Mitglied in einem erlauchten Kreis

Stolz präsentiert Fritz Körber seine Urkunde. Links von ihm sein langjähriger politischer Weggefährte Carl Beyler, rechts der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Beyer mit der seltenen Medaille. Foto: Manderscheid2012/03/39634_koerberbeylermedaille_New_1331545264.jpg

OFFENHAUSEN — Maximal hundert lebende Personen tragen sie: Dem früheren Schwaiger Bürgermeister Fritz Körber ist die Georg-von-Vollmar-Medaille der bayerischen SPD verliehen worden.

Die Zeremonie war der Höhepunkt des Parteitags des SPD-Unterbezirks am Wochenende in Offenhausen, bei dem die bisherige Vorsitzende Martina Baumann mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt wurde (siehe Bericht unten). Die Laudatio auf Körber hielt der Landtagsabgeordnete Thomas Beyer. Er überreichte auch die Medaille, die nach dem ersten Vorsitzenden der bayerischen Sozialdemokraten benannt ist.

Körber, sichtlich gerührt, betonte in seiner Dankadresse, dass dies für ihn ein „bewegender Moment“ sei. Er sei „total überrascht“ von der Ehrung. In seiner Laufbahn habe ihn immer die Erkenntnis motiviert, dass jedes Gesetz auch die Möglichkeit zu menschlichem Handeln gebe. Der Behringersdorfer ließ sein 73 Jahre währendes Leben noch einmal Revue passieren. Am Ende stand die Botschaft: „Ich bin einfach glücklich, Mitglied dieser Partei zu sein.“

Körber wurde am 1. September 1939 geboren, dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Nach einer Ausbildung in der freien Wirtschaft wechselte er als Verwaltungsangestellter zum Sozial­amt der Stadt Nürnberg, war langjähriger Gemeinderat der Gemeinden Behringersdorf und Schwaig und ab dem Jahr 2000 bis 2006 Bürgermeister der Gemeinde Schwaig.

Geboren bei Kriegsbeginn

Im Bezirkstag stellte Körber seine Kräfte in vielen Positionen in den Dienst seiner Partei: Als Bezirksrat von 1982 bis heute, als Fraktionsvorsitzender, Bezirkstags-Vizepräsident und weiterer Vertreter des Bezirkstagspräsidenten. Er war Mitglied verschiedener Ausschüsse, Beauftragter für Partnerschaft und Völkerverständigung, arbeitete im Verband der bayerischen Bezirke als Schatzmeister und Stellvertreter des Verbandspräsidenten, ferner übernahm er mehrere Posten in der Arbeiterwohlfahrt Behringersdorf-Schwaig.

„Immer an vorderster Front, warst du unser Mann“, so Beyer, „du hast im wahrsten Sinn des Wortes die Ziele der Sozialdemokratie verwirklicht und maßgeblich zum Aufbau der Bayern-SPD beigetragen“.

Weithin bekannt sei Körber seit 20 Jahren vor allem durch sein humanitäres Engagement, denn mit der „Hilfe für Charkiw“ stelle er die personifizierte Hoffnung der Menschen in der Ukraine dar. Beyer schilderte die einzelnen Maßnahmen – von Hilfskonvois über die Unterstützung von Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern und Armenküchen bis hin zur Hilfe für TBC- und Aidskranke. Die Genossen im Saal sammelten spontan für Körbers Arbeit.

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