Schnaittacher Freibad öffnet

Planschen ohne Zwangspausen

Noch ist das Schnaittacher Freibad leer, doch das hellblaue Wasser sieht bereits sehr einladend aus. Am Sonntag um neun Uhr beginnt die Badesaison im Markt. | Foto: Kirchmayer2019/05/Freibad-Schnaittach-leer.jpg

Schnaittach. Die Badesaison ist gesichert: Wenn am Sonntag das Schnaittacher Freibad eröffnet wird, sorgen nicht mehr Angestellte des Marktes dafür, dass technisch alles klappt und die Badegäste sicher sind. Das übernimmt ab jetzt der Dienstleister „Bädercoach“. Die Firma aus Baden-Württemberg half bereits vergangenes Jahr aus, als es personelle Engpässe gab. Bereits Ende 2018 entschloss sich der Marktgemeinderat, künftig fest auf den Dienstleister zuzugreifen.

Bürgermeister Frank Pitterlein erklärt die Vorzüge. Bisher seien vier beim Markt angestellte Mitarbeiter dafür verantwortlich gewesen, dass in puncto Sicherheit und Technik alles reibungslos klappt. Doch unter anderem wegen Krankheitsfällen musste das Freibad in den letzten Jahren trotz besten Wetters auch mal tagelang geschlossen bleiben.

Das soll künftig nicht mehr passieren. Der Bädercoach hat laut Pitterlein rund 60 Mitarbeiter, „krankheitsbedingte Schließungen wird es nicht mehr geben“, versichert der Bürgermeister. „Mit dem jetzigen Personalpool wäre auch ein früheres Öffnen an heißen Tagen mal möglich“, erklärt er zudem. Künftig stehen täglich ein Mitarbeiter des Dienstleisters für die Technik und ein bis zwei qualifizierte Aufsichten zur Verfügung.


Die Kosten für den Markt steigen


Ganz günstig ist der Schritt allerdings nicht. Die Personalkosten für die Freibadmitarbeiter lagen bisher bei rund 150 000 Euro. Weil Neuanstellungen nötig geworden wären, kalkuliert Pitterlein mit 225 000 Euro. Demgegenüber stehen künftige Kosten von etwa 276 000 Euro, die der Markt künftig jährlich dem Dienstleister überweist. „Uns schmerzen die Mehrkosten, aber wir stehen zu 100 Prozent hinter dieser Einrichtung“, so Pitterlein. Die Entscheidung zugunsten des Dienstleisters fiel mit 14 zu einer Stimme in nichtöffentlicher Sitzung. Die verbliebenen beiden Mitarbeiter des Freibads, darunter Betriebsleiter Ismail Tarakci, mit dem der Bürgermeister sehr zufrieden war, haben neue Arbeitsstellen gefunden.

Für die Badegäste soll sich nichts ändern. Die Eintrittspreise bleiben wie gehabt, das Bad hat von neun bis 20 Uhr geöffnet. Das Kassenpersonal bleibt gleich. Pitterlein betont, die drei Stellen würden „aus sozialen Gründen nicht ausgesourct“, der Markt wolle keine elek­tronische Kasse.

Auch die Mitarbeiter der Schnaittacher Wasserwacht bleiben an Bord. Bereits bisher unterstützten sie an den Wochenenden das Freibadpersonal, die Hilfe soll laut Pitterlein sogar noch intensiviert werden, auch an der Freibadkasse könnte die Wasserwacht notfalls mithelfen.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer