Marketingkonzept für Nürnberger Land

Landkreis rührt die Werbetrommel

Das 2012 entwickelte Landkreis-Logo soll die Nähe zur Stadt Nürnberg (rot) verdeutlichen. Es wird auch im neuen Marketingkonzept eine tragende Rolle spielen.
Das 2012 entwickelte Landkreis-Logo soll die Nähe zur Stadt Nürnberg (rot) verdeutlichen. Es wird auch im neuen Marketingkonzept eine tragende Rolle spielen. | Foto: Landratsamt2017/05/Handout_Dachmarke_NuernbergerLand_final-27-e1494862123879.jpg

NÜRNBERGER LAND — „Wer nicht wirbt, der stirbt“, dieser oft bemühte Slogan gilt nicht nur für Wirtschaftsunternehmen. Auch die Regionen Deutschlands stehen immer mehr im Wettbewerb. Sie kämpfen um gute Arbeitskräfte, junge Familien und starke Betriebe. Nun will das Nürnberger Land seine Marketingbemühungen verstärken und sucht dazu einen externen Partner.

Wenn der Landkreis die Werbetrommel rührt, geht es um Menschen. Um die, die bereits im Nürnberger Land leben und arbeiten und um solche, die bereit wären, des Jobs oder der Liebe wegen her zu ziehen. Auch junge Leute, die für Studium oder Ausbildung fortgezogen sind, sollen angesprochen werden und idealerweise den Weg zurück in die Heimat finden. „Es wäre schön, wenn sie wieder an uns denken, wenn sie sesshaft werden“, sagte Landrat Armin Kroder im Kreis­entwicklungsausschuss, auch im Hinblick auf den demografischen Wandel.

Denn die Bürger füllen den Landkreis nicht nur mit Leben. Sie sind mit ihren Steuern auch wichtige Einnahmequellen für die Kommunen und Arbeitskräfte für die heimischen Betriebe, an denen der Fachkräfte- und Azubimangel nicht spurlos vorüber geht. Immer wieder werde er von Unternehmern gebeten, Werbung für den Landkreis zu machen, um Arbeitnehmer anzulocken, sagte Kroder.

Die Nähe zur Stadt Nürnberg hilft dabei enorm. Und auch, dass der Landkreis die Frankenmetropole im eigenen Namen trägt. Doch um sich gegenüber den zum Teil starken Mitbewerbern behaupten zu können, muss mehr getan werden. Da ist sich der Landkreischef sicher. Dabei geht es nicht nur darum, mit den touristischen Schönheiten der Region zu werben. Sondern auch mit den noch bezahlbaren Wohn- und Lebensbedingungen und den interessanten Arbeitgebern, die – anders als Platzhirsche wie Adidas oder Siemens – nicht permanent im Rampenlicht stehen.

Um dies auf professionelle Weise zu tun, hat der Kreisentwicklungsausschuss nun einstimmig beschlossen, einen externen Dienstleister zu suchen und mit der Erstellung eines Marketingkonzepts zu beauftragen. Rund 30 000 Euro wird dies voraussichtlich kosten.

Bereits 2015 hatte das Heimatministerum dem Regionalmangement Nürnberger Land eine 50-Prozent-Förderung für das Projekt „Bewusstseinsbildung für die Region“ zugesagt. Insgesamt stünden 91 500 Euro zur Verfügung. Doch mit der Umsetzung hat es bisher nicht geklappt. Fehlende zeitliche Ressourcen und fachliche Kenntnisse im Regionalmanagement haben laut dessen Leiterin Christina Reinhardt dazu geführt.

Das soll sich durch den externen Partner nun ändern. Reinhardt stellte kurz die wichtigsten Anforderungen an ein solches Konzept vor. So soll zunächst eine Analyse des Landkreises die bestehenden Kommunikationskanäle und -maßnahmen unter die Lupe nehmen und Zielgruppen definieren. In einem zweiten Schritt sollen konkrete Handlungsempfehlungen für die Öffentlichkeitsarbeit sowie kreative Maßnahmenvorschläge und Projekte folgen. Zum Beispiel die Entwicklung einer Cross-Media-Kampagne oder die Einbeziehung externer Partner. 

Logo als wichtiger Baustein

Bei der Stärkung der Marke Nürnberger Land sind das 2012 entwickelte Landkreis-Logo und das dazugehörige „Corporate Design“ wichtige Bausteine. Doch bisher kommen sie vor allem im Tourismusbereich und auf Landkreisveröffentlichungen zum Einsatz. Nun will man auch Kommunen und Unternehmen dazu animieren, als Botschafter aufzutreten. So könnten sie zum Beispiel das Nürnberger-Land-Logo in ihr Briefpapier aufnehmen, wie es der Markt Feucht bereits getan hat.

Doch das Marketingkonzept soll nicht nur nach außen wirken, sondern auch nach innen, so Reinhardt. Das heißt, dass nicht nur die Bekanntheit des Landkreises über seine Grenzen hinaus erhöht werden soll. Auch die Identifikation der Einheimischen mit dem Nürnberger Land soll steigen. Dies hielt auch Kreisrätin Andrea Lipka-Friedewald für sinnvoll: „Es wäre schön, wenn wir endlich mal von der Dreiteilung des Landkreises in den Köpfen weg kämen und uns als einen Landkreis verstehen würden.“

Dass es Bedarf an Eigenwerbung gibt, betonte auch Bernd Hölzel, der Leiter der Kreisentwicklung. So werde die Hälfte der Broschüren des Landrats­amts von Einheimischen mitgenommen. „Viele Menschen haben offenbar zu wenige Informationen über den Landkreis“, sagte er. „Da haben wir großen Nachholbedarf.“ Dabei geht es nicht nur um Tourismus-Tipps. Auch die Bündelung der vielen Angebote im Landkreis ist gefragt. Außerdem möchte man Jugendliche und Betriebe zusammen bringen.

N-Land Tina Braun
Tina Braun