Landkreis investiert 7,6 Millionen Euro

Der Neunkirchener Wertstoffhof soll wachsen

Zwischen Autobahn (links) und alter Deponie (rechts) beziehungsweise bestehendem Wertstoffhof liegt die Erweiterungsfläche (in der Bildmitte), um die das Areal in Neunkirchen noch in diesem Jahr anwachsen soll. | Foto: Sichelstiel2019/03/wertstoffhof-neunkirchen-erweiterungsflache-deponie.jpg

NÜRNBERGER LAND — Der Wertstoffhof an der ehemaligen Kreismülldeponie in Neunkirchen wird für rund 7,6 Millionen Euro um- und ausgebaut. Nötig ist das, weil dort immer mehr Abfall entsorgt wird.

Noch zu Beginn des Jahrtausends waren es jährlich rund 40 000 „Anlieferungen“. Inzwischen sind es fast doppelt so viele. 2017 – aktuellere Zahlen gibt es nicht – verzeichnete der Landkreis Nürnberger Land, der die Wertstoffhöfe in Neunkirchen und Altdorf betreibt, am Standort Neunkirchen rund 75 000 Nutzer. Sie entsorgten dort Sperrmüll, Bauschutt und Elektrogeräte, aber oft auch nur gelbe Säcke, die nicht rechtzeitig auf der Straße bereitstanden und deshalb liegen geblieben sind. Über 20 Fraktionen, also Abfallsorten, werden angenommen. „An Spitzentagen sind wir an der Kapazitätsgrenze“, sagt Michael Oberleiter, der das Sachgebiet Abfallwirtschaft im Landrats­amt leitet.

Das Areal zwischen A 9 und alter Deponie muss deshalb erweitert werden. Ein geeignetes Grundstück besitzt der Landkreis bereits, es liegt im Norden des Wertstoffhofs unmittelbar an der Autobahn. Um knapp 3000 Quadratmeter auf dann 7000 Quadratmeter wird die Anlage wachsen, so viel steht fest.

Details sind noch offen

Noch offen ist, wie die Erweiterung gestaltet wird: Gibt es künftig einen „Rundkurs“, auf dem die Nutzer mit ihrem Auto einmal durch den Wertstoffhof geführt werden, oder kommen auf das Zusatzgelände einfach nur weitere Abfallcontainer? Vorerst gibt es lediglich einen Grundsatzbeschluss des Kreisausschusses. Nun sollen die weiteren Arbeiten und damit auch die Detailplanung ausgeschrieben werden. Baubeginn ist voraussichtlich ebenfalls noch in diesem Jahr.

Die schon jetzt absehbar hohen Gesamtkosten kommen dadurch zustande, dass nicht nur die Erweiterung ansteht, sondern das Altgelände zugleich „ertüchtigt“ werden muss, wie Oberleiter sagt. Nach einer Verschärfung des Wasserrechts ist sogenannter WU-Beton als Bodenbelag vorgeschrieben, also wasserundurchlässiger Beton. „Da darf nichts ins Erdreich gelangen“, sagt der Sachgebietsleiter, „wir wissen ja nicht, was im Abfall drin ist“.

Die „Kalkulationsgrundlage“ sind derzeit 7,6 Millionen Euro. Dieser Betrag wird aber nicht über den Kreishaushalt abgewickelt, vielmehr muss ihn jeder mittragen, der im Landkreis Abfallgebühren zahlt. 3,2 Millionen Euro stecken bereits in der aktuellen Gebührenkalkulation, die bis 2022 gültig ist. Ob dann eine Erhöhung ansteht? „Ich kann nicht definitiv sagen, ob es sich auf die Gebühren auswirken wird“, sagt Oberleiter. Denn in seine Kalkulation spielen auch noch andere Faktoren hinein, etwa der Preis pro Tonne, den die Stadt Nürnberg für die Entsorgung des Mülls in ihrer Verbrennungsanlage in Sandreuth verlangt. Zuletzt fiel der Preis in Nürnberg.

Auch Altdorf am Limit

Ein weiterer Faktor: Auch der Altdorfer Wertstoffhof quillt aus allen Nähten. Wegen der stetig steigenden Zahl der Anlieferer hat er ebenfalls seine Kapazitätsgrenze erreicht. Nun will der Landkreis in den kommenden vier Jahren mehr als eine Million Euro in den Ausbau investieren.
Andreas Sichelstiel

N-Land Andreas Sichelstiel
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