Geburtstagsfeier

Von der Armut in Albanien zu 30 Jahren Nehemiah Gateway

Albana Demiraj, eine Absolventin der Nehemia Gateway Hochschule, und Professor Ulli Arnold berichten von Projekten, links Moderatorin Anke Neuzerling. | Foto: M. Münster2021/11/redwebP1110806.1.jpg

HUBMERSBERG – 30 Jahre Nehemiah Gateway: Zur Geburtstagsfeier ins Hotel Lindenhof in Hubmersberg kamen internationale Besucher. Auch aus der heimischen Politik und Wirtschaft begrüßte Hotelmanager Achim Stötzner etliche Gäste, darunter Landrat Armin Kroder, Pommelsbrunns Bürgermeister Jörg Fritsch, den Chef der Hersbrucker Polizei, Bernhard Distler, MdB Ralph Edelhäußer sowie den Geschäftsführer des BRK Kreisverbands Nürnberger Land, Markus Deyhle.

Anke Neuzerling, Vorsitzende im Beirat von Nehemia Gateway und Journalistin, führte durch den Abend, an dem die Besucher einen umfassenden Eindruck von der Arbeit der Organisation und der Leistung von Arnold Geiger erhielten. Er war es, der 1991 von der Armut in Albanien hörte und alle Hebel in Bewegung setzte, um den Menschen dort zu helfen. Dabei band er seine Ehefrau und die drei Kinder in die Hilfsaktion mit ein. Sie übersiedelten sogar nach Albanien.

Als sich das Land öffnete, organisierte Geiger zunächst einen Hilfskonvoi. 250 000 „Bananenkisten“ voller Hilfsgüter und Lebensmittel schaffte er auf risikoreichen Straßen und Wegen nach Albanien. Um vor Ort die Verteilung an die Bedürftigen zu gewährleisten, nutzte Geiger Esel als Transportmittel. Anfänglich war es wichtig, den Menschen bei der Bewältigung des Alltags zu helfen. Sie litten unter Hunger, Obdachlosigkeit und Armut. Mit der Zeit entwickelte sich das Hilfsprojekt weiter. Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe waren die Ziele. Und so wurde in Albanien die Stiftung Nehemia ins Leben gerufen. Um diese Arbeit auch international zu etablieren, wurde 2010 die Nehemiah Gateway gGmbH mit Sitz in Nürnberg gegründet. Inzwischen erstreckt sich deren Tätigkeit auf drei Kontinente.

Wichtig sei Nehemia Gateway dabei auch die Vermittlung von Werten und ethischen Normen sowie die Bildung und Förderung junger Menschen. Kindergärten und Schulen wurden gebaut. Seit 2008 können internationale Studentinnen und Studenten an der Nehemia Gateway Hochschule studieren. Über die Anerkennung der Abschlüsse in Deutschland, Albanien und den USA freut sich die Organisation besonders. Auch ein duales Studium gibt es. Dergestalt mit theoretischem und praktischem Wissen ausgestattet, können die Absolventen in ihren Heimatländern wieder Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Dankbare Studenten

An diesem Abend wurden Grußbotschaften von Studenten und Absolventen eingeblendet. Ihr gemeinsamer Slogan: „Thank You, You changed My Life!“ (deutsch: „Danke, Sie haben mein Leben verändert!“). Zudem waren einige anwesend, die an der Hochschule ihr Studium absolviert hatten. Sie sprachen von vielfältigen kulturellen Erfahrungen und erzählten von ihrem Werdegang. Manche sind weiter für Nehemia Gateway tätig, andere sammeln Erfahrungen in der freien Wirtschaft. Darüber hinaus gibt es viele ehrenamtliche Helfer und Unterstützer. Ärzte behandeln vor Ort, Akademiker, Führungskräfte und Fachleute bringen ihr Wissen ein.

1997 kam es in Albanien zu Unruhen, Zerstörung und Plünderungen. Auch davon ließ sich Geiger nicht abhalten. 1998 baute er die Hilfsprojekte wieder auf und gründete die Nehemia Schule. Auch bei der Versorgung von Kosovo-Flüchtlingen half die Organisation. 2002 erfolgte die Grundsteinlegung für einen Campus mit Schule und Sozialprojekten. Das jüngste „Kind“ in der Nehemia Gateway-Familie ist das Hotel Lindenhof in Hubmersberg, das seit zirka drei Jahren dazu gehört. Die Belegschaft des Hotels kommt aus vielen Ländern. Das Hotel selbst verfügt über Themen-Zimmer, die an die verschiedenen Länderprojekte der Organisation erinnern.

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