Schreinerei Blos

Holzkunst für prämiertes Nürnberger Lokal

Die Holzelemente wie dieses in Form eines Tropfens stehen frei im Raum, eine Lamelle davon besteht selbst aus acht Einzelteilen. Die Deckenelemente aus Filz wurden aus recycelten PET-Flaschen gefertigt. | Foto: privat2021/06/20200307-131954.jpg

KUCHA/NÜRNBERG – Vier Meter hohe Holzelemente, zusammengebaut aus rund 3000 Einzelteilen, ganze Wände aus Lamellen, die sich wellenförmig durch den Raum schlängeln: Das alles ergibt ein außergewöhnliches Design, für das das „Fujiyama“ in Nürnberg dieses Jahr zum schönsten Restaurant Deutschlands gekürt wurde. Die extrem aufwendige Innenausstattung stammt von der Schreinerei Blos aus Kucha.

„2018 kam ich das erste Mal mit dem Projekt in Berührung“, sagt Schreinermeister Hans Süß. Mit dem beauftragten Nürnberger Architekturbüro Bermüller und Niemeyer habe die Schreinerei schon öfter zusammengearbeitet und so kamen die Architekten auch für diesen außergewöhnlichen Auftrag auf die Handwerker aus Kucha zu. Rund ein Jahr dauerte es dann noch, bis ein Konzept für den Innenausbau stand, das auch in der Praxis umsetzbar war, erklärt Süß. Im November 2019 starteten schließlich die Arbeiten, die Eröffnung sollte im Juni 2020 stattfinden.

Insgesamt über 3000 Teile hatte der Kuchaner Familienbetrieb nun zu fertigen. Dabei lag laut Inhaber Christian Blos die Herausforderung nicht unbedingt in der handwerklichen, sondern vielmehr in der logistischen Umsetzung: „Es war wie ein Legobausatz: Man konnte nicht mittendrin anfangen, sondern musste eine genaue Reihenfolge einhalten.“ Und das bei dieser Menge – ein enormer Aufwand, den die Schreinerei so noch nicht erlebt hatte. Rund 2000 Stunden waren er und sein Team mit den Arbeiten in der Schreinerei und dem Aufbau vor Ort beschäftigt.

Wie ein Daumenkino

Die einzelnen Lamellen, die an den Wänden des Lokals eine Wellenbewegung entstehen lassen und sich wie ein Daumenkino Stück für Stück leicht verändern, wurden aus Fichtenholz gefertigt. Weil dabei auf den Faserverlauf geachtet werden muss, entstand ein hoher Materialeinsatz für die Schreinerei. „Wir zehren heute noch von den Resten“, sagt Blos. Zudem mussten die Teile wegen Revisionsklappen oder Stromanschlüssen teilweise zerlegbar sein. Im Lokal in Nürnberg kam hinzu, dass viele verschiedene Gewerke zusammenarbeiten und ineinandergreifen mussten. Auch organisatorisch also eine Herausforderung.

Doch alle Anstrengungen haben sich letztendlich gelohnt: Für das außergewöhnliche, futuristische Design erhielt das „Fujiyama“ das Siegel des schönsten Restaurants der Bundesrepublik, ausgelobt vom Callwey Verlag, dem Bund Deutscher Innenarchitekten, dem Hotel- und Gaststättenverband sowie der Internorga, der Leitmesse für Gastronomie und Hotellerie. Auch Christian Blos, Hans Süß und ihr Team sind stolz auf ihr Werk – und auch froh, dass die arbeitsintensiven Monate vorbei sind. Der Inhaberin wünschen sie nach all den schwierigen Coronamonaten viel Erfolg.

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