„Der Fahrplan ist längst nicht mehr ideal“

Bürgerversammlung Neuhaus: Ärger über geänderte Fahr- und Haltezeite

Die Pendlerparkplätze, die inzwischen dem Markt gehören, bleiben auch künftig kostenfrei. Verärgert sind manche Bürger allerdings über die für Neuhaus ungünstigen Fahrpläne. Foto: B. Grüner2016/02/BahnhofNeuhaus_bg_03062014.jpg

NEUHAUS – 99 000 Euro hat die Marktgemeinde für den Kauf des Bahnhofsgebäudes und des Umfelds inklusive der Pendlerparkplätze bezahlt. Diese werden auch weiterhin kostenfrei bleiben.

Dies betonte Bürgermeister Josef Springer bei der Bürgerversammlung in Neuhaus. Die Kommune denke nicht daran, Parkgebühren zu erheben, wie es in anderen Orten der Fall ist, wo das Bahnhofsareal an Privatpersonen oder Firmen verkauft wurde. Die Anlage werde vielleicht neu gestaltet, bleibe aber für die Nutzer kostenfrei. Der Kauf sei durchaus lobenswert, fand Gottfried Lang, wollte aber auch wissen, was aus dem Gebäude werden soll.

Etwaige Maßnahmen auf dem Bahnhofsgelände werden über die Städtebauförderung gefördert, der Satz liege bei rund 60 Prozent, so Springer. Im Erdgeschoss könne sich die Gemeinde eine Touristikzentrale vorstellen, das Video-Reisezentrum der Bahn passe gut zu dieser Nutzung. Was aus den oberen Stockwerken wird, müsse noch diskutiert werden.

Roland Löb bat die Gemeinde um baldige Kontaktaufnahme mit der Bahn. Der Fahrplan sei längst nicht mehr ideal, nicht jeder Zug aus Nürnberg hält in Neuhaus, sagte er und bekam dafür Beifall der anwesenden Bürger. Gerhard Ankenbrand machte sich Gedanken über die Ausdehnung des Nahverkehrs im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Er befürchtete, dass eine Elektrifizierung der Linie zu weiteren Verschiebungen führen könnte und am Ende womöglich nur noch der Bummelzug in Neuhaus hält. Die Gemeinde solle schnell Kontakt zur Bahn aufnehmen und deutlich machen, dass die Pendler den Bahnhof mit einer stündlichen Verbindung nach Nürnberg brauchen. „Wir sollten achtsam sein, dass der Halt in Neuhaus bleibt“, meinte auch Inge Nierling. In anderen Bundesländern werden neue Fahrpläne vorab besprochen. In Bayern machen die Verantwortlichen ein Geheimnis daraus, um jedes Jahr den Fahrplan zu ändern. Offenbar will man alle möglichen Alternativen ausprobieren, so Roland Löb. Das Ergebnis sei ein Rückgang der Fahrgastzahlen. Pendler aus dem Auerbacher Raum fahren vermehrt über Pegnitz nach Nürnberg. „Früher gab es einen klaren Stundentakt und jeder konnte sich danach richten“, klagte Löb.

Einer unendlichen Geschichte gleicht die gerichtliche Auseinandersetzung wegen diverser Bauschäden und Planungsfehler beim Rathaus. Schon im vierten Jahr kann der Sitzungssaal nicht mehr benutzt werden. Die Tür zur Fluchttreppe ist mit 80 Zentimetern nicht nur zu schmal (gefordert ist ein Meter), sondern die Treppe auch zu steil. Ebenso bräuchte die Stahltreppe, die in den Hof führt, ein Zwischenpodest.
Nasse Wände sind ein Ärgernis im Untergeschoss. Es gebe Räume mit 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, berichtete der Bürgermeister. In einem solchen Raum ist moderne Technik installiert. Beide Probleme werden beim Landgericht verhandelt. Das Beweissicherungsverfahren ist abgeschlossen. Der Architekt sei allerdings nicht einigungsbereit. Die Stellungnahme der Gegenseite dauere noch an. Wann es eine Entscheidung gibt, wer für die Beseitigung der Planungsfehler aufkommen muss, steht derzeit jedoch noch in den Sternen.

Brigitte Grüner

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