Kreisausschuss billigt Beratungskonzept von Caritas und Diakonie

Asyl: „Bei Bedarf flexibel reagieren“

Der Kreisausschuss steht mehrheitlich hinter dem von Caritas und Diakonie vorgelegten Konzept zur Asylsozialarbeit. Unser Foto zeigt eine Erstaufnahmeeinrichtung in Schwaig. | Foto: Tina Braun2016/02/Schwaig-Erstaufnahmeeinrichtung-Asyl-Fluechtlinge.jpg

NÜRNBERGER LAND  – Der Kreisausschuss steht mehrheitlich hinter dem von Caritas und Diakonie vorgelegten Konzept zur Asylsozialarbeit. Ihm liegt die neue Asylsozialberatungsrichtlinie zu Grunde, die aber noch immer nicht in trockenen Tüchern ist. Detlef Edelmann von der Diakonie machte bei der Vorstellung des Konzepts im Rahmen der Haushaltsvorberatungen deutlich, dass Caritas und Diakonie für 2016 mit sechs zusätzlichen Stellen (zwei Sozialpädagoginnen-/pädagogen, vier Assistenzkräfte) planen, wobei man diese regional in den dezentralen Unterkünften im südlichen, westlichen und nordöstlichen Kreisgebiet sowie in Lauf „verorten“ will, um dort dauerhaft präsent zu sein.

Die Träger legen dabei einen aus ihrer Sicht ausreichenden Schlüssel von 1:242 zu Grunde, ohne den geforderten Schlüssel von 1:150 aus dem Auge zu verlieren.

Insgesamt wären dann 13 Kräfte in der Asylsozialberatung tätig, neun Hauptamtliche und vier sogenannte Assistenzkräfte, wobei letztere erst eingestellt werden, wenn die neue Richtlinie in Kraft ist.

Landrat Armin Kroder begrüßte das vorgestellte Konzept, für das im Kreishaushalt als Personalkostenzuschuss 122.500 Euro eingeplant sind. Im Entwurf war zunächst eine Deckelung geplant, die aber im Lauf der Diskussion gestrichen wurde, um flexibel reagieren zu können, wenn es die Situation erfordern sollte.

Gelder bereit stellen

Der Fraktion der Grünen war dieser Ansatz zu niedrig. Sie sprachen sich dafür aus, Haushaltsmittel in der Höhe bereit zu stellen, dass der Schlüssel 1:150 angewendet werden kann.

Norbert Dünkel lobte für die CSU das „das hohe Verantwortungsbewusstsein der Wohlfahrtsverbände“ die keine überbordende Forderungen stellen. Dem Dank an Caritas und Diakonie für die vorbildliche Arbeit im Landkreis schloss sich für die SPD Bruno Schmidt an. Er begrüßte den Vorschlag, weil damit der Landkreis gut aufgestellt sei.

Dieser Auffassung war auch Robert Ilg (Freie Wähler). Das System funktioniere sehr gut. Es sei  äußerst partnerschaftlich und das wollen man nicht gefährden. Er plädierte auch dafür, die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Asylbetreuung zu unterstützen. Die angedachte Vernetzungsstelle bei WinWin mit einer zusätzlichen Stelle sei ein wichtiges Signal, dass man auch das Ehrenamt unterstütze.

Sowohl die Arbeit der Asylsozialberatung als auch die sachliche Diskussion lobte Benedikt Bisping (Grüne), der allerdings darauf beharrte einen höheren Schlüssel und damit mehr Mittel für diesen Zweck in den Haushalt einzustellen.

Regierungspräsident Dr. Bauer habe bei einem Treffen mit dem mittelfränkischen Städtetag angekündigt, dass der Landkreis Nürnberger Land in diesem Jahr mit weiteren 2000 Asylsuchenden rechnen müsse. Er ging sogar soweit, dass die Grünen davon die Zustimmung zum Haushalt abhängig machen.

„Die Entwicklung kann keiner vorhersagen“

Von Landrat Armin Kroder kam der Hinweis, dass dies eigentlich eine Staatsaufgabe sei und er fest mit der Kofinanzierung rechne. Er warb für den Vorschlag von Caritas und Diakonie. „Es geht um Personalkosten und die Verantwortung, die Kapazitäten entsprechend zu verteilen.“

Angesichts der zu genannten Zahlen zusätzlicher Asylsuchender machte Michael Gross (Caritas) deutlich, dass die Entwicklung keiner vorhersagen könne, man aber entsprechend reagieren werde wenn es die Entwicklung erforderlich macht.

Diese Ansicht vertrat auch Detlef Edelmann: „Wenn sich Änderungen ergeben, dann müssen wir uns der Sachlage stellen.“

Bevor der Kreisausschuss die umfangreichen nichtöffentlichen Beratungen zum Stellenplan aufnahm kam man überein bei den weiteren freiwilligen Leistungen den Vorschlägen der Verwaltung zu folgen.

Eine kurze Diskussion gab es zum Thema Kreisjugendring, der eine Erhöhung derMittel beantragt hatte. Geld und Stellen gibt es zwar nicht in der erhofften Größe, aber immerhin werden die Mittel um zehn Prozent angehoben.

Abgelehnt wurde die Erhöhung des Zuschusses an die Gluckserei um 2000 auf 10.000 Euro. Die SPD-Fraktion sah hier eine Ungleichbehandlung, nachdem der Landkreis das Dehnberger Hoftehater mit 100.000 Euro unterstützt.

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N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl