Gründung der Energie-Projektagentur

Energiewende mit den Bürgern

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NÜRNBERGER LAND — Nach über vier Jahren Vorbereitung wird am kommenden Montag die „Energie-Projektagentur Nürnberger Land“ gegründet, die mit konkreten Maßnahmen die Energiewende im Landkreis vorantreiben soll. Beteiligen wollen sich nun auch eine Reihe von Bürgern – das sah vor einigen Monaten noch anders aus.

Dass die Bürger jetzt doch im Boot sind, freut alle Beteiligten. Denn erst im Mai hatte der Burgthanner Manfred Liebel, der die Bürgerinitiative bis dahin öffentlich vertreten hatte, die geplante Beteiligung der Privatleute zurückgenommen (die PZ berichtete). Seine Begründung: Er sei verärgert und enttäuscht darüber, dass die Bürger seiner Meinung nach zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten in der Projektagentur bekommen. Denn wie alle anderen Beteiligten wird auch der Bürgerverein nur eine einzige Stimme erhalten.

Jetzt also die Rolle rückwärts? Nein, sagt Cordula Breitenfellner, die inzwischen als Sprecherin der Bürger auftritt. „Viele unserer Mitstreiter haben immer gesagt, dass wir uns trotzdem unbedingt beteiligen und mitreden wollen.“ Darüber hinaus könne der Verein ja auch eigene Ideen außerhalb der Projektagentur verwirklichen, erklärt sie.

„Wir wollen nicht, dass die ganze Arbeit der vergangenen vier Jahre umsonst war“, sagt die Altdorferin. Zudem gehe die Energiewende schließlich alle an. „Der Verein will dazu die erforderlichen technologischen und gesellschaftlichen Weichenstellungen in der Region unterstützen und den Prozess der Energiewende durch Initiieren und Umsetzen von Maßnahmen und Projekten aktiv mitgestalten“, schreibt sie in einer Pressemeldung – am liebsten mit der gebündelten Kraft aller Partner innerhalb der Projektagentur.

Neben dem Landkreis Nürnberger Land sind 23 der 27 Kommunen im Kreis im Boot (außer Schnaittach, Simmelsdorf und Engelthal, die eine Beteiligung abgelehnt haben, und Kirchensittenbach, das noch nicht entschieden hat). Außerdem beteiligen sich die Stadtwerke aus Röthenbach, Feucht und Schwarzenbruck, die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land sowie der Nürnberger Stromanbieter N-Ergie.

Wenn sie alle am Montag, 20. Juli, im Anschluss an die Kreistagssitzung ab 14 Uhr im großen Sitzungssaal des Landratsamts in Lauf die Gründungsurkunde unterzeichnen, wird der Bürgerverein zwar noch nicht als einer von insgesamt 31 Partnern dabei sein, aber immerhin wird ein Platz unter den Gesellschaftern freigehalten. Denn die Gründungsversammlung für den Verein „Nürnberger Land Energie in Bürgerhand“ ist erst für Mittwoch, 29. Juli, um 20 Uhr im Gasthof „Grüner Baum“ in Diepersdorf (Hauptstraße 32) geplant. Dann wird auch die Vorstandschaft gewählt.

Manfred Liebel wird sicher nicht darunter sein. Er will nicht mehr aktiv in Erscheinung treten, Treffen aber auch weiterhin besuchen und seine gesammelten Unterlagen zur Verfügung stellen, wie er im Gespräch mit der PZ sagt. „Ich finde es gut, wenn jetzt neue Gesichter im Vordergrund stehen, und bin weiter für die Sache.“ Dabei schließt er nicht aus, in Zukunft wieder aktiv zu werden. „Aber nicht, solange sich an der Gewichtung in der Agentur nichts ändert.“

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