Vortrag

Wie gelingt Integration im Nürnberger Land?

Humangeograf Stefan Kordel erläuterte strukturelle Herausforderungen am Land bei der Integration. | Foto: LRA2021/11/211112-Bild-Vortrag-Kordel.jpg

NÜRNBERGER LAND (lra) – Seit 2015 erleben die Menschen im Nürnberger Land verstärkt den Zuzug geflüchteter Menschen. Für viele wird der Landkreis zur neuen Heimat. Aber wie gelingt Integration im ländlichen Raum? Wie kann soziale Teilhabe ermöglicht werden?

Denn viele Anforderungen, die speziell der ländliche Raum stellt, sind für Geflüchtete schwieriger zu erfüllen. Stichwort Alltagsmobilität und soziale Teilhabe. Diese Fragen diskutierten Ehrenamtliche aus dem Bereich Asyl, Flucht, Integration aus dem Nürnberger Land mit Stefan Kordel, Humangeograf an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Bei der online stattgefundenen Veranstaltung, zu der Landrat Armin Kroder über das WinWin Freiwilligenzentrum eingeladen hatte, waren auch Vertreter relevanter Ämter, der Flüchtlings-und Integrationsberatung sowie die Integrationslotsen aus dem Nürnberger Land, die die Veranstaltung organisiert hatten, unter den Diskutierenden.

Ohne Auto wird’s schwer

Stefan Kordel berichtete über Forschungsergebnisse aus anderen ländlichen Räumen und gab damit einen Anstoß für einen angeregten Austausch zwischen den Ehrenamtlichen und den Fachstellen des Nürnberger Lands. Viele strukturelle Probleme, die er anhand seiner Forschungsergebnisse aufzeigen konnte, gibt es auch im Nürnberger Land.

Das Fehlen eines eigenen Wagens erschwert es vielen Geflüchteten, sich im Landkreis fortzubewegen. Das Spannungsfeld zwischen Unterstützung und Eigenständigkeit ist dabei nicht immer einfach aufzulösen, heißt es in der Pressemeldung des Landratsamts. Auch wenn nicht alle Probleme auf diese Weise gelöst werden können, sei es doch ein großer Gewinn an sozialer Teilhabe, wenn eine gewisse „Demigrantisierung“ stattfinde, so Kordel.

Belange einbringen

Wenn also Angebote, wie zum Beispiel der in Planung befindliche Mietführerschein, sich nicht allein an Geflüchtete richten, sondern die gesamte Gesellschaft ansprechen und somit wahre Teilhabe ermöglichen.

Für die Zukunft geflüchteter Menschen ist es wichtig, sich eigenständig und selbstbestimmt in der Gesellschaft zurechtzufinden und ihre Belange einbringen zu können, lautete das Fazit von Stefan Kordel, dem die anwesenden Ehrenamtlichen und Landrat Armin Kroder vollends zustimmen konnten.

Die Integrationslotsen sowie diese Veranstaltung werden gefördert durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration.

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