Nur Listenplatz 36 bei der SPD

Horlamus chancenlos

Alexander Horlamus | Foto: Archiv2016/12/alexander-horlamus-bea.jpg

NÜRNBERGER LAND — Der große Wahlkreis Nürnberger Land/Roth wird wohl auch im nächsten Bundestag nur mit einem Abgeordneten vertreten sein. Für den Laufer Alexander Horlamus, der für die SPD antritt, ist der Wahlkampf fast schon gelaufen, bevor er richtig begonnen hat.

Bei der SPD-Landesvertreterversammlung in Nürnberg landete der 31-jährige Anwalt weit abgeschlagen auf Listenplatz 36, der einen Einzug über die Liste unmöglich macht – bei der letzte Bundestagswahl konnte die Bayern-SPD 22 Plätze im Parlament ergattern.

„Natürlich bin ich nicht zufrieden und auch etwas enttäuscht“, sagt Horlamus im Gespräch mit der PZ. Zwar habe er als Neuling nicht erwartet, ganz vorne platziert zu werden, trotzdem übt er scharfe Kritik am Landesverband. „Die Bayern-SPD hat immer noch nicht kapiert, dass auch das flache Lande im Bundestag vertreten sein muss.“

Konkret meint er damit die Städte Nürnberg, Erlangen und Fürth, die durch ihr Abstimmungsverhalten immer wieder eine gute Platzierung anderer Wahlkreismänner verhinderten. „Ich bin kein Fan davon, dass solche Sachen im Hinterzimmer ausgemacht werden“, wird Horlamus deutlich. Auch Christian Nürnberger, der vor vier Jahren für den hiesigen Wahlkreis antrat, hatte dieses Vorgehen scharf kritisiert.

Dabei schaffte der Wahlkreis Nürnberger Land/Roth bei der letzten Bundestagswahl bei den Zweitstimmen das drittbeste Ergebnis der SPD in ganz Bayern, vier Jahre zuvor sogar das zweitbeste. „Das muss endlich berücksichtigt werden“, fordert Horlamus. Außerdem stößt dem Laufer sauer auf, dass junge Leute – mit Ausnahme einer Kandidatin – wieder keine Chance bekommen hätten.

Nun bleibt Horlamus nur die sehr theoretische Chance, das Direktmandat für den Wahlkreis zu holen – gegen keine Geringere als Marlene Mortler (CSU), der ihre fünfte Amtszeit im Bundestag aber wohl nicht zu nehmen ist. Horlamus bleibt dennoch kämpferisch: „Mortler ist schwer zu schlagen, aber nicht unschlagbar. Wir werden einen engagierten Wahlkampf führen und zeigen, dass ich, vor allem aber das Nürnberger Land und Roth, in den Bundestag gehören.“ In dem zu erwartenden Sechs-Parteien-Parlament „könnte es sogar knapp reichen.“

N-Land Tina Braun
Tina Braun