Gründung eines Heimatvereins

Letzte Vorbereitungen zur Kirchweih in Guntersrieth

Erst vor wenigen Wochen entstand der Heimatverein Guntersrieth – hier die Gründungsversammlung –, der sich nun unter anderem um die Kirwa im Juli kümmert. | Foto: privat2021/06/IMG-20210616-WA0000.jpg

GUNTERSRIETH – Sein Plan stand bereits im Januar fest. Jetzt musste Benjamin Reitinger nur ein paar Anpassungen vornehmen und dann wird sein Traum einer familiären Kirwa in Guntersrieth wahr.

Der Musiker im Nebenberuf hatte sich schon vor Längerem in den Kopf gesetzt, eine „Kirchweih wie früher“ mit volkstümlicher, handgemachter Musik auf die Beine zu stellen. Er nutzte seine Kontakte in die Bandszene und machte sich mit Feuereifer sowie Unterstützung aus dem Ort ans Planen – trotz Corona-Pandemie.

Dank der Lockerungen steht nun sicher fest: Von 23. bis 25. Juli wird in Guntersrieth eine Zeltkirwa stattfinden. Der Samstag mit der „Freddy Pfister Band“ ist bereits ausverkauft, freut sich Reitinger. „Da kommen sogar Fans extra aus Südtirol, Hessen, Köln und Rosenheim.“ Das weiß er so genau, weil er sämtliche Kontaktdaten erfassen muss. „Ich habe eine Excelliste angelegt und kann so personalisierte Eintrittskarten erstellen.“

Obolus fürs Virus

Das wird er nun auch für die anderen beiden Tage tun müssen. Ursprünglich wollte Reitinger für seinen Auftaktabend und den Frühschoppen am Sonntag freien Eintritt gewähren, doch das geht nun aus mehreren Gründen nicht. „Wir brauchen ja die Daten der Gäste und gewisse Vorkehrungen kosten Geld“, erklärt der Alleinunterhalter.

So wird das gesamte Kirwa-Gelände mit Bauzäunen umstellt, „damit nicht nachts um zehn irgendwelche Grüppchen sich reinschleichen“. Außerdem muss Security den Zugang kontrollieren. Daher wird der Eintritt, der über Reitinger zu erwerben ist, am Freitag zehn Euro, am Sonntag fünf Euro kosten.

Klein, aber fein

Und noch etwas möchte Reitinger damit sicherstellen: „Ich will keine 1000 Leute hier haben, die ins Zelt reinwollen.“ Das fasst nämlich nur 200 Personen und: „Das reicht, mehr will ich nicht machen.“ Auch wenn ihm eines bewusst ist: „Die Leute haben Bock aufs Feiern.“ Und Guntersrieth wird wohl so ziemlich die einzige Kirwa mit Zelt in der Gegend bleiben. „Viele setzen eher auf Biergarten-Flair“, weiß Reitinger.

Auch das wird in dem kleinen Örtchen nicht fehlen. Einen eigenen Gottesdienst wird es zum Beispiel nicht geben. „Wir machen sozusagen eine Kombination mit Arzlohe.“ Außerdem wird das Zelt zu zwei Seiten hin offen sein. „So zählt das dann als Außenbereich und damit haben wir mehr Möglichkeiten.“ Das habe ihm das Landratsamt so schon schriftlich bestätigt. Und auch die Gemeinde stehe hinter der Veranstaltung, verrät Reitinger.

Miteinander im Fokus

Anfangs wollte er das Projekt ja alleine stemmen – also mit Hilfe der Feuerwehr, erzählt der vor ein paar Jahren Zugezogene. „Und ich hätte mir das auch zugetraut.“ Doch im Laufe der Vorbereitungen und beim Blick über den Tellerrand zu Nachbargemeinden wurde klar, so ein Verein könne nicht schaden – gerade für die Zukunft. „Wir möchten ja irgendwann wieder einen Baum aufstellen und Austanzen.“

Doch nicht nur das: Die aktuell 21 Mitglieder – „Tendenz steigend“, so Reitinger – möchten auch das Kulturelle im Dorf stärken, „Junge, Neubürger und Alteingesessene zusammenbringen“, bringt er das Anliegen auf den Punkt. Daher handelt es sich bei der Gründung, bei der 17 Leute dabei waren, um einen Heimatverein.

Reitinger als Vorsitzender hat damit nicht nur die Kirwa im Fokus, sondern auch andere Feste, Wanderungen und Ausflüge. Überlegungen dafür fehlen noch – ebenso das Hygienekonzept für die drei Tage im Juli und die Gäste, um dann „Tradition und menschliches Miteinander“ zu feiern.

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