Jugendgruppe des Theatervereins D’Veldensteiner begeisterte

Wikinger kredenzen Lichtelfengrütze in Neuhaus

Dank der Ruderkenntnisse des schlauen Sven wird die Überfahrt zur Insel zum Kinderspiel. Foto: K. Möller2016/03/7047288.jpg

NEUHAUS – Vor allem junge Zuschauer haben heuer in der Aula der Grundschule mit Spannung auf die Premiere des Kinder- und Jugendtheaters des Theatervereins D’Veldensteiner Neuhaus-Michelfeld gewartet. Mit „Sven, der schlaue Wikinger“, einem Märchen von Erhard Drexler, zauberten die jungen Akteure ein fröhliches Stück auf die Bühne, bei dem viele der Zuschauer allzu gern mitgespielt hätten.

Dabei fängt alles gar nicht so aufregend an. Die versammelte Wikingerfamilie lauscht Papa Brüllson (Tim Heidenau mit furchterregender Wikingermähne), der nach seiner Rückkehr vom letzten Beutezug mit seinen Taten prahlt. Mutter Gorda (Miriam Deinzer) serviert Met für die Männerrunde und Lichtelfengrütze für alle – eine Wikingerdelikatesse. Der schlaue Sven ist bald ausgemacht. Er erklärt den Zuschauern mit Zeigestock und Landkarte, wo die Wikinger lebten. Das ist aber nicht sein letzter Nachhilfeunterricht zum Thema „Wikinger“.

Irgendwann nerven die vier Kinder Sven, Svantje, Thorvart und Agnetha mit ihren Fragen Papa Brüllsohn und werden zum Spielen in den Wald geschickt. So kommt es, wie es kommen muss: Die drei Trolle Tjovi, Tjomai und Tjowas (trollig gespielt von Hannah Deinzer, Meike Polster und Hannah Quenzler) wünschen sich nichts sehnlicher, als wieder einmal Lichtelfengrütze zu essen. Das letzte Mal war es vor 1000 Jahren, als man eine Lichtelfengrützeköchin entführte. Und als Svantje (Lena Buchfelder spielt souverän die einzige Wikingertochter, die bis 200 zählen kann) beim Versteckspiel auf der Lichtung erscheint, wird sie kurzerhand als neue Grützeköchin entführt.

Der polternde Papa Brüllsohn zieht mit Kumpan Trinkmoere (Daniela Gnan) los, um Tochter Svantje zu befreien. Doch Sven, Agnatha und Thorvart trauen der Befreiungsaktion ihres hitzigen Vaters nicht und hecken mit Großvater Nylt Norge (Lara Habiboglu) einen Plan zur Befreiung ihrer Schwester aus. Der führt sie zum Druiden Seevas (auch Hannah Deinzer), der Sventja auf der Insel Frisby ausmacht.

Auf ihrem Weg zur Insel treffen sie auf Mini-Troll Jampa (Lea Müller), dessen quirligen Auftritt die Zuschauer mit viel Applaus quittieren. Geradewegs durch die Reihen der Zuschauer kommen die Geschwister zum Strand, wo ein echtes Wikingerruderboot auf sie wartet. Auch jetzt gibt Isabel Lord als der schlaue Sven in ihrer coolen Art den Ton an und erklärt, wie man rudern muss. Ihre Ratschläge gelten vor allem Julia Schreg, die überzeugend den langsamen Thorvart mimt. Die munter aufspielende Emely Ehret als Schwester Agnetha hört dem schlauen Bruder gar nicht mehr zu.

Auf der Insel wird die Befreiung vorbereitet. Auf ein Netz wird der mitgebrachte Kessel mit Lichtelfengrütze als Trollenköder gestellt. Lange muss man nicht auf die vom Duft der Grütze angelockten Trolle warten. Schon bald schnappt die Falle zu und alle sind im Netz. Schwester Svantje ist glücklich befreit.

Mit der Wahl des Stückes hatte Jugendspielleiterin Alexandra Deinzer ein glückliches Händchen bewiesen. Das mit Anleihen von „Wickie“ und „Asterix“ gespickte Wikingermärchen begeisterte nicht nur die Zuschauer, sondern auch die jungen Akteure auf der Bühne. Die spielten erfrischend, fast souverän, toll kostümiert und – was nicht selbstverständlich ist – textsicher vor den sparsamen, aber gelungenen Bühnenbildern auf. Die Zuschauer dankten es immer wieder mit Zwischenapplaus und lang anhaltendem Beifall am Ende.

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