Als der Computer den Bleistift ersetzte

Zur Saisoneröffnung des Museums Fränkische Hopfenscheune waren viele Gäste nach Speikern gekommen. Die Sonderausstellung befasst sich dieses Mal mit dem technischen Fortschritt. Foto: Schlichting2009/05/20090504_hopfenscheuneeroeffnung_big.jpg

SPEIKERN – «Fräulein Müller zum Diktat, bitte.» Ein Satz, den man früher mit wechselnden Namen in jedem Büro hörte. Da gab es noch mehr Arbeit für Menschen, die heute oft von Maschinen erledigt wird. Welche Hilfsmittel gab es für die Arbeit im Büro vor dem Computer? Wie wurden früher Informationen übermittelt, ohne Telefon? Auf Fragen dieser Art gibt die Sonderausstellung «Als die Maschine im Büro den Bleistift verdrängte» in der Speikerner Hopfenscheune Antworten.

Der Besucher kann die Entwicklung hin zum Computer nachvollziehen und die Ursprünge dieses technischen Fortschritts ergründen. Da gibt es eine mechanische Schreibmaschine, ein Telex, ein Diktiergerät, eine klassische Rechenmaschine, die viele Menschen sicher noch aus ihrem Arbeitsleben kennen. Auch der erste Computer im Landkreis, «Wang 2000» aus dem Laufer Christoph–Jacob-Treu-Gymnasium, ist zu sehen. An ihm haben viele Schüler ihre ersten Programmier-Kenntnisse erworben, die heute erfolgreich mit Computern oder deren Programmierung arbeiten.

Hauptinitiatoren der Ausstellung in Speikern sind Oskar Sembach, aus dessen Sammlung die Ausstellungsstücke stammen, und Franz Semlinger, 1. Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Neunkirchen. In seinem Fachvortrag berichtete Oskar Sembach aus der Geschichte des väterlichen Betriebs in Lauf. Am Beispiel des Telex’ zeigte er, wie wichtig dieses in den Jahren vor der Wende für die Kommunikation im Handel mit den ehemaligen Ostblockländern war, als das Telex im Westen schon als veraltet galt.

Nur unter Einsatz vernetzter Computersysteme sei es heute aber möglich, Fehler in der Produktion zurückzuverfolgen, was früher so nie gelang.

Zahlreiche Ehrengäste waren gekommen, darunter Marlene Mortler (MdB), Norbert Reh, stellvertretender Landrat, Vertreter mehrerer Heimatmuseen der Region, der Altstadtfreunde Lauf, der Schule, der Kirche und weitere. Die musikalische Umrahmung gestalteten eine Gitarren- und Flötengruppe aus der Musikschule Schnaittach.

Auch andere Abteilungen des Museums bieten Sehenswertes zur Entwicklung des Hopfenanbaus, der Geräte in Ackerbau und Haushalt oder frühzeitliche Fundstücke. Das Museum ist von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Andrea Schlichting

N-Land Pegnitz-Zeitung
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