An Weihnachten zur Familie?

Das Heim wacht – auch zur Weihnacht

A senior woman in wheelchair with a health visitor at home at Christmas time, talking. | Foto: Foto: Halfpoint/stock.adobe.com2020/12/NL-Senioren-an-Weihnacht-adobe-scaled.jpg

Nürnberger Land. Menschen, die in Senioren- und Pflegeheimen leben, können nicht ohne weiteres bei ihren Lieben zu Hause feiern. Für Bewohner des Betreuten Wohnens gelten die Regeln, die für alle Bürger gelten. Sie dürfen feiern, wo sie wollen, müssen aber die Auflagen des Infektionsschutzgesetzes beachten.

Trotz der aktuellen Kontaktbeschränkungen und des harten Lockdowns wollen die Seniorenheime und -beherbergungen im Umkreis ihren Bewohnern ein besinnliches und schönes Weihnachtsfest ermöglichen.
Allerdings legt die Elfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 15. Dezember fest, dass die üblichen Vorkehrungen natürlich auch bei Besuchen in Heimen gelten. Jeder Bewohner darf täglich höchstens von einer Person besucht werden. Auch über die Feiertage gilt, dass dieser Besucher nur mit negativem Testergebnis das Heim betreten darf. Anders ist die Lage in den Einrichtungen für Betreutes Wohnen. Dort gelten lediglich die Bestimmungen wie für alle anderen Bürger, weitergehende Vorschriften werden nicht getroffen.


Auf Besuche außerhalb verzichten
Doch wie steht es mit der weit verbreiteten Gewohnheit vieler Familien, ihre Lieben im Heim an den Festtagen zu sich nach Hause zu holen? Aufgrund der hohen Inzidenzzahlen bedeuten diese Außenkontakte eine große Gefährdung für die Wohngemeinschaften, heißt es zum Besipiel bei der Caritas. Ihre Vertreter bitten daher dringend, darauf zu verzichten.

Mangel an klaren Vorgaben
Der Mangel an klaren Vorgaben durch die Politik macht es den Senioren- und Pflegeheimen natürlich nicht gerade leicht. Denn in der aktuell gültigen Infektionsschutzverordnung heißt es: „Die Einrichtung hat ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts auszuarbeiten (…).“ Also sind die Einrichtungen am Zug. Wie gehen sie mit dieser Verantwortung um?

Keiner geht nach Hause
In der AWO Senioreneinrichtung Rudolf Scharrer in Mimberg geht keiner von den Bewohnern zu seiner Familie nach Hause. Allerdings hat man dort auch noch gar keine Anfragen von Angehörigen erhalten, wie es bei der Heimverwaltung heißt.


Besondere Herausforderung
Eine ganz besondere Herausforderung stellt sich dem Senioren- und Pflegeheim Horänder in Winkelhaid. Dort hat man mit einem Ausbruch von Covid-19 zu kämpfen und insofern aktuell natürlich ein generelles Besuchsverbot. Es ist möglich, dass sich dies auch über die Feiertage erstreckt, erklärt Ekaterina Schneider, die Leiterin der Verwaltung. Da es möglich ist, dass die Versorgung der gesunden Heimbewohner in der Einrichtung schwierig wird, hat sich die Verwaltung mit der Frage an einige Angehörige gewandt, ob sie sich vorstellen könnten, ihre Liebsten für einige Zeit auch zu Hause aufzunehmen. Das Verständnis hielt sich in Grenzen. Offensichtlich befürchteten etliche Angehörige, sich anzustecken.

Übliche Maßgaben

„Wir sind kein Heim“, stellt Andrea Golz, Heimleitung des Seniorenzentrums am Zeidlerschloss, fest. Damit gelten auch sämtliche Verordnungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen für das private Mietshaus in Feucht nicht. Die üblichen Maßgaben wie Abstandregelungen, Maskenpflicht und Beschränkungen bei Treffen mehrerer Haushalte müssen selbstverständlich berücksichtigt werden.


Regelmäßige Erinnerungen
Auch werden die Bewohner durch mündliche und schriftliche Informationen regelmäßig daran erinnert, was erlaubt ist und was nicht, bestätigt Andrea Golz. Doch an den Weihnachtstagen mit der Familie in deren Haus oder Wohnung zu feiern, ist für Bewohner der Betreuten Wohn-Einrichtung unter Berücksichtigung der Infektionsschutzverordnung erlaubt.

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