Alexander Horlamus über NRW-Wahlergebnis

„SPD muss raus aus dem Hinterzimmer“

Alexander Horlamus sieht die SPD nun in der Pflicht. | Foto: privat2017/05/7830723.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Als „politisches Erdbeben“ bewerten viele Medien den Ausgang der Wahl in Nordrhein-Westfalen am vergangenen Wochenende, vor allem wegen der Abkehr von der dort jahrzehntelang dominierenden SPD. Bundestagskandidat Alexander Horlamus aus Lauf stuft die Niederlage seiner Partei als nicht ganz so dramatisch ein, sieht sie aber trotzdem in der Pflicht, aktiver zu werden.

„Die SPD muss konkretere Inhalte formulieren“, kommentiert Horlamus die Niederlage der Sozialdemokraten in NRW und dem daraus resultierenden Regierungswechsel. Das bezieht er auch auf die Bundesebene: Obwohl Kanzlerkandidat Martin Schulz gute Programmpunkte vorgebracht habe, sei seine Sprache bei manchen Themen zu „blumig“ und „oberflächlich“ gewesen. „Wir müssen erreichen, dass die Wähler wieder Lust auf die SPD und Lust auf Zukunft bekommen“, betont Horlamus.

Landespolitische Gründe
Die Niederlage der Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen ist für den Laufer vor allem die Folge landespolitischer Fehltritte: Die Bildungspolitik habe seiner Meinung nach nicht funktioniert. Das Thema Stau, eines der größten Probleme in dem bevölkerungsreichsten Bundesland, hätte die SPD nicht ernst genug genommen. Und nicht zuletzt hätte die Regierung Innenminister Ralf Jäger spätestens nach seinem „Versagen“ (Horlamus) nach der Kölner Silvesternacht entlassen müssen.

Einen weiteren wichtigen Schritt, den seine Partei nun gehen müsse, ist für Horlamus der in Richtung innere Sicherheit. „Das Thema bewegt die Menschen. Wir dürfen die Augen davor nicht verschließen und uns nicht vor der CSU verstecken“, so der Bundestagskandidat.

Die innere Sicherheit, die er sich selbst als „Herzensangelegenheit“ zuschreibt, müsse auch bei den Sozialdemokraten ernster genommen und stärker kommuniziert werden. „Es scheint fast so, als falle es der Partei schwer, darüber zu reden“, sagt Horlamus. Erklären könne er sich das allerdings selbst nicht.

Präsenter müsse jetzt auch Kanzlerkandidat Martin Schulz werden. Während des Wahlkampfs in NRW sei das zu wenig der Fall gewesen, was laut Horlamus aber vorrangig an der dortigen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft lag: „Sie wollte, dass die Wahl nicht durch die Bundespolitik überschattet wird.“ Schulz sei deshalb in den Medien zu selten vertreten gewesen. Letztendlich stellte sich das jedoch als die falsche Strategie heraus.

Durch Martin Schulz steige weiterhin die Beliebtheit der SPD, und auch die Parteibasis sei motivierter. Ob sich die Partei aber zu sehr auf dem sogenannten Schulz-Hype ausgeruht hat, weiß Horlamus nicht genau zu beantworten. Fakt sei aber, dass die SPD bisher zu ruhig agiert habe.

Auf Wähler zugehen
Für seinen eigenen Wahlkampf und den seiner Partei bedeute das, aktiver auf die Wähler zuzugehen. „Wir müssen raus aus dem Hinterzimmer“, fordert Horlamus. Vor allem im Bezug auf das Thema innere Sicherheit sollte die SPD nicht so tun, als ob es keine Probleme gebe. Als „politisches Erdbeben“ will er das Wahlergebnis in NRW trotzdem nicht bezeichnen. „Es ist ja nicht so, dass ein Kanzlerkandidat ausgewechselt wurde“, beschwichtigt Horlamus.

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner