Unfälle vermeiden

Rehe im Liebesrausch: Eine Gefahr für Auto- und Motorradfahrer

Ein Naturschauspiel ist im vollen Gange: Die Paarungszeit der Rehe. Mit ihr steigt die Gefahr von Wildunfällen. Rehe sind jetzt auch tagsüber unterwegs und queren plötzlich Straßen. | Foto: OFC Pictures/ stock. adobe.com2022/08/AdobeStock_229233795-scaled.jpeg

NÜRNBERGER LAND – In den vergangenen Wochen ist es im Nürnberger Land mehrmals zu Unfällen auf Landstraßen, bei denen Motorradfahrer teils schwer verletzt wurden. Der Grund: Kreuzende Rehe. Weil sich die Tiere aktuell in der Paarungszeit befinden, sollten Verkehrsteilnehmer auch tagsüber wachsam sein.

Von Ende Juli bis Mitte August herrscht reges Treiben auf Feldflur und Wiese: Rehböcke sind in der Paarungszeit und gehen auf Brautschau. Auto- und Motorradfahrer müssen jetzt auch tagsüber umsichtig fahren. Das Rehwild ist jetzt besonders aktiv und überquert häufig unverhofft die Fahrbahn – auch tagsüber. Aufgrund der erhöhten Unfallgefahr mahnt der Deutsche Jagdverband (DJV) zur Vorsicht und rät Verkehrsteilnehmern zu besonders vorausschauender Fahrweise.

Hat der Bock seine Verehrerin gefunden, folgt eine stundenlange Verfolgungsjagd, die sich über mehrere Kilometer erstrecken kann. „Blind vor Liebe rennen die Rehe häufig unachtsam über die Fahrbahn. Sie gefährden sich und sämtliche Autofahrer“, warnt DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald. Verkehrsteilnehmer sollten laut DJV an der Wald-Feld-Kante besonders langsam fahren und sich auf plötzlich auftauchendes Rehwild einstellen: Nach der Ricke kann der Bock oder das Kitz folgen.

Kürzerer Bremsweg

Wer auf Landstraßen mit Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg um 35 Meter und erhöht die Chance, einen Aufprall zu vermeiden. Allein im vergangenen Jagdjahr sind 191.590 Rehe bei Wildunfällen ums Leben gekommen. Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, gilt: Lenkrad festhalten und mit voller Kraft bremsen. Unkontrolliertes Ausweichen kann den Gegenverkehr gefährden.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Vor allem Motorradfahrer sollten während der Fahrt auf der Hut sein, denn ein Wildunfall mit einem Motorrad stellt ein erhebliches Risiko dar. Laut einer Statistik der Kfz-Versicherer aus dem Jahr 2018 rangierten die Wildunfälle an zweiter Stelle nach den Glasbruchschäden.

Was für Motorradfahrer gilt

Auch für Motorradfahrer gilt daher, den Wald- und Wegesrand im Blick zu behalten und mit einem, oder mehreren kreuzenden Rehen zu rechnen. Außerdem gilt auch hier: Je langsamer der Fahrer unterwegs ist, desto kürzer ist der Bremsweg. Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, rät der Automobil-Club Verkehr, auf keinen Fall auszuweichen. Ausweichmanöver gefährden den Fahrer und den Gegenverkehr und können schwere Unfälle verursachen.

Wildunfälle oder Tierfunde an der Straße lassen sich ganz einfach über die Tierfund-Kataster-App erfassen. Aus diesen Daten ermitteln Wissenschaftler Wildunfall-Schwerpunkte, die anschließend entschärft werden sollen. Erste Auswertungen von über 40.000 Datensätzen zeigen: Feldhase, Dachs oder Fuchs sind Opfer jedes fünften gemeldeten Wildunfalls.

Weitere Informationen zum Tierfund-Kataster gibt es hier.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren