Letzte Kreistagssitzung des Jahres

Landrat blickte zurück auf 2016 und in die Zukunft

Landrat Armin Kroder (r.) blickte vor dem versammelten Kreistag im Sparkassensaal in Lauf zurück auf das ausklingende Jahr 2016. | Foto: Braun2016/12/kreistag-jahresabschlusssitzung-kroder-rede-rate.jpg

NÜRNBERGER LAND — Der Kreistag des Nürnberger Lands kam im Sparkassensaal in Lauf zu seiner Jahresabschlusssitzung zusammen.
Die letzte Sitzung des Jahres läuft meist nach dem gleichen Schema ab: Politische Diskussionen werden vermieden, stattdessen gibt es Berichte aus dem Landratsamt und von Einrichtungen aus dem Landkreis und bevor das gemeinsame Abendessen eingenommen wird, blicken Landrat, Fraktions- und Gruppensprecher auf das ausklingende Jahr zurück.

Der letzte Punkt allerdings wurde in diesem Jahr gehörig zusammengestutzt. Die Vorsitzenden der Fraktionen und Gruppierungen überließen es alleine dem Landrat, ein Fazit zum Jahr 2016 zu ziehen. Sie hatten sich unmittelbar vor der Sitzung geeinigt, auf eigene Ansprachen zu verzichten – obwohl sie die Reden vorbereitet hatten. Aus Zeitgründen, wie es auf Nachfrage hieß.

Landrat Armin Kroder nutzte seine Redezeit also, um die wichtigsten Projekte seiner Behörde und des Kreistags zusammenzufassen. Großen Raum nahm dabei das Thema Bildung ein. Kroder erinnerte an die Einweihung der neuen Mensa im Laufer Schulzentrum, das Richtfest für die neue Dreifachturnhalle in Altdorf und betonte, dass 14 Projekte mit Mitteln aus dem Bildungsfonds bedacht wurden. Die Fördersumme lag mit rund 126 000 Euro deutlich unter der des Vorjahres (rund 270 000 Euro), was zeige, dass das Geld nicht leichtfertig verteilt werde.

Größtes Projekt der Geschichte

Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten für das größte Bauprojekt in der Geschichte des Landkreises beginnen: der Neubau des Altdorfer Gymnasiums für rund 35 Millionen Euro. Zudem sollen Sicherheitskonzepte für alle Schulen erstellt werden, die beispielsweise im Falle eines Amoklaufs für schnelle Orientierung und gute Kommunikation sorgen.

Schwieriger könnte es werden, die Aldorfina, die ehemalige Universität Altdorf, wiederzubeleben und ein Spracheninstitut in der Laufer Kaiserburg einzurichten. Hier arbeite der Landkreis derzeit mit der VHS Unteres Pegnitztal, der IHK Nürnberg und der Uni Erlangen-Nürnberg an einem Konzept, das sich vom bestehenden Angebot abheben soll.

Was die Wirtschaftskraft angeht, ist der Landkreis hervorragend aufgestellt. Mit einem Bruttoinlands­produkt von insgesamt 4,8 Milliarden Euro 2014 – das sind 29 067 Euro pro Einwohner – landet das Nürnberger Land im mittelfränkischen Vergleich auf Platz 2. Allein der Landkreis Erlangen-Höchstadt mit einem Bruttoinlandsprodukt von 31 737 Euro pro Kopf steht noch besser da. Um im Wettkampf mit anderen Regionen weiter bestehen zu können, muss der Landkreis aber verstärkt die Werbetrommel rühren, ist Kroder sicher. Nur so könnten Arbeitskräfte, Einwohner, Firmen, aber auch Touristen für das Nürnberger Land begeistert werden.

Dazu gehöre es auch, für eine gute Infrastruktur zu sorgen, durch den Erhalt von Straßen, die Weiterentwicklung von Radwegen, aber auch die Elektrifizierung der rechten Bahnstrecke, die im aktuellen Bundesverkehrswegeplan mit vordringlichem Bedarf steht.

Was das Thema Energie und Umwelt angeht, wies Kroder auf die neuen Buslinien hin, die Altdorf, Lauf und Hersbruck verbinden. Im kommenden Jahr soll zudem die Verwertung von Bioabfällen neu aufgestellt werden.
Was die gefundenen Tenside im Birkensee und im Finstergraben betrifft, werde derzeit nach dem Verursacher gesucht, der für eine mögliche Sanierung des Gewässers in Frage kommt. „Die Lage ist nicht so einfach und so klar, wie man vielleicht meint“, sagte Kroder dazu.

Info für die Kreisräte

Zuvor hatte bereits Annette Zimmermann, die Leiterin des Bündnisses für Familie, über ihre Arbeit berichtet. Zu der Sitzung eingeladen war außerdem Ralf Weiß, der Leiter des Dehnberger Hof Theaters, der einen Rück- und Ausblick in das Programm seines Theaters gab und um die Unterstützung der Kreisräte bat, die Kontakte zu möglichen Förderern herstellen könnten. Schließlich ist das DHT, ebenso wie andere Einrichtungen, auf Zuschüsse von Sponsoren und Behörden angewiesen. Kroder lobte im Gegenzug, dass sich das DHT „zu einem echten Landkreis-Theater“ hin entwickle.

Als Gastgeber hatte Matthias Benk, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Nürnberg, zu Beginn einige Eckdaten seiner Bank genannt. So habe auch das hiesige Geldinstitut die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zu spüren bekommen, was unter anderem zu einem Personalabbau von zehn Prozent und der Schließung zahlreicher Geschäftsstellen geführt habe.

N-Land Tina Braun
Tina Braun