Vom Discobus bis zum Kanaldeckel

VELDEN – Bei der ersten Sitzung des Veldener Stadtrats nach der Sommerpause standen mehrere Auftragsvergaben im Mittelpunkt. Zudem gab es Aussprachen zu den Themen Dorferneuerung Viehhofen, Öffentlicher Personennahverkehr im Landkreis, zum Aufwendungsersatz bei Fundtieren und zu einem besser geeigneten Haltepunkt für den Discobus.

Bereits im Jahr 2008 hat das Landratsamt in einem Wasserrechtsbescheid Fristen für verschiedene Um- und Erweiterungsbauten am Kanalnetz und der Kläranlage gesetzt. Mit dem detaillierten Inhalt hatte sich zwischenzeitlich ein Ingenieurbüro befasst und der Stadt mögliche Termine für die ergänzenden Maßnahmen vorgeschlagen. Darüber wurde zwischenzeitlich auch das Laufer Amt informiert, eine Antwort steht noch aus.

Unabhängig davon wurde die Planung für die Nachrüstung von Tauchwänden in den beiden Regenüberlaufbecken einstimmig vergeben. In der Diskussion bat Stadtrat Kurt Dauth zu prüfen, ob bei der Verwirklichung aller Maßnahmen bzw. Investitionen die Kostendeckung gegeben ist. Ebenso einhellig vergeben wurde die Klärschlammentwässerung bzw. -entsorgung. Den Auftrag erhielt eine Firma aus Etzelwang zum Angebotspreis von rund 15.500 Euro. Bürgermeister Herbert Seitz fügte an, dass diese Firma bereits in den zurückliegenden drei Jahren die Entsorgung zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt habe.

Wegen verschiedener Anliegerbeschwerden und Hinweisen des Bauhofs wurden etliche Kanalschächte im Stadtgebiet geöffnet und auf Schäden untersucht. Die festgestellten Mängel werden voraussichtlich noch im November zum Angebotspreis von rund 5 .000 Euro behoben. Die ausführende Firma gibt eine Gewährleistung von vier Jahren auf ihre Arbeiten.

Vergeben wurden letztlich auch die Arbeiten zur Platzgestaltung des Grundstücks Leitenweg 2 (Absicherung Bruchsteinmauer, Bepflanzung). Aufgrund des von Stefan Stein erstellten Leistungsverzeichnisses gingen drei Angebote ein. Den Auftrag erhielt eine Garten- und Landschaftsbaufirma aus Illafeld. Wegen der zu erwartenden Bezuschussung im Rahmen der Städtebauförderung müssen die Arbeiten heuer noch abgeschlossen werden.

Bei den TOP „Stellungnahmen zu Bauanträgen“ wurde u. a. der Plan für eine neue Metallwerkstatt in Münzinghof mit Anbau für die Taschenfertigung genehmigt. Stadtrat Michael Taubmann, zugleich Verwaltungsleiter der Dorfgemeinschaft Münzinghof e.V. erläuterte dazu, dass durch entsprechende bauliche Maßnahmen die Löschwasserversorgung gesichert und der Brandschutz für dieses neue Gebäude bzw. die bestehenden Wohnanwesen gesichert sei.

Im Rahmen des Verfahrens zur Dorferneuerung Viehhofen haben mehrere Einwohner bereits ein Seminar in Klosterlangheim besucht. Es sollen nun Arbeitskreise gebildet werden, die eine möglichst große Anzahl von Bewohnern einbeziehen, die aber von einem externen Moderator begleitet werden müssen. Die Stadt muss sich an dessen Kosten (Honorar und Sachkosten) mit 40 Prozent beteiligen, in diesem Fall mit maximal 10.000 Euro. Voraussichtlich wird es um zwei Themen gehen, nämlich „Soziales Dorfleben“ und „Dörfliche Infrastruktur“. Zur Vorstellung des Konzepts wurden die Einwohner von Viehhofen in das örtliche Feuerwehrhaus eingeladen.

Im ersten Zwischenbericht „Nahverkehrsplan Nürnberger Land“ wird u. a. bei der Festlegung der Kriterien angemerkt, dass „alle Ortsteile ab einer Einwohnergröße von 150 Einwohnern untersucht werden“. Die Ortsteile der Stadt liegen jedoch unterhalb dieser im Bericht festgelegten Grenze. Um deshalb auch dort eine „ausreichende Verkehrsbedienung“ zu erreichen, stellt die Stadt Velden (mit dem Markt Neuhaus) den Antrag, aufgrund der kurzen Entfernungen zwischen den Orten Höfen, Pfaffenhofen und Viehhofen diese drei Ortsteile im Nahverkehrsplan als Gesamtheit zu berücksichtigen und in das Netz des ÖPNV zu integrieren. Gleiches wurde für die beiden Orte Raitenberg und Münzinghof aufgrund deren räumlichen Nähe beantragt.

Über die Höhe des von der Stadt an das Tierheim zu leistenden Aufwendungsersatzes bei Fundtieren wurde länger diskutiert. Nach vielen unterschiedlichen Vorschlägen einigte sich das Gremium auf eine pauschale Zahlung von 400 Euro für 2011. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, einen dauerhaften Vertragsabschluss zu prüfen.

Ebenso ausführlich besprochen wurden die Probleme an der Haltestelle des Discobusses. Es gibt regelmäßig Beschwerden über frühmorgendlichen Lärm bei der Rückkehr, über Sachbeschädigungen und Verunreinigungen. Für die Abfahrt an der Haltestelle Marktplatz soll sich nichts ändern, bei der Rückkehr soll der Bus jedoch probeweise in der Nähe des Friedhofs halten. Andere Örtlichkeiten (etwa Bahnhof usw.) wurden verworfen, da für den Omnibus dort keine Wendemöglichkeit bestehen.Siegfried Fuchs

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren