Corona-Pandemie

Nur ein Kranz zum Volkstrauertag

So sah der Volkstrauertag 2019 in Altensittenbach aus: Bürgermeister Robert Ilg gedachte vor Vertretern der Soldaten- und Reservistenkameradschaften der Opfer von Kriegen und Gewalt. Heuer tut er das wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen allein am Kriegerdenkmal am Michelsberg. Nur ein Trompeter wird dabei sein. | Foto: K. Bub2020/11/DSC-1666.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Der Volkstrauertag wird in diesem Jahr ein noch tristerer Gedenktag als in früheren Jahren: Wegen der corona-bedingten Kontaktbeschränkungen legen in den meisten Gemeinden aus dem HZ-Verbreitungsgebiet die jeweiligen Bürgermeister nur im Beisein eines Pfarrers oder einer Pfarrerin einen Kranz nieder. Posaunenchöre und Abordnungen der Soldaten- und Reservistenkameradschaften sind dagegen nicht dabei.

Schon bei ihrer wegen der Corona-Pandemie nur virtuell abgehaltenen Dienstbesprechung haben sich die Rathauschefs mit Landrat Armin Kroder darauf verständigt, dass am Volkstrauertag nur eingeschränkte, kleinere Veranstaltungen möglich sein sollen – und nur unter freiem Himmel. Der Bayerische Soldatenbund hat seine Mitglieder mit Bezug auf die achte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (8. BayIfSMV) darauf hingewiesen, dass Veranstaltungen sogar generell untersagt sind – sofern die Kreisverwaltungsbehörde keine Ausnahme erlaubt.

Nur Trompeter dabei

So legt denn in Hersbruck Bürgermeister Robert Ilg („Wir sind verpflichtet, an die Opfer der zwei Weltkriege, von Gewalt und Terrorismus zu erinnern und die Mahnung daran wach zu halten“) am Sonntag zusammen mit 2. Bürgermeister Peter Uschalt am Kriegerdenkmal am Michelsberg und am Ehrenmal in Altensittenbach einen Kranz nieder – als „Ausdruck dafür, wie wichtig Frieden, Freiheit, Demokratie und Mitmenschlichkeit in einer Welt sind, die gerade global eine harte und nie da gewesene Zeit durchläuft“, so Ilg. Einziger Begleiter der beiden dabei: ein Trompeter.

Auch in der Gemeinde Pommelsbrunn finden keine öffentlichen Veranstaltungen an den Gedenkorten in Hartmannshof, Pommelsbrunn, Hohenstadt, Eschenbach und Fischbrunn statt. Zur Erinnerung an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten erfolgen die Kranzniederlegungen auch hier im kleinen Kreis. Die Bevölkerung hat die Möglicheit, die Mahnmale im Tagesverlauf zu besuchen.

Kranz im Doppelpack

Ebenfalls im kleinen Rahmen findet das Gedenken in Happurg, Förrenbach, Kainsbach und Thalheim statt. Gleiches gilt in der VG Velden – also in Velden, Hartenstein sowie in Artelshofen, wo die drei Vorraer Kirchengemeinden ihre gemeinsame Feier geplant hatten –, in Neuhaus und Mosenberg.

Die Gemeinde Reichenschwand wird sowohl während des Gedenkgottesdienstes um 10 Uhr in der evangelischen Kirche als auch am Ehrenmal einen Kranz zum Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg niederlegen, die sonst an diesem Tag übliche Gedenkveranstaltung könne „leider nicht stattfinden“, heißt es auf der Homepage des Ortes.

Auch in Kirchensittenbach wird Bürgermeister Klaus Albrecht wohl nur mit Pfarrer Ekkehard Aupperle und eventuell zwei Gemeinderäten an die Kriegsopfer aus dem Sittenbachtal erinnern. In Ottensoos lädt Bürgermeister Klaus Falk jeweils einen Vertreter der örtlichen Vereine ans Ehrenmal am Neuen Friedhof ein.

Im kleinen Rahmen

In der Gemeinde Hirschbach wird der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, an den Kriegerdenkmälern in Eschenfelden, Achtel und Hirschbach ebenfalls nur im kleinen Rahmen mit einer Schweigeminute gedacht. Auch hier werden die Bürger gebeten, die Denkmäler erst im Lauf des Tages aufzusuchen. Gleiches gilt für Weigendorf und Ernhüll.

Als „Ersatz“ für die ausfallenden Gedenkveranstaltungen weist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf eine Sendung des Bayerischen Fernsehens am Sonntag, 15. November, zwischen 9 und 10 Uhr hin (Wiederholung am Totensonntag, 22. November, um 12 Uhr auf ARD alpha sowie in der Mediathek des BR).

Darin ist ein am 3. Oktober aufgezeichnetes Konzert des Musikkorps der Bundeswehr zu sehen sowie Interviews unter anderem mit Ministerpräsident Markus Söder, dem früheren Bundesfinanzminister Theo Waigel oder der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.

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