Neues Verkehrsschild an der Kreisstraße

Nur noch Tempo 30 am Laufer Krankenhaus

Gestern wurde die neue Tempo-30-Zone am Laufer Krankenhaus eingerichtet. Mitinitiatorin Isabel Besser war dabei. | Foto: Haase2020/02/Tempo30KrankenhausLauf.jpg

LAUF — „Runter vom Gas!“, heißt es ab jetzt in Lauf in der Simonshofer Straße im Bereich des Krankenhauses. Zwischen 7 und 20 Uhr dürfen Autofahrer ab der Einmündung der Kunigundengasse in die Simonshofer Straße bis zum Ortsausgang Richtung Kuhnhof nur noch 30 statt 50 Kilometer pro Stunde fahren.

Die Kreisstraße ist die erste im Stadtgebiet und neben der Kreisstraße in Schönberg die zweite in ganz Lauf mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung.

„Hier an der Straße gibt es eine Querungsinsel für Fußgänger, eine Bushaltestelle und auch sonst gehen hier viele Kinder und auch ältere Menschen über die Straße. Das ist einfach eine Gefahrenzone, die Entschleunigung gebraucht hat. Bei 30 Kilometern pro Stunde ist es einfacher zu bremsen“, sagt Isabel Besser, die an der Simonshofer Straße wohnt und mit einer Unterschriftenliste den Anstoß für eine Reduzierung der Geschwindigkeit gab.

Anwohnerinnen ergriffen die Initiative

Besser und ihrer Nachbarin Stefanie Leniger waren Autofahrer, die mit zu hoher Geschwindigkeit aus Kuhnhof in die Stadt brausten, schon lange ein Dorn im Auge. Gemeinsam wendeten sie sich an die Stadt Lauf und mobilisierten rund 55 andere Bürger, die sich beim Bürgerdialog für eine Reduzierung der Geschwindigkeit an dieser Stelle aussprachen.

Auch wenn die Kommunen solche Maßnahmen unterstützen, ist es nicht immer leicht, sie durchzusetzen. Denn Bundesgesetze legen die Rahmenbedingungen für das Setzen von Tempo-Limits fest. So musste Bürgermeister Benedikt Bisping die Anfrage erst an das Landratsamt weiterleiten, da der Landkreis für die Betreuung der Kreisstraßen zuständig ist. Doch auch das Landratsamt ist an die Bundesvorgaben gebunden.

Das Krankenhaus diente als Begründung

Im Fall der Simonshofer Straße lieferte das anliegende Krankenhaus die Begründung für ein „Tempo-30-Schild“, denn im Bereich von Kindergärten, Schulen, Altenheimen und Kliniken gelten bundesweite Sonderregelungen, um die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern und Fußgängern zu Erhöhen.

„Ohne die unmittelbare Nähe zum Krankenhaus hätte das Landratsamt als zuständige Behörde das nicht erlauben können. Wir Kommunen haben das nicht in der Hand“, erklärt Bürgermeister Benedikt Bisping. „Zyniker würden sagen, das Krankenhaus muss als Ausrede für eine bessere Verkehrssicherheit herhalten“, fügt Thomas Lang, Dritter Bürgermeister der Stadt Lauf, noch hinzu.

Weitere 30er-Zonen in Lauf

Neben den Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den beiden Kreisstraßen in Lauf und Schönberg zählt noch eine Dreißiger-Zone in der Altdorfer Straße vor dem Haus der Kinder und eine in der Luitpoldstraße vor dem Kindergarten zu den zuletzt realisierten Projekten der Stadt Lauf. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Neunhof im Bereich der Kinderkrippe sei noch in Planung, da „sind der Kommune bislang aber die Hände gebunden“, so Bisping.

Rund 70 Prozent der Straßen im Laufer Stadtgebiet, vor allem in Wohngebieten, sind laut Bernhard Hammerlindl, Fachgebietsleiter Tiefbau, schon auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Außerdem habe man noch drei Geschwindigkeitsanzeigegeräte und ein verdecktes Messgerät angeschafft. Die können variabel aufgestellt werden und sollen Autofahrer auf ihre aktuelle Geschwindigkeit aufmerksam machen.

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