Lohnerhöhung

Vorweihnachtliches Geschenk für Bauarbeiter

Die Baubranche im Nürnberger Land braucht jede Hand, sagt die IG Bau. | Foto: IG Bau2021/12/redwebIGBAU-Bauarbeiter.jpg

NÜRNBERGER LAND – Der Bau braucht zusätzliche Kräfte: „Die Zahl der Bauarbeiter im Landkreis Nürnberger Land wird steigen. Denn mit den heute rund 1300 Baubeschäftigten ist das, was die Ampel-Koalition vorhat, nicht zu schaffen: Für den Neubau von Wohnungen und vor allem auch für das klima- und seniorengerechte Sanieren wird jede Hand, die zupackt, gebraucht – und sie wird gut bezahlt“, sagt Iris Santoro von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau).

Die Vorsitzende der IG Bau Mittelfranken spricht in der Pressemitteilung von einer „Beschäftigungsoffensive“, die auf den Bau im Nürnberger Land zukomme. „Es wird höchste Zeit, deutlich zu machen, dass die Branche eine gute Jobperspektive bietet“, so Santoro. Dazu passe das Lohn-Plus, das die Gewerkschaft jetzt erreicht habe: insgesamt 6,2 Prozent.

Mehr Geld für Azubis

„Das ist wichtig, um die Arbeit attraktiver zu machen. Die erste Lohnerhöhung muss schon Anfang Dezember, wenn der November-Lohn kommt, auf dem Konto sein. Dazu kommen noch drei Einmalzahlungen von insgesamt 1350 Euro. Auch das Azubi-Portemonnaie wird dicker. Und zusätzlich gibt es jetzt zum ersten Mal eine generelle Entschädigung für die oft langen Fahrten zu den Baustellen: Das Wegezeit-Geld kommt. Der Start ist geschafft. Ab 2023 wird es in voller Höhe gezahlt“, so Santoro.

Für jeden Weg zur Baustelle bekommen Bauarbeiter künftig – je nach Fahrstrecke – zwischen sechs und acht Euro pro Tag zusätzlich, so die Gewerkschaft. „Das macht aufs Jahr gerechnet rund 1500 Euro netto mehr im Portemonnaie. Denn im Schnitt ist ein Bauarbeiter immerhin 64 Kilometer am Tag unterwegs“, erklärt die Vorsitzende der IG Bau Mittelfranken. Für den Fall, dass die Distanzen zwischen Bauunternehmen und Baustelle zu groß sind, um sie täglich zu fahren, haben IG Bau und Bau-Arbeitgeber je nach Entfernung eine Wegezeit-Entschädigung zwischen 18 und 78 Euro pro Woche vereinbart.

Mehr Attraktivität

Damit sei der IG Bau nach eigenem Bekunden ein „Durchbruch bei den Tarifverhandlungen“ gelungen. Die Gewerkschaft spricht von einem „Zukunftspaket Bau“, mit dem die Berufe und damit auch eine Ausbildung auf dem Bau attraktiver geworden seien.

Vorausgegangen sei eine harte Tarifauseinandersetzung: „Es waren extrem langwierige und zähe Verhandlungen. Mehr als einmal drohten sie zu platzen. Ein bundesweiter Baustreik lag in der Luft. Knackpunkt war dabei die Wegezeit-Entschädigung. Dass die jetzt steht, ist ein tarifpolitischer Meilenstein für die Branche“, sagt Carsten Burckhardt vom IG Bau-Bundesvorstand. Er ist an der Gewerkschaftsspitze für das Bauhauptgewerbe verantwortlich. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages gehe bis Ende März 2024.

Über Details zum Tarifabschluss informiert die IG Bau unter Tel. 0911/23555565 sowie auf www.igbau.de/Bauhauptgewerbe.de.

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