Kreistag Nürnberger Land

Starthilfen aus dem „Bildungsfonds“

Geld aus dem Bildungsfonds bekommt auch das Paul-Pfinzing-Gymnasium für ihre „NaWi-Woche“, deren Höhepunkt traditionell ein Abend ist, an dem die Schüler ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit präsentieren. Unser Foto aus dem Januar 2020 zeigt das Projekt „Maximierung der Sprungzahl des Steines beim Steinehüpfen“ | Foto: Pitsch2020/08/IMG-7391.jpg

NÜRNBERGER LAND – Zehn Projekte aus dem Nürnberger Land dürfen sich über einen kräftigen Zuschuss aus dem „Bildungsfonds“ freuen – darunter auch vier aus Hersbruck. Insgesamt bewilligte der Kreistagsausschuss für Bildung, Sport und Kultur dafür heuer rund 100  000 Euro.

Wie seit der Premiere 2014 gewohnt, hat sich die Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Bildungseinrichtungen und Politik mit den insgesamt 19 eingereichten Zuschussanträgen auseinandergesetzt und elf für „förderungswürdig“ befunden. Dafür haben sie die Projekte vor allem hinsichtlich dieser vier grundsätzlichen Fragen geprüft: Worin besteht der Mehrwert für die Bildungsregion? Entstehen Kooperationen und Vernetzung? Ist es für die Einrichtung oder die Region eine echte Innovation? Wie sieht es nach der Anschubfinanzierung aus (Stichwort: Nachhaltigkeit)?

Jury nicht einig

Drei Anträge des noch in Gründung befindlichen Kulturbahnhofs Hersbruck konnten diese Anforderungen nicht erfüllen – die Bewerbungsunterlagen für die vierteilige Bildungs- und Vortragsreihe „Esskultur“, für die „Schreibwerkstatt“ sowie das gemeinsam mit dem PPG und dem Lehrstuhl für Menschenrechte der Uni Erlangen geplante Projekt „Brauchen wir ein anderes Kulturverständnis?“ seien zu „unkonkret“ gewesen oder mit sehr hohen Kosten verbunden, sagte Sophie Linnert, Regional- und Bildungsmanagerin am Landratsamt. Wenngleich sie einräumte, dass es hier auch andere Meinungen im Bewerbungsgremium gab.

Auch zwei Anträge aus Kirchensittenbach fanden keine Mehrheit: der kulturhistorische Rundweg mit Häuserbeschilderung der Gemeinde (Linnert: „Hier ging es um reine, nicht übertragbare Anschaffungskosten, außerdem fehlten uns der Gesichtspunkt Innovation und der klare Bildungscharakter.“) sowie die „Archimedische Schraube“ der Kindertagesstätte „Grashüpfer“. Guter Usus bei jeder Ablehnung, ergänzte Landrat Armin Kroder: „Der Antragsteller bekommt neben der Absage auch immer wieder wichtige Tipps, wie und wo er seine Bewerbung verbessern kann, um beim nächsten Mal erfolgreich sein zu können.“

Zwei Mal „Komm“

Grünes Licht gab die Steuerungsgruppe für gleich zwei Projekte des interkulturellen Treffpunkts Komm in Hersbruck. 10  000 Euro bekommen die Ehrenamtlichen dort für ein niederschwelliges Angebot, mit dem sie rund 50 geflüchtete Frauen mehr am gesellschaftlichen Leben in ihrer neuen Heimat teilhaben lassen wollen – im Idealfall gemeinsam mit dem vom Diakonischen Werk beantragten „Bildungscafé für Migrantinnen mit Kleinkindern“, die im Raum Hersbruck leben, so der Wunsch der Juroren. 15  856 Euro gibt es für den Ausbau des bereits im Vorjahr bezuschussten Bildungsprogramms für geflüchtete Kinder. Dort finden regelmäßig zweimal pro Woche Lerngruppen statt, dazu gibt es eine Quali-Lerngruppe, Bildungspaten, Freizeitlotsen und einen Kindertreff.

Die Grete-Schickedanz-Mittelschule bekommt 5000 Euro für das von Musiklehrer Axel Schuhmann angebotene „Gesangscoaching für SchülerInnen“. Und ans Paul Pfinzing Gymnasium gehen 2835 Euro für die „NaWi-Woche“, in der naturwissenschaftlich interessierte Schüler aus dem MINT-Bereich in Workshops, Forscherstunden und einem Wettbewerb ihre Erkenntnisse und Ergebnisse ihren Eltern, aber auch Firmen vorstellen können.

Münzen für MINT

25  000 Euro gehen an das Industriemuseum Lauf zur Erweiterung der dortigen Mitmachbereiche. Der Generationentreffpunkt der Gemeinde Schwarzenbruck erhält 3000 Euro, die Lesekompetenzförderung von Stadtbücherei Lauf, Mittelschule Lauf I und Richard-Glimpel-Schule wird mit 8210 Euro gefördert. Unter dem Stichwort MINT – dem Akronym für die Schulfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik – gehen zudem 1719 Euro an die Oskar-Sembach-Realschule Lauf für die Forscherklassen im Wahlfach Robotik sowie 5290 Euro an die Rummelsberger Dienste und die Fachakademie für Sozialpädagogik Rummelsberg für eine gemeinsame Lernwerkstatt.

Bis dato hat der Landkreis über 100 Projekte mit mehr als einer Million Euro aus dem Bildungsfonds gefördert. Im Sommer 2019 reichte er ein Konzept mit den digitalen Bildungsangeboten im Nürnberger Land beim Bayerischen Kultusministerium ein und bewarb sich damit um die Auszeichnung als „Digitale Bildungsregion“ – mit Erfolg.

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