69-Jähriger aus Schwarzenbruck verunglückt

Tödlicher Kletterunfall am Glatzenstein

Auf den tödlichen Kletterunfall folgte eine große Suchaktion, an der sich unter anderem die Bergwacht beteiligte.
Auf den tödlichen Kletterunfall folgte eine große Suchaktion, an der sich unter anderem die Bergwacht beteiligte. | Foto: Udo Schuster2015/11/auto-tödlicher-absturz-glatzenstein1.jpg

KERSBACH — Ein 69-jähriger Kletter, der allein am Glatzenstein bei Kersbach unterwegs war, ist am Montag tödlich verunglückt. Gefunden wurde seine Leiche erst am Abend, nachdem Angehörige sich über sein Ausbleiben gewundert und einen Notruf abgesetzt hatten.

Der Mann war am Nachmittag aus großer Höhe abgestürzt, er dürfte wegen seiner schweren Verletzungen unmittelbar gestorben sein. Als der Schwarzenbrucker nicht nach Hause kam, machten sich seine Angehörigen auf den Weg nach Weißenbach, um nach ihm zu sehen. Sie entdeckten das Fahrzeug des 69-Jährigen und alarmierten daraufhin den Rettungsdienst.

Kurz vor 21 Uhr begann eine groß angelegte Suchaktion, bei der auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war. Die Feuerwehren Kersbach/Weißenbach und Neunkirchen durchkämmten den Buchenwald von der Gipfelseite sowie von der Steilhangseite im Dunkeln. Das unwegsame Gelände rund um den beliebten Wanderausflugspunkt und Kletterfelsen war auch für die Suchmannschaften – nur mit Handscheinwerfern ausgerüstet – nicht ungefährlich.

Schließlich sahen die Feuerwehrleute der Kersbacher Wehr, die vom Gipfel aus ihre Suche begannen und über das Felsenlabyrinth anschließend an der Steilkante in südlicher Richtung weitersuchten, im Scheinwerferlicht ein Seil. Die Männer folgten dem Seilende und kletterten auf einen Felsvorsprung, wo sie den abgestürzten Mann leblos vorfanden. Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr aus Kersbach/Weißenbach, Andreas Walther: „Als wir die Unglücksstelle lokalisiert hatten, beleuchtete der Hubschrauber den Felsvorsprung. Dies war eine große Hilfe“.

Die zeitgleich verständigte Bergwacht fuhr, soweit möglich, mit ihrem geländegängigen Fahrzeug vor. Mit dem Zweisitzer wurde ein Notstromaggregat in die Nähe der Unglücksstelle transportiert, um die Sicherheit für die Helfer durch zusätzliche Beleuchtung zu erhöhen. Die elf Aktiven der Bergwacht bargen den Verunfallten in einer aufwändigen, mehrstündigen Aktion mit einer Gebirgstrage. Eine Art Einsatzzentrale befand sich am Parkplatz der Gaststätte in Weißenbach. Dort standen auch die großen Fahrzeuge der Feuerwehr, der Rettungswagen, das Notarztfahrzeug aus Hersbruck. Weitere Helfer hielten sich auf Abruf bereit.

Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit noch, wie es zu dem Kletterunfall kommen konnte.

Die Bergung der Leiche des 69-Jährigen war aufwändig.
Die Bergung der Leiche des 69-Jährigen war aufwändig. | Foto: Udo Schuster2015/11/tödlicher-unfall-glatzenstein-absturz-bergwacht1.jpg
N-Land Udo Schuster
Udo Schuster