Auszeichnung für Ezelsdorfer Inklusionsprojekt

„Positiv ins Wespennest gestochen“

Alexander Gallitz (Mitte) mit der Olympiateilnehmerin Alexandra Wenk (links) und seiner Tochter Sophie Reither (rechts), ebenfalls als Schwimmlehrerin in der Stiftung aktiv, und Kindern der Lebenshilfe, denen sicheres Verhalten im Wasser beigebracht wird. | Foto: privat2020/06/Ezelsdorf-KinderLebenshilfe1.jpg

EZELSDORF – Die Stiftung Deutschland Schwimmt, die behinderten Menschen nicht nur sicheres Verhalten im Wasser beibringt, sondern sie auch zu Assistenzschwimmlehrern ausbildet, erhält zwei weitere Auszeichnungen.

Die Stiftung „Deutschland Schwimmt“ des Präsidenten des Deutschen Schwimmlehrerverbands, Alexander Gallitz aus Ezelsdorf, hat weiterhin Erfolge zu verzeichnen. Neben Spenden und Auszeichnungen wie dem Inklusionspreis des Bezirks Mittelfranken, den man 2018 erhielt, darf sich die Vereinigung nun auch über den Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt 2020 freuen. Wichtig für die Organisatoren mit Gallitz an der Spitze: Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert, die für das wichtige Projekt „Schwimmen lernen für alle“ gut verwendet werden können.

Die Bayerische Sozialministerin Carola Trautner hat elf Preisträger ausgewählt, die ihr unter dem Motto „Ehrenamt ist nachhaltig! – Ehrenamt gestaltet unsere Zukunft!“ preiswürdig erschienen für die Auszeichnung, die zum dritten Mal Personen, Initiativen und Organisationen mit neuen Ideen rund ums Ehrenamt würdigt. Zwei Bereiche gibt es dabei, die Kategorie „Innovative Projekte“, die mit 10 000 Euro dotiert ist und die Kategorie „Neue Ideen“, für die 3000 Euro zur Unterstützung vorgesehen sind.

Die ausgebildeten Schwimmlehrkräfte sorgen dafür, dass auch der Spaß beim Schwimmenlernen nicht zu kurz kommt. | Foto: privat2020/06/Ezelsdorf-Lebenshilfe-Kinder-Schwimmen.jpg

Beim Inklusionsprojekt von Alexander Gallitz soll Menschen mit geistiger Behinderung nicht nur das sichere Schwimmen beigebracht werden, sie sollen auch selber zu Schwimmlehrern ausgebildet werden. Kein Geringerer als Ministerpräsident Markus Söder fungiert als Schirmherr für das Projekt. Nach einer entsprechend zertifizierten Ausbildung können Menschen mit Behinderung als Assistenzschwimmlehrer tätig sein und auch über einen kleinen Obolus, den sie für ihre Arbeit erhalten, verfügen. Ganz wichtig ist Gallitz, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung – sowohl was behinderte Menschen als Schwimmschüler als auch als Schwimmlehrerassistenten angeht – steigt. Es sei wünschenswert, dass die Wahrnehmung von gehandicapten Personen eine ganz selbstverständliche wird, auch in den Schwimmbädern.

„Eine große Bereicherung“

Die Stiftung Deutschland Schwimmt setzt sich in vielfältiger Weise für den Schwimmsport von Menschen mit Behinderung ein. „Sport im Allgemeinen und Schwimmen im Besonderen ist gerade auch für Menschen mit Behinderung eine große Bereicherung. Und wenn sie sich zusätzlich ehrenamtlich engagieren können, ist das gelebte Inklusion im besten Sinne“, urteilt Ministerin Trautner. Ursprünglich war vorgesehen, den Preis in einem großen Festakt zu übergeben, was nun aber angesichts der Corona-Beschränkungen nicht möglich ist. Trautner bedauert dies und lobt die über 300 Bewerber, die sich für die Auszeichnung beworben hatten: „Ich freue mich über die zahlreichen Bewerbungen für den Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt 2020 und danke allen Ehrenamtlichen in Bayern für ihren großartigen Einsatz für unsere Mitmenschen.“

Und eine weitere Würdigung wird der Stiftung zuteil, die ebenfalls mit einer finanziellen Anerkennung verbunden ist: Sie wurde ausgewählt für den Förderpenny Wettbewerb der Penny Markt GmbH. Drei Preisträger werden in der Region von der Rewe Group ausgewählt, der Penny angehört, die eine Spende von 2000 Euro erhalten.
Gleichzeitig hat sich durch diese Auswahl Deutschland Schwimmt für die Teilnahme am Online-Voting qualifiziert, dessen Gewinner ab November für ein Jahr die Aufrundungsspenden der Märkte in der Nachbarschafts-Region erhalten. Das Voting startet im August, nähere Informationen über die Modalitäten werden noch bekannt gegeben. Über die Anerkennung von den verschiedenen Seiten freut sich Alexander Gallitz sehr.
Eine veritable Eigendynamik habe das Projekt entwickelt, findet er und meint: „Wir haben dabei positiv in ein Wespennest gestochen.“

Wie berichtet hat Gallitz Anfang 2017 die Stiftung ins Leben gerufen, die sich zum Ziel setzt, möglichst viele motivierte Personen für die Arbeit im Wasser mit Menschen mit Behinderung, explizit für deren Schwimmausbildung, zu gewinnen und so zu sensibilisieren. Für das Jahr 2019 hatte der ehemalige Bundesligaschwimmer eine 40-stündige Ausbildung für Schwimmpädagogen in Kooperation mit dem Deutschen Schwimmlehrerverband durchgeführt.

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