Stadt Altdorf plant Hochwasserschutz in Ludersheim

Bodenlos

Ende Juni 2017 kamen die kleinen Abwässerkanäle nach einem Starkregen nicht mehr hinterher. Schon in den frühen Morgenstunden rückte die Feuerwehr aus. Mehrere Keller waren überflutet worden. | Foto: Alex Blinten2019/11/Hochwasser1.jpg

Ludersheim – Ein kräftiger Platzregen und die kleinen Abwassergräber quellen über, Teile des Dorfes versinken im braunen Flutwasser. Der Ort ist extrem hochwassergefährdet. Schuld ist seine geographische Kessellage. Von der höher gelegenen Stadt Altdorf, dem Bahndamm, der A 3 und dem Waldstück Richtung Röthenbach strömt das Wasser zu Tal gen Ludersheim. Besonders betroffen ist das Gebiet um Schleifweg, Waldspitze und Werkstraße. Bei anhaltend schlechtem Wetter bangen die Anwohner hier regelmäßig um ihre Keller und Garagen.

Kirthi Bhat ist einer von ihnen. Vor drei Jahren hat er mit seiner Familie ein Haus im Schleifweg gekauft. Inklusive Hausratversicherung, die er von der Vorbesitzerin übernimmt. Hochwasserschutz? Fehlanzeige. Das brauche er nicht, versichert ihm die Verkäuferin damals. Ein Jahr später bereut er, dass er sich darauf verlassen hat. In der Nacht vom 28. auf den 29. Juni 2017 geht ein heftiger Starkregen über dem Nürnberger Land nieder. Genug, um Bhats Straße zu fluten. „Das Wasser ist hier am Haus vorbei gelaufen und durchs Fenster ins Kellergeschoss gestürzt. Es war alles voll“, erzählt er. Den Schaden trägt er allein. Bis heute hat er keinen neuen Boden im Keller.

Ähnlich ergeht es einer Anwohnerin in der Waldspitze knapp 300 Meter weiter. „Das war extrem“, berichtet sie. „Das Wasser hat von unten durch die Kacheln gedrückt. Es hat richtig gebrodelt und geblubbert.“ Dass der Stadtrat dafür sorgen möchte, dass Ludersheim in Zukunft von Überschwemmungen so weit wie möglich verschont bleibt, begrüßt sie sehr: „Es ist gut, dass etwas passiert.“

Zusätzliche Rückhaltebecken

In der jüngsten Stadtratssitzung hat das Ingenieurbüro Christofori und Partner den ersten Entwurf seines Konzepts zum Hochwasserschutz in Ludersheim vorgestellt. Bei der alten Ziegelei und südlich von Ludersheim im Bereich Ellholz sieht die Planung zwei zusätzliche Rückhaltebecken vor, die überschüssiges Regenwasser auffangen. Des Weiteren soll das Abwasserrohr des Schleifgrabens einen größeren Durchmesser erhalten, damit sich anstauendes Wasser schneller abfließen kann.

Noch sei allerdings nichts spruchreif, bedauert Ewald Roth, Abteilungsleiter Bautechnik im Bauamt Altdorf und zuständig für Gewässerunterhalt und Kanalisation. Die Planung gehe erst noch in die Feinabstimmung mit Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt. Auch seien noch Fragen im Hinblick Naturschutz zu klären. „Wie lange der Genehmigungsprozess dauert, liegt leider nicht in unserer Hand“, erklärt Roth. „Und wir können natürlich erst richtig loslegen, wenn wir grünes Licht bekommen.“ Andernfalls stünden die Fördergelder auf dem Spiel. Immerhin zwischen einer und zwei Millionen.

Die Verwaltung der Stadt Altdorf hat die finanziellen Mittel zur Hochwasserfreilegung in Ludersheim im Haushalt 2020 vorgesehen, versichert Altdorfer Geschäftsleiter Christof Rotkegel. „Wir haben die Grundlage dafür hergestellt, dass es so schnell wie möglich weiter gehen kann, sobald die Genehmigungen nächstes Jahr da sind“, erklärt er. Ende Juni 2017 kamen die kleinen Abwasserkanäle nach einem Starkregen nicht mehr hinterher. Schon in den frühen Morgenstunden rückte die Feuerwehr aus. Mehrere Keller waren überflutet worden.

N-Land Magdalena Gray
Magdalena Gray