag die Massen ins Laufer Industriemuseum locken sollen. Das ging nur bedingt auf – es kamen deutlich weniger Fans als erwartet. Das beudeutet aber nicht, dass der Museumstag selbst ein Reinfall war. Das zeigen die Worte eines Gastes: „Ich will ins Museum, kein Autogramm.“

Mit den Fußballfans, die kamen, musste Andi Wolf immer über dasselbe Thema sprechen: Seine in Frage stehende Vertragsverlängerung beim „Club“. Zu einer konkreten Außerung ließ er sich aber nicht hinreißen: „Das entscheidet sich in den nächsten Wochen“, sagte er immer wieder. Mit unterschriebenen Mützen, Schals, Trikots und Bällen im Gepäck vergnügten sich die Besucher in der 70er-Jahre-Ausstelung oder bei Schmiedevorführungen mit den Altstadtfreunden. Das angekündigte Sonderthema „Hüte machen Leute“ musste aufgrund einer Erkrankung der Hutmacherin entfallen.

Im Wehrtechnikmuseum Röthenbach waren die ferngesteuerten Modelle buchstäblich der „Renner“. Wer seine Fähigkeiten beim Steuern der Modell-Schützenpanzer aus der Serie BMP1 erproben wollten, musste schon mal Wartenzeiten in Kauf nehmen. Inzwischen lockte die große LGB-Gartenbahn auf das Freigelände. Besonders realistisch wurde es für diejenigen, die es wagten, im echten Schützenpanzer eine Runde zu drehen. Wegen der Enge im Inneren waren viele froh, wieder aussteigen zu können. Manch einer dachte an die Bundeswehrzeit zurück: „Damals waren wir halt noch jünger und dünner, da war es noch leichter, das Ein- und Aussteigen.“

Durch das Leben einer Arbeiterfamilie in Röthenbach anno 1900 führte Museumsmacherin Sandra Frauenknecht im Stadtmuseum Conradtyhaus, das sich nach seiner Eröffnung vergangenen Herbst zum ersten Mal am Internationalen Museumstag beteiligte.

Von der Dauerausstellung im rekonstruierten Wohnbereich und insbesondere von den Hörstationen in der Küche, der Stube und der Schlafkammer waren die Besucher besonders beeindruckt. Vater Fritz, der direkt vor einem zu stehen scheint, erzählt hier aus seinem Leben, von Stress in der Arbeit, von Krankheiten und von Schulproblemen seiner Kinder.

„Museen – unser Gedächtnis“: Das Motto des diesjährigen Internationalen Museumstages war in der Region perfekt umgesetzt.

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