Wasserrad steht still

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LAUF (fi) — Ein Lagerschaden verhindert seit einigen Monaten, dass sich das große Wasserrad an der Schleiferei Reichel an der Pegnitz in Lauf weiter dreht. Die Altstadtfreunde haben jetzt mit tatkräftiger Unterstützung des Technischen Hilfswerkes das schwere Wasserrad aus den Lagerböcken gehoben, um die Reparaturarbeiten zu ermöglichen. Ob aber überhaupt repariert wird, ist noch nicht klar. Bezahlen nämlich müsste das neue Lager die Stadt Lauf, die Altstadtfreunde können die geschätzten 15000 Euro nicht aufbringen, wie Baldur Strobel sagt. Vor 25 Jahren, im Zug der Sanierung des 1. Pegnitzwehres an der Wasserbrücke in Lauf, war auch das große Wasserrad an der Schleif saniert worden. Seit dem drehte es sich, ausgenommen an Eistagen oder bei Hochwasser, 24 Stunden am Tag. Während das nördliche Lager, ein Kugellager, noch einwandfrei ist, hat das Gewicht das südliche Gleitlager verschlissen. In Zusammenhang mit der Mauermühle und der Schleif gehört das sich drehenden Wasserrad zu den häufig fotografierten Touristenattraktionen. Dabei hat das große Rad gar keine Funktion mehr, dreht weder Schleifsteine noch erzeugt es Strom. Früher Strom erzeugt Für letzteres nämlich war es vor Jahrzehnten gebaut worden, der Trafo allerdings ist längst abgebaut. Die Zahnräder in der sanierten und wieder funktionsfähigen Schleif werden sowie von einem zweiten, kleineren, Wasserrad angetrieben. Weil das sich ständig gemächlich drehende Rad aber ein echter Hingucker ist, ergriffen nach dem Stillstand die Altadtfreunde die Initiative. In einer Anfrage im Stadtrat wurde vom Bauamt noch ein Preis von rund 20000 Euro für das neue Lager genannt. Im Herbst will sich der Bauausschuss nun noch mal mit dem Thema befassen. THW half sofort Die Altstadtfreunde machten aber inzwischen weiter. Baldur Strobel erfuhr über die Neunkirchener Firma Terhaerst, sie hatte seinerzeit die Lager erneuert, dass nur eine Lagersonderanfertigung möglich ist, die aber bestellt werden muss. Weil aber auch der Ein- und Ausbau beträchtliche Kosten verursacht, fragten die Altstadtfreunde beim Laufer THW, das schon mehrmals an der Schleif mitgeholfen hat, an. Und prompt rückte schon am vergangenen Samstag die gesamte Bergegruppe II an und hob die Welle des tonnenschweren Rades hydraulisch tatsächlich aus seinen Lagern. Aufgebockt und gesichert wartet das Wasserad nun darauf, dass sich die Stadträte darüber klar werden, ob ein wieder gangbares Rad tatsächlich Aufwand und Kosten rechtfertigen.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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