Kirchliches Video

Internethit aus Offenhausen

In nicht immer ernst gemeinten Szenen zeigen Ann-Sophie und Martin Höpfner die zahlreichen Seiten des Pfarrberufs. | Foto: Screenshot/Gundel2020/11/H-pfner2.jpg

OFFENHAUSEN – Eine Pfarrerin mit grüner Perücke und ein Pfarrer mit Wasserpistole: Ann-Sophie und Martin Höpfner aus Offenhausen sind in der Coronakrise auf den Videogeschmack gekommen und beweisen mit einem neuen selbstgedrehten Film besonders viel Humor. Das scheint anzukommen: Fast 3000 Menschen haben das Video mit dem Titel „Das muss ein Pfarrer können“ binnen 48 Stunden auf Youtube bereits gesehen.

Mit ihren Sofagottesdiensten hat das Pfarrerehepaar bereits Video- und Youtube-Können bewiesen. Ihr neuester „Coup“ ist ein Film über die Freuden und Leiden im Berufsalltag eines Geistlichen. Darin singen Martin und Ann-Sophie gut gelaunt darüber, wie man sich bei Hausbesuchen besonders viel Kuchen schmecken lässt, auch mit schwierigen Leuten klar kommen muss, in Corona-Zeiten bei Taufen mit Hilfe einer Wasserpistole den nötigen Abstand garantiert oder schlafende Konfirmanden mit einer Trompete weckt.

Die Idee zu dem lustigen Streifen, der seit vergangenem Samstag schon fast 3000 Menschen erreicht hat, kam dem Ehepaar beim Singen von „Ritter Rost“ mit ihren Kindern. „Aus Spaß habe ich anstatt ‚Das muss ein Ritter können‘ einfach mal ‚Das muss ein Pfarrer können‘ gesungen und mir sind gleich ein paar Strophen eingefallen“, erzählt Martin Höpfner. Nach und nach seien immer mehr Textideen dazugekommen, so dass sich die beiden irgendwann einig waren: „Da machen wir was draus.“

Dreh über Wochen

Über mehrere Wochen drehte das Paar mit Hilfe einiger Gemeindemitglieder, die mit Outfits und Requisiten aushalfen oder gleich als Nebendarsteller eingebunden wurden, eine Szene nach der anderen. Mit einer großen Portion Humor blicken sie so auf ihren Beruf, der oft der einer „eierlegenden Wollmilchsau“ zu gleichen scheint. Aber Höpfner weiß: „Ein Pfarrer muss nicht alles können.“

Sorge, dass der eine oder andere Dorfbewohner manche Szenen missversteht, haben sie kaum: „Man kann nicht verhindern, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlt. Am Ende muss man aber alles mit einem Augenzwinkern sehen“, sagt der Geistliche. Für manche Szenen hätten die beiden auch bewusst die kleine Martin-Luther-Handpuppe genommen, weil die „beim Krise kriegen einfach so süß ausschaut“. Und ein bisschen „Quatsch“ zwischendurch tue gerade jetzt gut.

Nachwuchs gesucht

Am Ende ist das Video nicht nur eine Hommage an den Pfarrersberuf, sondern auch ein Aufruf an den Nachwuchs. „In zehn bis 15 Jahren werden wir 50 bis 60 Prozent weniger Kollegen haben“, weiß Höpfner, denn immer weniger würden sich für die Arbeit als Geistlicher entscheiden.

Erklären könne er sich das nicht wirklich, ist es für ihn doch „einfach ein cooler und vielseitiger Job“. Deshalb sei es dem Offenhausener Ehepaar wichtig gewesen, das Video bis zum vergangenen Wochenende – dem Start der evangelischen Landessynode – fertig zu haben. Denn die beschäftigt sich diesmal eben auch mit der Zukunft des Pfarrerberufs.


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