Mitte April sollen die Bauarbeiten starten

Neue Kita-Plätze für Rollhofen

Zurzeit bietet die Kita Rollhofen Platz für 46 Kinder. Durch den Ausbau des Kellers sollen 27 neue Plätze hinzu kommen.  | Foto: Andrea Beck2021/03/Kita-Rollhofen-Kinder-Sanierung-Marz-2021-Foto-Beck-scaled.jpg

ROLLHOFEN – Ein ausgebauter Keller wird in der inklusiven Kindertagesstätte Rollhofen 27 neue Plätze schaffen.  Nach jahrelanger Planung nimmt der Raum für eine zusätzliche Gruppe nun realistische Formen an: Die ersten Gewerke sind vergeben, Mitte April sollen die Bauarbeiten beginnen und bis Ende 2021 abgeschlossen sein.  

Dass der Bedarf von Familien an neuen Betreuungsplätzen in der Gemeinde Neunkirchen besteht, ist schon länger klar. Unter anderem das Neubaugebiet in Rollhofen hat die Nachfrage gesteigert. Bisher bietet die Rollhofener Einrichtung der Lebenshilfe Nürnberger Land Platz für drei Gruppen mit insgesamt 46 Kindern. 

Das ist zu wenig, fanden die Neunkirchener Gemeinderäte bereits 2016 und gaben erste Planungen in Auftrag. Nach zahlreichen Richtungsänderungen entschieden sie sich im vergangenen Jahr für einen Ausbau des Untergeschosses, sowie die Sanierung der Toiletten im Erdgeschoss und der Fassade. 

Rund eine Million Euro soll das – nach aktuellem Stand – insgesamt kosten. Zur allgemeinen Erleichterung sagte der Freistaat Bayern im Januar die Unterstützung des Kellerausbaus im Rahmen eines Förderprogramms für neue Betreuungsplätze zu. Somit wird der förderfähige Anteil der Sanierung nicht mit den sonst üblichen 50 Prozent, sondern mit 85 Prozent bezuschusst. Rund 477 000 Euro sollen aus der Staatskasse fließen, wenn der Bau abgeschlossen ist. 

Baubeginn ist vorgegeben

Um in diesem bayerischen Sonderinvestitionsprogramm zu bleiben, muss eine Gemeinde innerhalb von drei Monaten ab Zusage der Förderung mit dem Bau beginnen. Deswegen hieß es nun Ärmel hochkrempeln, um von der jahrelangen Planung in die Umsetzung überzugehen. Anfang Februar wurden die Gewerke wie Baumeisterarbeiten, Trocken- und Fensterbau und Technische Ausrüstung ausgeschrieben.

Die Begutachtung der Angebote der angeschriebenen Firmen machte die aktuell hohe Auslastung des Baugewerbes deutlich. Einige Gewerke müssen neu ausgeschrieben werden, auf wieder andere hatte sich teilweise nur eine Firma beworben. Vor allem im Bereich von Sanitär und Technik lagen die Angebote der Firmen teilweise deutlich über der Schätzung des Fachplaners. 

Der Gemeinderat entschied sich trotzdem für eine Vergabe, da bei einer neuen Ausschreibung laut Bürgermeister Jens Fankhänel wohl keine billigeren Angebote eingehen werden. Nach der Vergabe der ersten Gewerke am vergangenen Mittwoch liegen die Kosten bisher rund 60 000 Euro über der Schätzung. „Das ist in Sachen Haushalt kein Problem“, sagte Neunkirchens Kämmerer Matthias Hiesinger, um die Gemeinderäte zu beruhigen, die sich teils kritisch zu den gestiegenen Kosten äußerten.

„Wir diskutieren aktuell über Einsparungsvorschläge“, sagte Fankhänel. Im Gespräch mit der PZ äußerte er sich zufrieden über den Sanierungsplan. „Wir müssen keine Container aufstellen, weil der Keller von außen zugänglich ist, und bekommen endlich neue Kita-Plätze.“ Die Sanierung des Erdgeschosses der alten Schule sei damit allerdings nicht aus der Welt, sondern nur um ein paare Jahre nach hinten verschoben. 

Von einem Plan zum nächsten

Dieses Erdgeschoss war in den ersten Entwürfen zur Kita Rollhofen noch fest eingeplant.  2016 stand zunächst ein Neubau im Raum, dann entschied sich der Gemeinderat 2017 für eine Generalsanierung und somit den Erhalt des ehemaligen Schulhauses. Rund 2,6 Millionen Euro sollte die Sanierung kosten, inklusive eines Ausbaus des Obergeschosses.

Doch als der Statiker im Winter 2018 sein Gutachten vorlegte, zerplatzte der Traum: Das Fundament des Gebäudes aus den 1950er Jahren sei für einen Ausbau des Dachs nicht tief genug und Arbeiten am Fundament  würden die Baukosten verfielfachen.

Der Gemeinderat Neunkirchen verabschiedete sich im Juni 2018 also von der Generalsanierung und plante nun mit einem Anbau, in dem eine Kindergarten- und einer Krippengruppe untergebracht werden sollten, und einer Sanierung des Erdgeschosses.

Als die Planungen bereits im Gange waren, stellte sich Anfang 2019 heraus, dass der Freistaat nur den Anbau erheblich fördern würde. Aus rund 700 000 Euro Eigenanteil wurden nun 1,8 Millionen Euro. „Die Kosten waren nicht mehr angemessen“, sagt Franziska Stich, Leiterin des Neunkirchener Bauamts. 

Zähneknirschend rückte der Gemeinderat auch von diesem Plan ab und beschloss im vierten Anlauf schließlich den Ausbau des Untergeschosses.

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