Großes Fest am Wochenende

Kucha feiert 200 Jahre „Friedenseiche“

Diese stattliche „Friedenseiche“ steht oberhalb von Kucha. Am Wochenende feiern die Bürger des kleinen Ortes ihren 200. „Geburtstag“. | Foto: G. Müller2016/08/7356405.jpeg

KUCHA – Seit 200 Jahren breitet eine markante Eiche ihre Äste über den Weg von Kucha nach Breitenbrunn: Für die Bürger in dem kleinen Ort am südlichen Ende des Hammerbachtals Grund genug, am kommenden Wochenende den „runden Geburtstag“ der Friedenseiche zu feiern.

Schon seit den 70er Jahren haben die Kuchaner Bürger ihre zwei dem Frieden gewidmeten markanten Laubbäume mit einer auf Holztäfelchen angebrachten Jahreszahl versehen, die an die jeweilige Pflanzung erinnert. So ziert die Straße von Kucha nach Oberndorf eine stattliche Linde die auf das Jahr 1871 datiert ist. Oberhalb von Kucha entlang des Weges nach Breitenbrunn thront eine markante Eiche mit einer Holztafel, die die Inschrift „Friedenseiche 1816“ trägt.

Auch wenn die ehemalige Gemeinde Kucha Baum und Grundstück in den 70er Jahren veräußert hat, fand sich doch ein privater Käufer, der den Platz um die Eiche liebevoll pflegen lässt und der nun auch die Anfrage zu einer Geburtstagsfeier sehr entgegenkommend aufgenommen hatte.

Zwar konnte die große Eiche die zwei Weltkriege nicht verhindern, aber um so mehr erinnert sie in der heutigen Zeit an die Bedeutung von Frieden. In diesem Bewusstsein ist die Idee zu der Geburtstagsfeier entstanden. Die Initiatoren und Festhelfer möchten an den Geist der Stifter erinnern, die nach erlebtem Leid und Schmerz aus Dankbarkeit nach den Napoleonischen Kriegen den symbolträchtigen Baum an einem leicht erhabenen Standort oberhalb von Kucha pflanzten. Es wäre heute eine Eiche wie viele andere, würde nicht die Tafel „Friedenseiche 1816“ den Wanderer oder an der nahestehenden Bank Rastsuchenden sofort auf den Ursprung hinweisen und zum Nachdenken anregen.

Bildvortrag von Giersch
Zwei Tage soll nun ein Friedenseichenfest gefeiert werden – beginnend am Samstag, 27. August, ab 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Der ortsansässige Historiker Robert Giersch, der auch für die Gemeindechronik von Offenhausen verantwortlich zeichnet, gibt um 17 Uhr in einem halbstündigen Bildvortrag fundierte und lebhafte Einblicke in die Zeit um 1816, als die Dörfer des Gemeindegebiets von Offenhausen durch verschiedene fremde Truppen heimgesucht wurden, ehe dann mit Napoleons Niederlage und dem nachfolgenden Wiener Kongress Europa befriedet wurde.

Das Offenhausener Pfarrehepaar Ann-Sophie und Martin
Hoepfner hält im Anschluss eine Friedensandacht, ehe dann ab 18 Uhr der Schwerpunkt auf die leiblichen Genüsse gelegt wird und die Gäste im Sitzen, Stehen oder Liegen (hier sollte die eigene Picknickdecke nicht vergessen werden) bis spät in die Nacht feiern wollen. Für den besonderen „Kick“ sorgt die Cocktailbar mit Kreationen wie dem „Kucha Libre“ oder auch einem „Peacemaker“. Die Speisekarte lockt mit einem mottogetreuen „Friedens-Burger“. Das Grußwort kommt vom politischen „Burger“.

Am Sonntag Vormittag klingt die Geburtstagsfeier mit einem Weißwurstfrühschoppen ab 10.30 Uhr aus. Auf einen friedlichen, besinnlichen Geburtstag, bei dem das gemeinsame Feiern bestimmt nicht zu kurz kommt, freut sich der Bürgerblock Offenhausen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren