Vater und Sohn sterben bei Absturz

Von dem Hubschrauber des Typs Robinson R 44 blieb nicht viel übrig. Wrackteile lagen weit verstreut. Die Maschine war am Sonntagmittag in ein Waldstück im Neckar-Odenwald-Kreis gestürzt. Ersthelfer, die an der Absturzstelle eintrafen, setzen Feuerlöscher gegen den dabei entstandenen Brand ein. | Foto: News5/Merzbach2021/10/absturz_hubschrauber-crop.jpg

BUCHEN/LAUF – Die drei Männer, die am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz im Neckar-Odenwald-Kreis (Baden-Württemberg) tödlich verunglückt sind, stammen aus der Region. Es handelt sich nach Informationen der Pegnitz-Zeitung um den 61-jährigen Geschäftsführer eines Laufer Unternehmens, seinen 18-jährigen Sohn sowie einen 34 Jahre alten Bekannten.

Das Polizeipräsidium Heilbronn machte gestern keine näheren Angaben zur Identität der Toten. Es bestätigte aber, dass die Männer aus dem Nürnberger Land, aus Erlangen-Höchstadt sowie aus Nürnberg stammen. Ihre Obduktion stehe noch aus.

Der Hubschrauber war am Sonntag in Herzogenaurach gestartet. Die einmotorige Maschine des Typs Robinson R 44 gehörte dem 61-Jährigen. Ob der Unternehmer sie am Unglückstag selbst geflogen hat, blieb unklar. Laut Polizeisprecher Carsten Diemer stünden die Ermittlungen noch am Anfang. Wohin die drei Männer unterwegs waren, konnte er ebenfalls nicht sagen.

Diemer, der am Sonntag selbst vor Ort war, verweist darauf, dass die Absturzstelle „ein einziges Trümmerfeld“ sei. Auch deshalb gestalte sich die Arbeit der Polizei schwierig. Laut einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung lagen Wrackteile auf einer Strecke von mehr als 150 Metern im Wald verstreut. Manche hingen beim Eintreffen der Einsatzkräfte noch in Bäumen.

Ersthelfer mit Feuerlöschern

Kurz vor 13 Uhr am Sonntag waren mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen, die den Absturz des Hubschraubers nahe der 18  000-Einwohner-Stadt Buchen meldeten. Offenbar geriet das Wrack anschließend in Brand. Ersthelfer kämpften mit mehreren Feuerlöschern gegen Flammen, ehe Feuerwehr und Rettungsdienst eintrafen. Für die Insassen des Helikopters kam dennoch jede Hilfe zu spät.

Die Polizei sperrte die Absturzstelle weiträumig ab, auch am Montag war sie noch nicht zugänglich. Neben der Kripo und der Staatsanwaltschaft aus Mosbach kamen Experten der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) vor Ort.

Untersuchung kann dauern

Mit Ergebnissen ist in nächster Zeit allerdings nicht zu rechnen; die BFU veröffentlicht ihre Abschlussberichte zu Flugunfällen in der Regel erst Monate später. Diese sollen allein dazu dienen, künftige Unglücksfälle zu verhindern. Die juristische Aufarbeitung ist nicht Aufgabe der BFU.

Zwischenfälle mit Hubschraubern sind in Deutschland selten. Für 2020 weist die BFU nur vier Unfälle in der zivilen Luftfahrt aus, davon keiner mit Schwerverletzten oder Toten. Das aktuelle Geschehen weckt Erinnerungen an einen Hubschrauberabsturz 2012 im oberbayerischen Teisendorf (Landkreis Berchtesgaden). Dabei kamen drei junge Laufer und eine Hersbruckerin ums Leben. Bei regnerischem Wetter und schlechter Sicht hatte ihr Hubschrauber – ebenfalls eine Maschine des Typs Robinson R 44 – mehrere Bäume gestreift.

Stefanie Buchner-Freiberger/Andreas Sichelstiel

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren