Diakonie startet einen neuen Helfer-Kurs

Pflegende Angehörige brauchen Freiräume

Teilnehmende der vergangenen Schulung zum Alltagsbegleiter im Frühjahr 2016 (v.l.): Dagmar Pierner, Christl Abramek-Noack, Regina Wirth, Luise Hebeler, Ulrike Melzer, Erna Hirschmann, Heinrich Hebeler, Claudia Brunner. | Foto: privat2016/08/SN855606.jpg

NÜRNBERGER LAND – Wer einen Angehörigen pflegt, kümmert sich oft lange Jahre und mit dem Einsatz aller körperlichen und psychischen Kräfte um den Pflegebedürftigen. Oft bleibt dabei für die eigenen Bedürfnisse wenig Zeit und Raum. Doch um gesund zu bleiben, ist es wichtig, dass sich pflegende Angehörige Freiräume schaffen und helfen lassen.

Eine hilfreiche Unterstützung können Alltagsbegleiter sein, die Senioren betreuen und für Entlastung der Angehörigen sorgen. Mit dem Inkrafttreten des neuen Pflegestärkungsgesetzes im Jahr 2015 haben alle Pflegebedürftigen ein monatliches Budget, das sie für diese Form der Betreuung und Entlastung verwenden können.

Bei der Entlastung der Pflegenden durch „Alltagsbegleiter“ steht nicht die Pflege im Vordergrund, sondern vielmehr die Beschäftigung, Förderung und Begleitung der Pflegebedürftigen.

Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Manchmal geht es auch einfach nur darum, für ein paar Stunden da zu sein und  Gesellschaft zu leisten. Alltagsbegleiter geben ihren Schützlingen die Möglichkeit, so weit wie möglich am sozialen Leben teilzunehmen.

Basisausbildung

Eine 40 Unterrichtseinheiten umfassende Basisausbildung ermöglicht es den Alltagsbegleitern, auf ein solides Fundament an theoretischem und praktischem Wissen zurückgreifen zu können.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres wurden in der Diakonie Hersbruck sieben Frauen und Männer zum Alltagsbegleiter ausgebildet. Ihr Fazit: „Der Kurs war eine gelungene Mischung aus Theorie, Filmbeiträgen und Übungen.“

„Wir lernten Neues über Krankheitsbilder, wie Demenz, Depression und Parkinson, wurden vertraut gemacht mit Betreuungsmodellen, wie Validation und personenzentrierte Pflege, dachten über unsere Rolle, die beteiligten Akteure, verschiedene Formen der Kommunikation, Reaktionsmöglichkeiten in schwierigen Situationen und die Situation von pflegenden Angehörigen nach.“

Neue Sicht gewonnen

„Wir hatten Gelegenheit, mehr über Methoden der Beschäftigung zu erfahren, und konnten diese mit verschiedenen Themengebieten, Materialien und Vorgehensweisen praktisch in der Gruppe ausprobieren.“ „Seit der Schulung habe ich  eine ganz neue Sicht, kann Menschen mit Betreuungsbedarf anders begegnen und werde versuchen, in ,ihren Schuhen zu gehen‘.“

„Ich freue mich auf neue Erfahrungen als Alltagsbegleitende, auf die Austauschrunden im Team und die Begleitung durch die Fachkraft.“ Ausgebildete Alltagsbegleiter sind zur Betreuung in Haushalten oder in Betreuungsgruppen eingesetzt. Die Einsätze werden von Claudia Brunner von der Fachstelle Pflegende Angehörige begleitet. Die Alltagsbegleiter treffen sich regelmäßig im Team zu Austausch und Gespräch.

Der nächste Kurs beginnt am 19. September 2016 in der Hirtenbühlstraße 5 in Hersbruck. Alle weiteren und detaillierten Informationen bei Claudia Brunner, Fachstelle für pflegende Angehörige, Hirtenbühlstraße 5 in Hersbruck, Telefon 09151/862881.

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